Partnerschaft bei Photonen-Prozessoren Ionos setzt auf Photonic-Chips von Q.ANT

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Der Weg aus dem Forschungslabor in kommerzielle Rechenzentren ist geebnet. Ionos wird künftig die lichtbasierten Prozessoren (NPUs) von Q.ANT in seine Infrastruktur integrieren. Ziel ist der Aufbau eines energieeffizienten und europäischen KI-Hardware-Stacks.

Strategische Partnerschaft: IONOS und Q.ANT wollen künftig beim photonischen Rechnen zusammenarbeiten.(Bild:  Q.ANT)
Strategische Partnerschaft: IONOS und Q.ANT wollen künftig beim photonischen Rechnen zusammenarbeiten.
(Bild: Q.ANT)

Der Cloud-Anbieter Ionos und der Photonik-Spezialist Q.ANT haben auf der re:publica 2026 in Berlin eine strategische Partnerschaft bekanntgegeben. Im Zentrum der Kooperation steht der kommerzielle Einsatz der Native Processing Units (NPUs) von Q.ANT in den Rechenzentren von Ionos. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, dem steigenden Energiebedarf von KI-Workloads mit photonenbasierter Rechenleistung zu begegnen und gleichzeitig eine europäische Alternative zu etablierten KI-Beschleunigern aufzubauen.

Von der Forschung in die Industrie

Bislang kommen die sogenannten Native Processing Server (NPS) von Q.ANT vor allem in wissenschaftlichen Umgebungen zum Einsatz, darunter das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in München und das Forschungszentrum Jülich. Mit Ionos als Partner erfolgt nun der Schritt in die breite Industrialisierung.

Technologisch setzen die Experten von Q.ANT auf Photonische Integrierte Schaltkreise (PICs) auf Basis von Thin Film Lithium Niobate (TFLN). Diese führen mathematische Operationen direkt mit Licht durch. Gegenüber klassischen GPU-Architekturen verspricht dieser Ansatz neben einer hohen Rechenleistung für komplexe KI-Matrizen vor allem einen signifikant reduzierten Energieverbrauch.

Fokus auf Hardware-Souveränität

Ein zentrales Motiv der Partnerschaft ist die digitale Souveränität auf Hardware-Ebene. Während sich Debatten über europäische Unabhängigkeit oft auf Software und Plattformen beschränken, adressieren Ionos und Q.ANT die physische Recheninfrastruktur. Die photonischen Prozessoren von Q.ANT lassen sich laut Unternehmensangaben vollständig innerhalb der Europäischen Union fertigen – das Start-up betreibt bereits gemeinsam mit IMS CHIPS eine Pilotlinie in Stuttgart.

„Digitale Souveränität ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit für Europa“, erklärt Dr. Andreas Nauerz, Chief Product Officer bei Ionos. Mit der Q.ANT-Technologie wolle man die Skalierung von KI-Infrastrukturen ermöglichen und einen durchgängig souveränen KI-Stack anbieten.

Dr. Michael Förtsch, CEO von Q.ANT, sieht in der Kooperation den Startschuss für den kommerziellen Einsatz: „Photonische Chips können gerade in der KI ihre Stärken gegenüber klassischen GPUs ausspielen. Durch die Kooperation mit Ionos gehen wir nun einen entscheidenden Schritt in Richtung Industrialisierung.“

Erste Lösungen für Sommer 2026 geplant

Die Partner verfolgen einen ambitionierten Zeitplan: Bereits im Sommer dieses Jahres sollen erste gemeinsame Lösungen für KI- und HPC-Anwendungen (High Performance Computing) der nächsten Generation in der Cloud vorgestellt werden. (heh)

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