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5. + 4. Gerhard Harlos und Alexander Häfele, Infomatec
Infomatec war einer der Börsenlieblinge am Neuen Markt. Nach seinem Gang an den Neuen Markt steigerte das Technologieunternehmen aus Augsburg den Börsenkurs auf einen Höchststand von über 60 Euro.
Die beiden Vorstände Gerhard Harlos und Alexander Häfele benutzten die Firma jedoch primär dazu, um sich an den Aktiengewinnen zu bereichern. Als erste Chefs eines am Neuen Markt notierten Unternehmens wurden sie Ende 2000 wegen Verdachts auf Insiderhandel und Kursbetrug verhaftet.
Die beiden Vorstände manipulierten den Kurs der Infomatec-Aktie durch nachgerade euphorische Unternehmensnachrichten und Prognosen. Unter anderem wurden Großaufträge mitgeteilt, die entweder überhaupt nicht existierten oder ein weitaus geringeres Volumen hatten als angegeben.
Darüber hinaus stand das Duo im Verdacht, zum Zeitpunkt des Börsenganges einen überzogenen Unternehmenswert genannt zu haben: 101,2 Millionen Euro statt realistischen 2,7 Millionen Euro.
Harlos wurde 2003 wegen Insiderhandels zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt, nachdem er die Insider-Geschäfte eingestanden hatte.
Ein Jahr später erhielt sein Kompagnon Häfele eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten wegen Kursbetrugs und Insiderhandels. Der durch die Betrügereien der beiden entstandene Schaden wurde auf 250 Millionen Euro taxiert. Die meisten geprellten Aktionäre blieben auf ihren Schulden sitzen.
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