gesponsertVerbindungen für das elektrische Zeitalter Seit mehr als 100 Jahren Wegbereiter in die Elektrifizierung

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Die Leitungen sind andere geworden, die Aufgabe ist geblieben: Es gilt, Verbindungen zu schaffen, die Fortschritt ermöglichen. Die Geschichte von Phoenix Contact erzählt gleichzeitig die Geschichte eines elektrischen Jahrhunderts.

Von der Elektrifizierung der Straßenbahn 1923 zur All Electric Society: Energie, Industrie, Mobilität und Infrastruktur wachsen heute zu einem gemeinsamen elektrischen Ökosystem zusammen.(Bild:  Phoenix Contact)
Von der Elektrifizierung der Straßenbahn 1923 zur All Electric Society: Energie, Industrie, Mobilität und Infrastruktur wachsen heute zu einem gemeinsamen elektrischen Ökosystem zusammen.
(Bild: Phoenix Contact)

Deutschland in den jungen Jahren der Weimarer Republik, eine Zeit der politischen Krisen aber auch des Aufbruchs. Viele Menschen erleben zum ersten Mal elektrisches Licht in ihren Wohnungen und Häusern. Regionale Stromnetze wachsen zusammen.

Besonders im Ruhrgebiet, dem Fortschrittsmotor Deutschlands, hält die Elektrifizierung Einzug ins alltägliche Leben. Die elektrische Straßenbahn bringt Arbeiterinnen und Arbeiter in die Zechen, Stahlwerke und Fabriken. Sie wird zum Verkehrsmittel einer industriellen Epoche. Über den Straßen spannt sich ein Netz aus Fahrdrähten, die zuverlässig gehalten, isoliert und kontaktiert werden müssen.

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Genau hier beginnt 1923 die Geschichte von Phoenix Contact. Der Kaufmann Hugo Knümann gründet in Essen die „Phönix Elektro- und Industrie-Bedarfsgesellschaft“. Sein Unternehmen handelt mit elektrotechnischen und industriellen Produkten. Zu den ersten Anwendungen gehören Fahrdrahtklemmen für elektrische Straßenbahnen.

1928 trifft Hugo Knümann den RWE-Ingenieur Heinz Müller. Dieser berichtet von 10-poligen Keramikblöcken, die durch ihren Blockcharakter sehr unflexibel seien. Knümann hat den zündenden Einfall, die Blöcke zu trennen und in Reihe auf einer Tragschiene einzeln anzuordnen. Die Reihenklemme war geboren. Die sogenannte RWE-Phönix-Klemme macht elektrische Verbindungen von nun an übersichtlicher, wartungsfreundlicher und flexibler. Aus einem Produkt für Energieversorger wird ein Prinzip, das den Schaltschrankbau über Jahrzehnte prägen wird.

Dieses Muster zieht sich durch die Unternehmensgeschichte: Immer wieder geht es darum, die Elektrifizierung der Welt einfacher, sicherer und leistungsfähiger zu machen. Der Zweite Weltkrieg unterbricht diese Entwicklung dramatisch. Essen wird als eines der deutschen Rüstungszentren im Bombenhagel schon früh getroffen.

1943 entscheidet sich Knümann daher, den Firmensitz aufs Land zu verlagern, ins beschauliche Blomberg in Ostwestfalen-Lippe. Im Bürgerheim der Stadt, einer ehemaligen Gaststätte, entstehen zunächst provisorische Arbeitsplätze. Nach dem Krieg lernt Hugo Knümann den Starkstromingenieur und Erfinder Josef Eisert kennen. 1949 tritt dieser in die Firma ein – und mit ihm beginnt eine neue Epoche. Eisert macht aus der einstigen Handelsgesellschaft einen Hersteller mit eigener Entwicklung und Fertigung.

Vom Stromnetz zur Leiterplatte

Nach dem Zweiten Weltkrieg wächst die Bedeutung elektrischer Energie weiter rasant. Josef Eisert, der 1953 die Verantwortung für das Unternehmen übernimmt, denkt nicht nur in Produkten, sondern in Technologien. Er baut Fertigung, Entwicklung und Werkzeugbau aus und legt damit den Grundstein für die hohe Wertschöpfungstiefe, die das Unternehmen bis heute prägt.

In den 1960er-Jahren tritt die nächste Generation ins Unternehmen ein: 1961 der älteste Sohn Klaus Eisert, ihm folgen 1962 seine Brüder Jörg und Gerd Eisert. Im folgenden Jahrzehnt verschiebt sich der Schwerpunkt der Elektrifizierung, die Elektronik zieht in Geräte, Steuerungen und Maschinen ein. Leiterplatten ersetzen zunehmend klassische Verdrahtungen. Geräte werden kompakter, Funktionen dichter integriert. Auch hier braucht die neue Technik neue Anschlüsse. Um auch auf Leiterplatten zuverlässige Kontakte sicherzustellen, entwickelt Phoenix Contact 1967 die ersten Ein-Pin-Klemmen, die auf die Platine gelötet werden können.

