Missbrauch von Lizenzbedingungen? Amerikanische Kartellwächter prüfen Arm

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Die US-Handelsaufsicht FTC untersucht Vorwürfe gegen Arm wegen möglicher Wettbewerbsverstöße. Es geht um die zentrale Frage, ob der Chipdesigner seine Stellung bei Prozessor-IP-Lizenzen für eigene Prozessorpläne ausnutzt.

Der Streit zwischen Qualcomm und Arm geht in eine weitere Instanz: Die amerikabische Marktaufsichtsbehörde FTC prüft, ob wegen Arms Entscheidung, eigene Prozessoren zu produzieren, ein Missbrauch seiner Stellung als Luzenzgeber von Prozessor-IPs vorliegt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Der Streit zwischen Qualcomm und Arm geht in eine weitere Instanz: Die amerikabische Marktaufsichtsbehörde FTC prüft, ob wegen Arms Entscheidung, eigene Prozessoren zu produzieren, ein Missbrauch seiner Stellung als Luzenzgeber von Prozessor-IPs vorliegt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Arm Holdings gerät in den USA unter kartellrechtlichen Druck. Die Federal Trade Commission prüft nach Angaben informierter Personen, ob das britische Unternehmen seine starke Position bei Chiptechnologien missbrauchen könnte.

Im Mittelpunkt steht Arms Lizenzmodell für CPU-Entwürfe und Befehlssätze. Die Behörde untersucht demnach, ob Arm den Zugang zu diesen Lizenzen verweigern oder deren Qualität verschlechtern könnte, während das Unternehmen zugleich eigene Prozessoren entwickelt.

Die FTC soll Arm bereits früher in diesem Jahr über die Untersuchung informiert und das Unternehmen aufgefordert haben, relevante Unterlagen aufzubewahren. Die Behörde äußerte sich nicht zu dem Verfahren.

Streit um Lizenzen

Arm bestreitet wettbewerbswidriges Verhalten. Das Unternehmen bezeichnete die Vorwürfe von Qualcomm als unbegründet und als Versuch, in einem laufenden Geschäftsstreit Druck aufzubauen.

Qualcomm hatte die Vorwürfe auch bei Aufsichtsbehörden in anderen Regionen vorgebracht. In der Europäischen Union beschuldigte der US-Konzern Arm, den Zugang zu Lizenzen einschränken und wichtige Technologien zurückhalten zu wollen.

Auch in Südkorea steht Arm unter Beobachtung. Dort hatten Wettbewerbsbehörden im vergangenen Jahr Büros des Unternehmens in Seoul im Zusammenhang mit ähnlichen Bedenken überprüft.

Der Konflikt zwischen Arm und Qualcomm reicht bis 2021 zurück. Damals kaufte Qualcomm das Start-up Nuvia, das über Arm-Lizenzen verfügte. Arm warf Qualcomm später Vertragsverletzungen bei der Nutzung dieser Lizenzen vor; der Rechtsstreit ist noch nicht endgültig abgeschlossen.

Neue Konkurrenz in Rechenzentren

Hinter dem Streit steht ein strategischer Wandel. Arm hat lange keine eigenen Chips verkauft, sondern Entwürfe und technische Grundlagen lizenziert. Nun will das Unternehmen stärker in die Entwicklung eigener Prozessoren einsteigen.

Qualcomm sieht darin ein Risiko für andere Marktteilnehmer, die auf Arm-Technologie angewiesen sind. Arm argumentiert dagegen, Kunden suchten nach Alternativen zu etablierten Anbietern wie Intel und AMD.

Beide Unternehmen drängen über ihr traditionelles Smartphone-Geschäft hinaus in neue Märkte. Besonders Rechenzentren und KI-Anwendungen gelten als Wachstumsfelder, während die Nachfrage nach Smartphone-Chips zuletzt weniger dynamisch war.

Arm soll bereits Kunden für eigene KI- und Rechenzentrumsprojekte gewonnen haben. Qualcomm wiederum arbeitet an Beschleunigerkarten und kundenspezifischen Prozessoren für KI-Inferenz. Die FTC-Untersuchung verschärft damit einen Konflikt, der für die künftige Machtverteilung in der Chipbranche wichtig werden könnte.(sg)

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