Software Engineering steht mitten im Umbruch: Neue Verordnungen, neue Sprachen und der Einsatz agentischer und generativer KI sollen Software sicherer machen - und sorgen bei Entwicklern oft für Verunsicherung. Wie Sie auf dem Laufenden bleiben und auch für künftige Herausforderungen bestens gewappnet sind, erfahren Sie in den über 100 Vorträgen und Seminaren des ESE Kongress 2026. Das Programm ist nun auf www-ese-kongress.de online.
Immer im Überblick: Das volle Programm des ESE Kongress 2026 mit über 100 Beiträgen - Keynotes, Vorträge und Seminare - ist nun auf www.ese-kongress.de online.
(Bild: Elisabeth Wiesner)
Künstliche Intelligenz ist im Software Engineering schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Coding Agents und Sprachmodelle haben die Softwareentwicklung nachhaltig verändert. Doch das beschleunigt nicht nur den Entwicklungsprozess, sondern bringt auch neue Herausforderungen an Safety, Security, Prozesse und Regulierung mit sich.
Der ESE Kongress 2026, der vom 30. November bis 4. Dezember im zum inzwischen 19. Mal im Congress Center Sindelfingen stattfindet, greift diese Entwicklungen ebenso auf wie aktuelle Trends rund um Rust, Zephyr, Cybersecurity und moderne Embedded-Architekturen. Mit über 100 Fachvorträgen, Keynotes und Kompaktseminaren bietet der Kongress fünf Tage lang Gelegenheit, neue Technologien kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und konkrete Impulse für die eigene Entwicklungspraxis mitzunehmen. Das vollständige Programm ist nun online, doch einige Highlights möchten wir an dieser Stelle schon einmal hervorheben.
Keynotes: Sichere KI, historische Parallelen, und digitale Souveränität
Zwischen 1000 und 1200 fachlich versierte Software-Ingenieure halten sich alljährlich auf dem ESE Kongress über Software-Trends auf dem Laufenden.
(Bild: Elisabeth Wiesner)
Den Auftakt der drei Keynotes macht am Dienstag Prof. Dr. Mario Trapp, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Kognitive Systeme IKS und Professor an der TU München. In „Reimagining Safety Engineering for AI in Cognitive Systems – From Functional Safety to Safe Intelligence“ geht er der Frage nach, wie sich bewährte Methoden der funktionalen Sicherheit weiterentwickeln müssen, wenn Systeme lernen, sich anpassen und zunehmend autonom handeln. Im Mittelpunkt stehen neue Ansätze für AI Assurance, resiliente Systemarchitekturen und „Safe Intelligence“ – also intelligente Systeme, deren Verhalten auch unter Unsicherheit sicher, vertrauenswürdig und beherrschbar bleibt.
Einen ungewöhnlichen Blick auf Large Language Models wirft am Mittwoch Dr. Maximilian Walter, Principal Key Expert für Functional Safety bei Siemens und 2024 als „Inventor of the Year“ ausgezeichnet. Seine Keynote „Sprachmodelle und Athanasius Kircher – Genie oder Scharlatan?“ schlägt den Bogen zum Universalgelehrten Athanasius Kircher aus dem 17. Jahrhundert: beeindruckend in Wissensbreite und Ausdruck, zugleich aber Urheber zahlreicher Irrtümer und frei erfundener Behauptungen. Walter zeigt anhand dieser Parallelen, warum auch leistungsfähige Sprachmodelle überzeugend falsche Ergebnisse liefern können und welche Konsequenzen das insbesondere für ihren Einsatz in Softwareentwicklung und sicherheitsrelevanten Embedded-Systemen hat. Dabei geht es nicht nur um Risiken, sondern auch um mögliche Lösungsstrategien für den heutigen Umgang mit KI.
Am Donnerstag richtet Ronnit Wilmersdörffer den Blick auf die nächste Evolutionsstufe künstlicher Intelligenz. Die Keynote „Future-Proofing European Industry – How Agentic AI Challenges Cybersecurity and Sovereignty“ thematisiert autonome KI-Agenten, die Werkzeuge verwenden, langfristig planen und selbstständig Entscheidungen treffen können. Welche neuen Angriffsflächen und Abhängigkeiten entstehen dadurch? Wie lässt sich ein Kontrollverlust verhindern? Und welche Rolle spielen europäische Regulierung und digitale Souveränität? Wilmersdörffer verbindet dabei technologische, geopolitische und wirtschaftliche Perspektiven mit Erfahrungen aus ihrer Tätigkeit im Compliance-Umfeld der KI-Industrie.
Rust, Rechtliches zu CRA und KI-Einsatz, und das Software Engineering der Zukunft
Auch abseits der Keynotes setzt das Programm zahlreiche Schwerpunkte. Die weiter im Trend stehende Programmiersprache Rust erhält am Dienstag erneut eine eigene Vortragsreihe. Till Adam (KDAB) geht in „Sicherer, schneller, günstiger? Was Rust in Embedded-Projekten wirklich liefert“ der Frage nach, wie sich der technische Anspruch der Sprache mit der wirtschaftlichen Realität von Embedded-Projekten verträgt. Leonhard Wiedmann zeigt in „Rust meets TinyML“, wie sich KI auf kleinen Embedded-Systemen mit Rust umsetzen lässt.
Parallel beschäftigen sich die Safety-Tracks unter anderem mit der „Softwareentwicklung in der Verteidigungsindustrie“ von Bernd Amend und Fabian Berndt (Hensoldt). Mit dem Sondertrack „Megatrend Mobilität“ und dem abschließenden „Expert Panel – Future of Mobility 2035“ reicht der Blick zudem weit über klassische Softwarethemen hinaus.
