Gescheiterte Manager

Die Pannen-CEOs

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6. Olli-Pekka Kallasvuo, Nokia

Der Handy-Hersteller Nokia hatte in Deutschland lange Zeit ein sehr positives Image – wegen des knuffigen Designs der Geräte, der einfachen Benutzerführung und auch, weil die Finnen einen Teil der Mobltelefone in Deutschland fertigten.

Dieses Image nahm gehörigen Schaden, als die Finnen Anfang 2008 ankündigten, das Bochumer Werk zu schließen und die Produktion nach Rumänien zu verlagern. Olli-Pekka Kallasvuo, der damalige Nokia-Chef, rechtfertigte diesen Schritt mit den im Vergleich zu Rumänien zehnmal höheren Lohnkosten in Deutschland.

Fast gleichzeitig gab Nokia jedoch einen Rekordgewinn in Höhe von 7,2 Milliarden Euro bekannt. Zudem stellte sich heraus, dass das Werk in Bochum hochprofitabel arbeitete.

Der Protest und das Unverständnis stieß bei Kallasvuo (dessen Gehalt sich im Rekordjahr auf 3,4 Millionen Euro erhöht hatte) allerdings auf taube Ohren. Forderung aus der Politik, Nokia solle die Subventionen zurückzahlen, mit denen die Finnen in den neunziger Jahren unterstützt worden waren, bürstete der Konzernchef beiseite.

Die Selbstherrlichkeit, mit der Kallasvuo im Konflikt um den Standort Bochum auftrat, fügte dem Image Nokias in Deutschland schweren Schaden zu. Eine Fehleinschätzung sondergleichen unterlief ihm zudem, als er das iPhone öffentlich als "Nischenprodukt" bezeichnete.

Während seiner Amtszeit als Nokia-CEO gelang es den Finnen nicht, ein dem iPhone vergleichbares Produkt auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus wurde Kallasvuo von einem finnischen Gericht rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe verurteilt. Im September 2010 wurde Kallasvuo von dem Microsoft-Manager Steven Elop als CEO abgelöst.

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