Power-Management für KI-Infrastruktur Analog Devices prüft Übernahme von Empower Semiconductor

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Analog Devices soll laut Medienbericht in fortgeschrittenen Gesprächen zur Übernahme von Empower Semiconductor, einem Entwickler von Power-Management-Chips für Rechenzentren, stehen. Der Kaufpreis soll bei 1,5 Mrd. US-Dollar liegen.

Crescendo-Plattform von Empower Semiconductor für „Vertical Power Delivery“ (VPD). Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg und Reuters ist Analog Devices an einer Übernahme des Herstellers von Power Management Chips für KI-Lasten in Rechenzentren interessiert.(Bild:  Empower Semiconductor)
Crescendo-Plattform von Empower Semiconductor für „Vertical Power Delivery“ (VPD). Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg und Reuters ist Analog Devices an einer Übernahme des Herstellers von Power Management Chips für KI-Lasten in Rechenzentren interessiert.
(Bild: Empower Semiconductor)

Analog Devices führt Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge fortgeschrittene Gespräche über die Übernahme von Empower Semiconductor. Der mögliche Kaufpreis soll bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar in bar liegen. Eine offizielle Bestätigung der beiden Unternehmen liegt bislang nicht vor.

Empower Semiconductor mit Sitz im kalifornischen Milpitas entwickelt Power-Management-Chips für KI-Prozessoren und Rechenzentren. Das Unternehmen ist auf integrierte Spannungsregler spezialisiert, die direkt unter GPUs oder anderen KI-Beschleunigern platziert werden. Damit adressiert Empower eine zentrale Herausforderung aktueller AI-Infrastrukturen: die effiziente Versorgung sehr leistungsstarker Prozessoren mit hohen Strömen.

Die von Empower verfolgte Vertical-Power-Delivery-Architektur soll Ströme von mehr als 3.000 Ampere direkt durch die Leiterplatte zum Prozessor führen, statt sie lateral über das Board zu verteilen. Laut Unternehmensangaben können dadurch resistive Verluste reduziert und die Systemeffizienz verbessert werden. Mit der im Oktober 2024 vorgestellten Crescendo-Plattform positionierte sich Empower in diesem Bereich als Anbieter für nächste Generationen von KI-Rechenzentrumsdesigns.

Strategische Bedeutung für KI-Rechenzentren

Für Betreiber großer KI-Infrastrukturen kann die Energieeffizienz der Stromversorgung erhebliche Auswirkungen auf Betriebskosten, Kühlung und Skalierbarkeit haben. Wenn sich durch eine veränderte Leistungsversorgung relevante Systemverluste reduzieren lassen, wird Power-Management vom Standardbaustein zum strategischen Differenzierungsmerkmal. Das erklärt, warum entsprechende IP und Plattformen im Umfeld von KI-Beschleunigern zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Der veranschlagte Kaufpreis würde deutlich über der zuletzt gemeldeten Finanzierungsrunde von Empower liegen. Das Unternehmen hatte Ende 2024 mehr als 140 Millionen US-Dollar in einer Series-D-Runde eingesammelt, angeführt von Fidelity Management & Research und weiteren Investoren. Der mögliche Deal spiegelt damit auch die gestiegene Bewertung von Zulieferern wider, deren Technologien eng mit dem Ausbau von KI-Rechenzentren verbunden sind.

Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bloomberg-Bericht nach eigenen Angaben zunächst nicht unabhängig verifizieren. Analog Devices und Empower Semiconductor äußerten sich demnach nicht unmittelbar zu einer Anfrage. Sollte die Transaktion zustande kommen, würde Analog Devices seine Position im Bereich Power-Management für rechenintensive KI-Anwendungen deutlich ausbauen.(sg)

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