Stand: 08.12.2025
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Am Mittwoch steht unter anderem das Open-Source-RTOS Zephyr im Fokus. Die eigene Vortragsreihe reicht von Migration und Produktlinien bis zu IoT-Anwendungen; Christian Kurtz von Nordic Semiconductor erläutert in „Warum Zephyr?“, was hinter dem Echtzeitbetriebssystem und seiner wachsenden Bedeutung für moderne IoT-Produkte steckt. Gleichzeitig widmen sich mehrere Sessions der Security von morgen – etwa Post-Quantum-TLS, Post-Quantum-Cryptography und Quantum Key Distribution.
Der Sondertrack „Engineering Tomorrow“ wiederum untersucht, wie KI das Software und Systems Engineering verändert. Daniel Penning berichtet in „Ein KI-Betriebssystem für embeff?“ aus sechs Monaten Transformation und zeigt, wie ein kleines Embedded-Team parallel zu hohem Projektdruck versucht, eine KI-gestützte Arbeitsweise aufzubauen.
Der Donnerstag rückt verstärkt Compliance, Recht und den Cyber Resilience Act in den Mittelpunkt. Die Beiträge behandeln unter anderem FOSS-Lizenzen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für Generative KI in der Softwareentwicklung. Eine eigene CRA-Reihe greift praktische Fragen zur Umsetzung auf, von SBOMs und den Auswirkungen der EN-40000-Standardisierung bis zum Zusammenspiel von Cybersecurity und Safety. In „CRA und IEC 62443 für sicherere Safety-kritische OT-Systeme“ steht schließlich die Frage im Zentrum, wie sich regulatorische Vorgaben und etablierte Security-Standards für besonders kritische Anwendungen zusammenführen lassen.
Seminar-Premiere: Handfeste Erfahrung im Rust-Hackathon
Anschaulich und praxisnah: In den Seminaren am 30. November und 4. Dezember 2026 gewinnen Softwareingenieure fundiertes und handfestes Wissen für ihren Entwickler-Alltag. 2026 erstmals dabei: Ein praktischer, sechsstündiger Embedded-Rust-Hackathon.
(Bild: Nicolas Det)
Praxisnähe bieten erneut die Kompaktseminare am Montag und Freitag. Zum Auftakt stehen beispielsweise agentische KI in der Softwareentwicklung, ein Linux-Treiber-Workshop, Security und CRA sowie der Umstieg von C und C++ auf Rust auf dem Programm; am Freitag folgen unter anderem weitere Rust-, CRA-, C++- und Modellierungsseminare.
Eine Premiere feiert 2026 der rund sechsstündige ESE-Hackathon „Sensorapplikationen mit Embedded-Rust entwickeln“: Die Teilnehmenden können selbst Hand anlegen und ihre Lösungen miteinander messen. Die beste oder gewiefteste Umsetzung wird am Dienstagabend auf der traditionellen ESE-Abendparty ausgezeichnet.
Innovate Your Software – for a Smarter Future
Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche
Das Programm des ESE Kongress umfasst 96 Vorträge, 21 Seminare und 3 Keynotes. Seien Sie dabei, wenn sich die Embedded-Software-Community trifft, und nutzen Sie Diskussionen und Expertengespräche für einen ergiebigen Wissenstransfer und erfolgreiches Networken. Während der vier Kongresstage erwartet Sie zudem eine große Fachausstellung mit den führenden Firmen der Branche. Erfahren Sie alles über die neuesten Trends, Herausforderungen und Lösungen im Embedded Software Engineering, von KI, Safety und Security bis hin zu Management und Innovation.
Nicht nur Experten können auf dem ESE Kongress ihr Fachwissen an den Tag legen: Der Ausstellungsbereich ist die ideale Plattform, um Lösungen zu demonstrieren und direkt mit einem versierten Fachpublikum in Kontakt und Austausch zu treten.
(Bild: Nicolas Det)
Bereits vor dem Präsenzkongress gibt es außerdem wieder die kostenfreie ESE Online-Preconference am 27. November. Die Vortragsreihen unter dem Motto „Tipps, Tricks und Lösungen“ haben sich inzwischen als fester Bestandteil der Veranstaltung etabliert; 2025 nahmen daran 435 Personen teil. Der ESE Kongress versteht sich damit auch 2026 als Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch der Embedded-Software-Community, sowohl vor Ort als auch digital. Fachleute aus Entwicklung, Management und Forschung können sich untereinander und mit Experten austauschen, konkrete Lösungen diskutieren und handfestes Praxiswissen für eigene Projekte mitnehmen.
Auch für Aussteller und Sponsoren bietet der ESE Kongress einen eigenen zentralen Anlaufpunkt: Die begleitende Ausstellung findet von Dienstag bis Donnerstag statt und bringt Anbieter von Werkzeugen, Plattformen, Entwicklungsdiensten und anderen Lösungen unmittelbar mit einem professionellen Fachpublikum zusammen. 2025 kamen knapp 1000 Teilnehmende, allesamt Professionals im Bereich des Software Engineering, zum deutschen Leitkongress Kongress. Damit bietet der Kongress Unternehmen und Experten gleichermaßen sowohl vor Ort als auch digital Möglichkeiten, Fachkompetenz zu demonstrieren, Lösungen im direkten Austausch vorzustellen und neue Branchenkontakte zu knüpfen.
Das vollständige Programm ist auf www.ese-kongress.de online abrufbar – inklusive Sessions, Referenten, Uhrzeiten und Seminarplätzen. Ob Sie nun Grundlagen erwerben, Fachwissen austauschen und vertiefen, die Trends von Morgen heute schon kennenlernen oder nur Kontakte schmieden und Netzwerken möchten – für all dies und mehr bietet der ESE Kongress wie gewohnt die ideale Plattform.(sg)