Anbieter zum Thema
3. John Sculley, Apple
John Sculley war einer der ersten, die Steve Jobs' berühmtes "Reality Distortion Field" kennenlernten. Der 1939 geborene Manager war President beim Softdrink-Hersteller Pepsi, als ihn Jobs mit der berühmten Frage „Willst du den Rest deines Lebens Zuckerwasser verkaufen oder willst du die Chance bekommen, die Welt zu verändern?“ zum Computerkonzern mit dem Apfel-Logo lockte.
Sculley war Apples dritter CEO nach Michael Scott und Mike Markkula. Zehn Jahre lang, von 1983 bis 1993, blieb er im Amt. Der erfahrene Manager hatte bereits seit seiner Jugend ein Faible für Elektronik.
Er war jedoch auch eine Kompromisslösung, da Apples Aufsichtsräte Steve Jobs nicht trauten: Das Temperament des Apple-Mitbegründers war damals schon gefürchtet. Zudem hatte sich der Desktop-Computer Lisa, ein Vorgänger des Macintosh, der unter Jobs' Leitung entwickelt worden war, als finanzielles Desaster entpuppt. Sculley sollte Jobs unter Kontrolle halten.
Nach kurzer Zeit kam es zum Machtkampf zwischen den beiden, bei dem Sculley den Aufsichtsrat auf seiner Seite hatte. Jobs, der bis dahin die Mac-Division leitete, wurde von seinen Aufgaben entbunden und verließ Apple kurz danach, um die Firma NeXT zu gründen.
Unter Sculley erlebte Apple zunächst eine Blütezeit; die Periode zwischen 1989 und 1991 wurde später von einer Computerzeitschrift als „das erste goldene Zeitalter des Macintosh“ bezeichnet.
Ab da agierte er jedoch zunehmend glücklos. So verantwortete er eine Hochpreispolitik, als die Preise für Personal Computer Anfang der neunziger Jahre zu fallen begannen.
Auch in Sachen Produktentwicklung hatte Sculley nicht immer eine glückliche Hand: Der Apple Newton, der erste PDA, war seiner Zeit zwar weit voraus, besaß jedoch keine zuverlässige Handschriftenerkennung und floppte.
Das einstige Marketing-Genie, der bei Pepsi sogar den Erzrivalen Coca-Cola überholte, verzettelte sich außerdem bei der Positionierung der Produkte: Praktisch identische Computer wurden je nach Zielgruppe unter unterschiedlichen Namen vermarktet. Das fraß Ressourcen und war sowohl für Insider als auch für Kunden kaum nachvollziehbar.
Und last but not least ließ er das Apple-Betriebssystem MacOS für die PowerPC-Architektur anstatt für Intel-Prozessorn portieren. Sculley bezeichnete diese Entscheidung im Nachhinein als seinen größten Fehler, denn dadurch war Apple fast ein Jahrzehnt lang auf eine teure Nischenhardware festgelegt.
1993 war Sculley zwar noch als Nachfolger von IBM-Chef John Akers im Gespräch. Bei Apple endete die Ära Sculley jedoch im selben Jahr.
(ID:31627320)