Analog Devices plant die Übernahme von Empower Semiconductor, einem Entwickler von Power-Management-Chips für Rechenzentren. Der Kaufpreis soll bei 1,5 Mrd. US-Dollar liegen.
Crescendo-Plattform von Empower Semiconductor für „Vertical Power Delivery“ (VPD). Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg und Reuters ist Analog Devices an einer Übernahme des Herstellers von Power Management Chips für KI-Lasten in Rechenzentren interessiert.
(Bild: Empower Semiconductor)
/Update 20.5.: Analog Devies hat die geplante Übernahme mittlerweile bestätigt: Beide Unternehmen haben eine endgültige Vereinbarung getroffen, wonach ADI Empower im Rahmen einer reinen Bartransaktion für 1,5 Milliarden US-Dollar übernehmen wird.
Wie Analog Devices schreibt, ist mit zunehmender Skalierung der KI-Rechenleistung ist die Leistungsdichte – und nicht mehr nur die Gesamtleistung in Watt – zum limitierenden Faktor geworden. Die Bereitstellung von hochdichter, hocheffizienter Stromversorgung direkt am Ort der Rechenleistung bei gleichzeitiger Anpassung an sich schnell ändernde Anforderungen ist heute eine der größten Herausforderungen im Systemdesign. Die Übernahme von Empower fügt sich damit in ADI's Ziel, die Stromversorgungsarchitektur für KI und andere rechenintensive Anwendungen künftig mitgestalten. Durch die Stromumwandlung näher am Prozessor verkürze die kombinierte Lösung den Strompfad und verbessert die Effizienz, um Systeme mit höherer Leistung und höherer Dichte zu unterstützen. Aufbauend auf seiner Führungsposition im Bereich des leistungsstarken Energiemanagements investiert ADI in seine Plattform auf Systemebene, um eine deutliche Verbesserung bei Leistung, Dichte und Effizienz vom Netz bis zum Kern zu erzielen.
„Die KI-Infrastruktur verändert die Art und Weise, wie Energie bereitgestellt werden muss, grundlegend, wobei Energie mittlerweile das größte Hindernis für die Skalierung von Systemen der nächsten Generation darstellt,“, sagte Vincent Roche, CEO und Vorsitzender von ADI, anlässlich der Übernahme. Die Auswirkungen dieser Technologie reichten demnach weit über KI-Rechenzentren hinaus und betreffen jeden Bereich, in dem Energie die Möglichkeiten einschränkt“, sagte Vincent Roche, CEO und Vorsitzender von ADI.
Originalnachricht vom 19.05.2026
Analog Devices führt Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge fortgeschrittene Gespräche über die Übernahme von Empower Semiconductor. Der mögliche Kaufpreis soll bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar in bar liegen. Eine offizielle Bestätigung der beiden Unternehmen liegt bislang nicht vor.
Empower Semiconductor mit Sitz im kalifornischen Milpitas entwickelt Power-Management-Chips für KI-Prozessoren und Rechenzentren. Das Unternehmen ist auf integrierte Spannungsregler spezialisiert, die direkt unter GPUs oder anderen KI-Beschleunigern platziert werden. Damit adressiert Empower eine zentrale Herausforderung aktueller AI-Infrastrukturen: die effiziente Versorgung sehr leistungsstarker Prozessoren mit hohen Strömen.
Die von Empower verfolgte Vertical-Power-Delivery-Architektur soll Ströme von mehr als 3.000 Ampere direkt durch die Leiterplatte zum Prozessor führen, statt sie lateral über das Board zu verteilen. Laut Unternehmensangaben können dadurch resistive Verluste reduziert und die Systemeffizienz verbessert werden. Mit der im Oktober 2024 vorgestellten Crescendo-Plattform positionierte sich Empower in diesem Bereich als Anbieter für nächste Generationen von KI-Rechenzentrumsdesigns.
Strategische Bedeutung für KI-Rechenzentren
Für Betreiber großer KI-Infrastrukturen kann die Energieeffizienz der Stromversorgung erhebliche Auswirkungen auf Betriebskosten, Kühlung und Skalierbarkeit haben. Wenn sich durch eine veränderte Leistungsversorgung relevante Systemverluste reduzieren lassen, wird Power-Management vom Standardbaustein zum strategischen Differenzierungsmerkmal. Das erklärt, warum entsprechende IP und Plattformen im Umfeld von KI-Beschleunigern zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Der veranschlagte Kaufpreis würde deutlich über der zuletzt gemeldeten Finanzierungsrunde von Empower liegen. Das Unternehmen hatte Ende 2024 mehr als 140 Millionen US-Dollar in einer Series-D-Runde eingesammelt, angeführt von Fidelity Management & Research und weiteren Investoren. Der mögliche Deal spiegelt damit auch die gestiegene Bewertung von Zulieferern wider, deren Technologien eng mit dem Ausbau von KI-Rechenzentren verbunden sind.
Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bloomberg-Bericht nach eigenen Angaben zunächst nicht unabhängig verifizieren. Analog Devices und Empower Semiconductor äußerten sich demnach nicht unmittelbar zu einer Anfrage. Sollte die Transaktion zustande kommen, würde Analog Devices seine Position im Bereich Power-Management für rechenintensive KI-Anwendungen deutlich ausbauen.(sg)
Stand: 08.12.2025
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