FR3, ISAC und Physical AI 6G bis 2030 braucht neue Anforderungen an Netze und Hardware

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Beim 6G Summit in Dresden skizzierte Prof. Gerhard Fettweis von der TU Dresden die zentralen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen für 6G: höhere Uplink-Lasten durch vernetzte KI-Systeme, ein pragmatischer Frequenzkurs sowie Lehren aus den 5G-Millimeterwellen-Experimenten.

Antennenarray am Mast: Beamforming und HF‑Integration sind Schlüsselfaktoren für die Performance künftiger 6G‑Netze.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Antennenarray am Mast: Beamforming und HF‑Integration sind Schlüsselfaktoren für die Performance künftiger 6G‑Netze.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

„6G? Der aktuelle Plan ist 2030“, sagte Prof. Gerhard Fettweis (TU Dresden) beim 6G Summit in Dresden und betonte, dass dieser Zeitplan nur mit rechtzeitiger Standardisierung realistisch sei. Entscheidend für die kommende Mobilfunkgeneration ist weniger ein inkrementelles Upgrade als der Übergang zu stark vernetzten, physischen Systemen mit eingebetteter KI, dem sogenannten Physical AI.

Physical AI umfasst vernetzte Robotik, autonome Fahrzeuge und industrielle Systeme, die permanent Sensordaten austauschen und Lern‑Updates benötigen. Das hat unmittelbare Folgen für Netz‑ und Gerätearchitekturen: Fettweis erwartet eine Verzehnfachung bestimmter Datenraten und eine deutlich stärkere Uplink‑Belastung gegenüber heutigen Netzen.

Lehren aus 5G

Für die Frequenzstrategie plädiert Fettweis für einen pragmatischen Mittelweg: Das geplante Frequency Range 3 (FR3, rund 6,5 bis 8,5 GHz) liefert zusätzliche Kapazität oberhalb des neuen 6‑GHz‑WLAN‑Spektrums, ohne die extremen Ausbreitungs‑ und Packaging‑Probleme der rund 30‑GHz‑Millimeterwellen (FR2). Zur Erinnerung: Die frühe Fokussierung auf rund 30 GHz habe Investitionen und technische Probleme gezeigt. „Man hat sich die Finger verbrannt“, sagte Fettweis.

Weitere Themen sind die Integration von Kommunikation und Radar/Sensing (ISAC/JCAS), die Monetarisierung von Sensordaten durch Netzbetreiber und die ergänzende Rolle von Satelliten/Non‑Terrestrial Networks (NTN) zur Schließung von Abdeckungslücken. ISAC kann Hardware effizienter nutzen, erfordert aber neue Protokolle und Kalibrierverfahren. Das ist ein dankbares Aufgabenfeld für Antennen‑ und HF‑Entwickler.

Konsequenzen für die Elektronikindustrie

Für Hersteller ergeben sich klare Handlungsfelder: vorgezogenes Antennen‑Chip‑Co‑Design und robustes Packaging, Fokus auf Uplink‑Leistung und Energieeffizienz, Entwicklung ISAC‑fähiger Module sowie Testläufe neuer Funktechniken zunächst im WLAN‑Kontext. Fettweis sieht in Sensordaten zudem eine neue Erlösquelle für Netzbetreiber. Das setzt allerdings voraus, dass Datenschutz und Plattformintegration geklärt sind.

Abschließend warnte Fettweis, dass 6G Chancen biete, die Branche jedoch gezielt in Forschung, Vorversuche und Kooperationen investieren müsse, um teure Fehlinvestitionen zu vermeiden. (heh)

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