Batterietechnik Lyten will insolventen Batteriehersteller Morrow Batteries übernehmen

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Im Mai 2026 mussten der norwegische Batteriezellhersteller Morrow Batteries sowie die Schwesterunternehmen Morrow Technologies und Morrow Industrialization Center Insolvenz anmelden. Nun haben deren Insolvenzverwaltungen mit Lyten eine Absichtserklärung über den Verkauf von Morrow geschlossen.

Seit Morrows Insolvenzankündigung im Mai ist unklar, was mit der Anlage für LFP-Zellen in Arendal passieren soll. Nun könnte Rettung nahen. (Bild:  Morrow)
Seit Morrows Insolvenzankündigung im Mai ist unklar, was mit der Anlage für LFP-Zellen in Arendal passieren soll. Nun könnte Rettung nahen.
(Bild: Morrow)

Erst im Januar 2026 konnte Morrow verkünden, dass der norwegische Batteriehersteller in die letzte Phase vor der Serienproduktion eingetreten war. Die Produktionslinien liefen bereits, und die Auslieferung an gewerbliche Kunden hatte begonnen. Ein wichtiger Meilenstein für einen unabhängiger Zellhersteller in Europa, der trotz allem deutlich die Herausforderungen sah: Weltweite Überkapazitäten, Preisdruck durch kostengünstige Importe, steigende Kapitalkosten sowie wachsende Unsicherheiten in Bezug auf Lieferketten und Industriepolitik. Man lief nicht blinden Auges in die Insolvenz, sondern war sich sicher, dass man die richtigen Technologien am Start und wichtige industrielle Kompetenzen aufgebaut hatte. Das Unternehmen hatte einen langfristigen Rahmenliefervertrag mit dem finnischen Unternehmen Proventia Oy abgeschlossen und konnte darüber hinaus seinen ersten kommerziellen Vertrag im Verteidigungssektor unterzeichnen, der Lieferungen an ein deutsches Unternehmen vorsah. Doch das war nicht genug: gestiegene Kapitalkosten erschwerten die Lage und die erhofften langfristigen Investitionen und strategische Kooperationen blieben aus. So musste der Vorstand im Mai verkünden, dass er beschlossen hatte, einen Insolvenzantrag zu stellen. Das galt nicht nur für Morrow Batteries, sondern auch Morrow Technologies und Morrow Industrialization Center.

Lyten will Werte erhalten

Nun stehen die Zeichen für eine mögliche Rettung nicht schlecht. Denn die Insolvenzverwaltungen von Morrow Batteries, Morrow Technologies und Morrow Industrialization Center haben mit Lyten und Innovation Norway eine Absichtserklärung über den geplanten Verkauf des Geschäftsbetriebs von Morrow als „fortgeführtes Unternehmen“ unterzeichnet. Das 2015 gegründete US-amerikanische Unternehmen plant auch die Übernahme des insolventen Northvolt-Standorts bei Heide in Schleswig-Holstein für rund 60 Millionen Euro.

Die Absichtserklärung wurde am 21. August 2026 zwischen den Insolvenzverwaltungen – vertreten durch den für Morrow gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Christian Bohne –, Innovation Norway als gesicherter Gläubiger und Lyten als Käufer-Sponsor geschlossen. Die geplante Transaktion ist als Verkauf der Vermögenswerte des Unternehmens als laufendes Geschäft strukturiert. Nach einem Verfahren, in dessen Rahmen interessierte Parteien aufgefordert wurden, zu gleichen Bedingungen zu konkurrieren, haben die Insolvenzverwaltungen und Innovation Norway mit mehreren Bietern verhandelt und beschlossen. Dabei entschied man sich, mit Lyten als bevorzugtem Bieter fortzufahren, vorbehaltlich der Absichtserklärung und der endgültigen Transaktionsunterlagen.

„Die Insolvenzmasse und Innovation Norway haben einen strukturierten Verkaufsprozess durchgeführt und mit mehreren Interessenten verhandelt. Auf der Grundlage dieses Prozesses haben sie beschlossen, Lyten als bevorzugten Bieter zu wählen, mit dem Ziel, Werte zu erhalten und eine Lösung zur Fortführung des Unternehmens zu verfolgen“, erklärte Rechtsanwalt Christian Bohne, Insolvenzverwalter der Insolvenzmasse. Er stellte vor allem die Leistung der Mitarbeiter in den Vordergrund: „Die Mitarbeiter sind von der Insolvenz schwer getroffen worden. Unter schwierigen Umständen haben sie einen wichtigen und hochgeschätzten Beitrag dazu geleistet, die Batterieproduktion in der Region Arendal aufrechtzuerhalten. Ihr Engagement war entscheidend dafür, dass wir diese Vereinbarung abschließen konnten.“ Kurzfristig soll dieser Prozess rund 70 Arbeitsplätze bis in den Herbst hinein sicherstellen. Langfristig erhofft man sich, mehrere hundert Arbeitsplätze bei Morrow sowie Aufträge für lokale Material- und Dienstleistungslieferanten zu sichern.

Europa als strategischer Standort für Batterieproduktion

Lyten sieht in dem Kaut eine strategische Investition, wie Dan Cook, CEO und Mitbegründer von Lyten unterstrich: „Europa ist in eine Phase nachhaltiger Infrastrukturinvestitionen eingetreten, und Batterien sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil dieser kritischen Infrastruktur. Lyten hat sich zum Ziel gesetzt, eine finanziell starke und skalierbare Produktionsbasis für Batterien und Energiespeicher in Europa aufzubauen, wobei Technologien, Lieferketten und Produktionsstandorte aus den USA und Europa zum Einsatz kommen. Das Morrow-Team hat ein Unternehmen aufgebaut, das mit dieser Strategie im Einklang steht, sodass die Vermögenswerte strategisch hervorragend zu Lyten in Europa passen.

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Die Amerikaner prüfen derzeit den Standort als potenziellen Lyten Industrial Hub, der die Batterieproduktion, vor- und nachgelagerte Aktivitäten in der Wertschöpfungskette der Energiespeicherung sowie industrielle Aktivitäten zur Unterstützung anderer kritischer Branchen – darunter Mobilität und Verteidigung sowie KI-Rechenzentren – vereinen soll. „Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Strategie einen über mehrere Jahrzehnte hinweg tragfähigen Vermögenswert schafft, der hochwertige Kapitalinvestitionen anziehen und nachhaltige, hochqualifizierte Arbeitsplätze für die Region schaffen kann. Im Rahmen unserer Bewertung gemäß der Absichtserklärung stehen wir im Dialog mit einer Vielzahl von Interessengruppen“, so Cook.

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