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1. Darl McBride, SCO
2002 trat der Linux-Anbieter Caldera Systems aus Lindon/Utah dem Bündnis United Linux bei, mit dem das freie Betriebssystem weiter popularisiert werden sollte. Ein Jahr später trug Caldera den Namen SCO, behauptete, Linux enthalte Code des kommerziellen Unix System V und verklagte IBM auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz wegen Urheberrechtsverletzungen.
Was war geschehen? Darl McBride hatte den Chefsessel des Unternehmens erklommen und eine juristische Kontroverse losgetreten, die fast ein Jahrzehnt andauern sollte.
McBride stellte sich auf den Standpunkt, SCO sei Eigentümer aller Rechte an Unix System V. IBM geriet in den Fokus von McBrides Streitlust, da Big Blue angeblich Komponenten zu Linux beigesteuert haben sollte, die von Unix kopiert worden seien.
Darüber hinaus verklagte SCO große Unternehmen, die Linux kommerziell verwendeten, wie zum Beispiel den US-Autoteilehändler Autozone. DaimlerChrysler wurde verklagt, weil der Konzern nicht der Aufforderung nachgekommen war, Ort und Zahl der Prozessoren offenzulegen, auf denen die lizenzierte Unix-Version lief.
Die von SCO losgetretene Klagewelle gab zwar dem Aktienkurs des Unternehmens einen kurzzeitigen Schub, wurde aber von der Fachwelt bald als außerordentlich zweifelhaft angesehen. SCO weigerte sich, die Behauptungen in der Öffentlichkeit zu belegen – angeblich, um zu verhindern, dass die betroffenen Stellen im Linux-Quellcode schnell bereinigt würden.
McBrides Strategie ging jedoch nicht auf. 2007 entschied ein US-Bezirksgericht, dass Novell – und eben nicht SCO – der rechtmäßige Eigentümer an Unix ist.
Vor allem schadete die Klagewelle, die mitunter die Anmutung eines Kreuzzuges hatte, dem Unternehmen SCO selbst. Die Umsätze gingen spürbar zurück, und McBride selbst avancierte innerhalb kürzester Zeit zum meistgehassten Mann der IT-Branche. Mehrere Morddrohungen gingen bei ihm ein, was dazu führte, dass der SCO-CEO in der Öffentlichkeit nur noch in Begleitung von Leibwächtern auftrat.
Im Januar 2009 musste SCO Insolvenz anmelden. Darl McBride wurde im Oktober desselben Jahres von seinem Chefposten entbunden.
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