Gescheiterte Manager

Die Pannen-CEOs

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8. John Akers, IBM

John Akers wurde nach seinem Ausscheiden bei IBM als „Relikt aus der Mainframe-Ära“ karikiert. (IBM)
John Akers wurde nach seinem Ausscheiden bei IBM als „Relikt aus der Mainframe-Ära“ karikiert. (IBM)
Die achtziger Jahre waren die Goldgräberzeit der Computerindustrie. Der Boom führte dazu, dass Firmen wie Microsoft, Sun Microsystems, Lotus oder Borland innerhalb kurzer Zeit zu weltweit bekannten Namen wurden.

Ausgerechnet IBM stagnierte in dieser Zeit; Anfang der neunziger Jahre stand Big Blue sogar kurz vor dem Kollaps.

Diese Entwicklung wird hauptsächlich mit John Akers in Verbindung gebracht, der als CEO die Geschicke Big Blues von 1985 bis 1993 leitete. Steve Jobs charakterisierte den 1934 geborenen Manager als „klugen, redegewandten, fantastischen Verkäufer, der aber keine Ahnung von Produkten hatte.“

Akers wird oft der Vorwurf gemacht, er sei ein Relikt aus der Mainframe-Ära gewesen, der die PC-Revolution verpasst hatte. Darüber hinaus habe IBM unter seiner Planlosigkeit und Unentschlossenheit gelitten. Wahrscheinlich macht man es sich mit diesem Urteil zu einfach; immerhin versuchte Akers, den zentralistischen und unbeweglich gewordenen Konzern zu restrukturieren, indem er mehrere autonome Zentren für Produktdesign, Innovation und Fertigung ins Leben rief.

Mit einer bis dahin nicht gekannten Entlassungswelle – fast zehn Prozent der einst 400.000 Mitarbeiter verloren bis 1991 ihren Job – demoralisierte er jedoch die Belegschaft.

Das Ende für Akers kam, als IBM Anfang 1993 den höchsten Jahresverlust seiner Geschichte in Höhe von fünf Milliarden Dollar vermelden musste. Der Aufsichtsrat drängte den ehemaligen Kampfpiloten zum Rücktritt. Nach einem drei Monate langen Interregnum wurde schließlich Louis Gerstner zum Nachfolger bestimmt, der Big Blue von Grund auf umbaute und wieder in die Gewinnzone brachte.

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