Hybride eCall-Zertifizierung Notruf-Absicherung nach der 2G/3G-Abschaltung weiter garantieren

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Wird das 2G/3G-Netz abgestellt, steht die Automobilindustrie vor einem Problem, wenn es um die Notruffunktion im Fahrzeug geht. Abhilfe verspreche Zertifizierungen nach EN 18052:2025, damit die Interoperabilität in gemischten Netzwerkumgebungen garantiert bleibt.

Keysight beschleunigt mit der Hybrid-eCall-Zertifizierung den Fortschritt in der Notfallkommunikation für die Automobilindustrie.(Bild:  Keysight)
Keysight beschleunigt mit der Hybrid-eCall-Zertifizierung den Fortschritt in der Notfallkommunikation für die Automobilindustrie.
(Bild: Keysight)

Der weltweite Rückbau der 2G- und 3G-Infrastruktur gefährdet die klassischen eCall-Funktioen in Fahrzeugen.Fallen 2G und 3G weg, dann müsse die Automobilhersteller sicherstellen, dass Notrufsysteme zuverlässig über paketvermittelte 4G- und 5G-Netze kommunizieren können.

Hybrides eCall wird wichtig

Allerdings verläuft die Netzmodernisierung regional sehr unterschiedlich. Deshalb gewinnt der sogenannte Hybrid-eCall jetzt an Bedeutung. Über einen dynamischen Wechsel zwischen den bisherigen und modernen Netzen wird der eCall abgesichert, je nach Verfügbarkeit.

Die Messtechnik muss in der Lage sein, das nahtlose Fallback-Verhalten und die Datenintegrität in heterogenen Umgebungen zu validieren. Dabei spielt die Konformität nach der neuen Norm EN 18052:2025 eine wichtige Rolle. Keysight Technologies hat nun als einer der ersten messtechnischen Anbieter eine entsprechende Zertifizierung durch die DEKRA erhalten.

Für Messtechniker und Testingenieure sind vor allem vier Szenarien entscheidend, die durch zertifizierte End-to-End-Testlösungen abgedeckt werden müssen:

  • Verbindungsaufbau: Validierung der Latenzzeiten und der Stabilität beim Aufbau des Notrufs in wechselnden Netzkonfigurationen.
  • MSD-Übertragung: Sicherstellung, dass der „Minimum Set of Data“ (Fahrzeugposition, Telemetrie) auch bei Netzübergängen verlustfrei und präzise an die Rettungsleitstellen (PSAPs) übertragen wird.
  • Sprachqualität: Messung der Sprachverständlichkeit (Voice Quality) unter realistischen Lastbedingungen im IP-basierten Netzwerk.
  • Netzwerk-Fallback: Überprüfung des Failover-Mechanismus, wenn das System von NG-eCall auf ältere Mobilfunkstandards zurückgreifen muss.

Herstellerübergreifende Interoperabilität

„Die Automobilindustrie benötigt bewährte Testmethoden, um Engpässe bei der Konformitätsprüfung und Verzögerungen bei der Markteinführung zu vermeiden“, erklärt Thomas Götzl von Keysight.

Die Zertifizierung der Testlösungen nach EN 18052:2025, aufbauend auf der EN 17240, soll sicherstellen, dass die Integration im gesamten Ökosystem aus IVS, Mobilfunknetz und Notrufzentrale reibungslos funktioniert.

Um die herstellerübergreifende Interoperabilität weiter zu forcieren, werden diese Technologien auch auf den kommenden ETSI NG-eCall Plugtests im Jahr 2026 unter Einsatz von kommerziellen Infrastrukturen auf den Prüfstand gestellt. Für Entwickler bedeutet das eine höhere Rechtssicherheit und eine Beschleunigung der Zertifizierungsprozesse für vernetzte Fahrzeuge. (heh)

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