Das ist der Startschuss für das Leiterplattenklemmen-Portfolio von Phoenix Contact – und damit für innovative Lösungen speziell für Gerätehersteller. Auf der electronica 1974 stellt das Unternehmen erstmals die MKDS-Miniklemme für gedruckte Schaltungen vor. Sie wird zum Vorbild für den Schraubanschluss auf Leiterplatten und mit ihr beginnt die Ära des grünen Elektronikprogramms. Neben Leiterplattenklemme, Leiterplatten-Steckverbinder, Relais und Wandlern finden viele andere elektronische Produkte ihren Weg in den Katalog. Im Jahr 1983 folgen Produkte für den Überspannungsschutz.

1987 wird auf der Hannover Messe das Feldbussystem Interbus vorgestellt. Das Netzwerk zur seriellen Datenübertragung bietet eine systemübergreifende Offenheit vom Sensor bis zur Steuerung und wird für die Automatisierung von Produktionsanlagen eingesetzt.

Die Anforderungen steigen nun kontinuierlich. Phoenix Contact antwortet mit immer neuen Anschlusslösungen. Was heute selbstverständlich wirkt, verändert damals ganze Produktionsprozesse. Geräte lassen sich schneller fertigen, einfacher installieren und leichter warten.

Die Verbindung wird intelligent

In den 1990er-Jahren halten Rechner verstärkt Einzug in die Produktionshallen. Netzwerke verbinden Anlagen miteinander, Daten werden zum neuen Rohstoff der Industrie.

Phoenix Contact erweitert sein Portfolio konsequent. Rundsteckverbinder unterstützen die dezentrale Automatisierung. Elektronikgehäuse schaffen Raum für immer leistungsfähigere Steuerungen. Datensteckverbinder und industrielle Kommunikationslösungen unterstützen den Aufbau vernetzter Produktionsumgebungen. Die klassische Klemme wird Teil eines immer größeren Ökosystems. Dabei bleibt ein Gedanke unverändert: Die beste Technologie ist nur dann erfolgreich, wenn sie die Arbeit des Anwenders einfacher macht.

Verbindungstechnik trifft Energiewende

Mit Beginn des neuen Jahrtausends öffnet sich ein weiteres Kapitel. Photovoltaik, Windenergie und Elektromobilität verändern die Energieversorgung grundlegend. Strom entsteht zunehmend dezentral. Ohne leistungsfähige Verbindungstechnik wäre dieser Wandel kaum möglich und Phoenix Contact entwickelt neue Lösungen.

Mit Sunclix entstehen feldkonfektionierbare Steckverbinder für die Photovoltaik, die die Installation von Solaranlagen vereinfachen. Noch sichtbarer wird der Beitrag des Unternehmens in der Elektromobilität: Gemeinsam mit führenden Automobilherstellern entwickelt das Blomberger Unternehmen das Combined Charging System (CCS). Heute bildet der Standard eine zentrale Grundlage der Schnellladeinfrastruktur und ermöglicht Millionen von Ladevorgängen weltweit.

Verbindungstechnik ist längst kein unsichtbares Detail mehr. Sie ermöglicht ganze Zukunftsmärkte. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Planung, Installation und Betrieb technischer Systeme. Schaltschränke werden komplexer, die Zahl elektrischer Verbindungen wächst und viele Branchen kämpfen mit einem zunehmenden Fachkräftemangel. Die Frage lautet daher nicht nur, wie leistungsfähig eine Verbindung ist, sondern auch, wie schnell und einfach sie sich herstellen lässt.

Schneller Anschluss neu gedacht

Mit Push-X entwickelt Phoenix Contact die Direktstecktechnik konsequent weiter. Herzstück der Technologie ist eine vorgespannte Kontaktfeder. Anders als bei bisherigen Anschlusstechniken befindet sich die Klemmstelle bereits im geöffneten Zustand. Dadurch lassen sich starre und flexible Leiter werkzeuglos anschließen. Damit reduziert Push-X den Montageaufwand und Verdrahtungszeiten und sorgt gleichzeitig für reproduzierbare Anschlussqualität. Die Technologie eignet sich zudem für manuelle ebenso wie für automatisierte Verdrahtungsprozesse.

Auch Push-X steht damit exemplarisch dafür, dass Elektrifizierung dann besonders erfolgreich gelingt, wenn Technologie komplexe Aufgaben einfacher macht.

Wenn Maschinen miteinander sprechen

Parallel dazu verändert sich die industrielle Kommunikation grundlegend: Maschinen erzeugen kontinuierlich Informationen über ihren Zustand. Sensoren liefern Daten in Echtzeit. Digitale Zwillinge bilden Produktionsanlagen virtuell ab. Künstliche Intelligenz benötigt große Mengen hochwertiger Daten, um Optimierungspotenziale zu erkennen. Damit diese Daten überhaupt zur Verfügung stehen, müssen sie zuverlässig von der Feldebene bis in Cloud- und Leitsysteme gelangen.

Single Pair Ethernet, kurz SPE, gilt als eine Schlüsseltechnologie dieser Entwicklung. Anders als klassische Ethernet-Lösungen benötigt SPE lediglich ein Adernpaar und kann gleichzeitig Daten und Energie übertragen. Sensoren, Aktoren und Endgeräte lassen sich damit direkt in Ethernet-Netzwerke integrieren.

Phoenix Contact begleitet diese Entwicklung mit Lösungen für durchgängige Ethernet-Kommunikation bis in die Feldebene. Produkte der PLCnext Technology ermöglichen die Verbindung klassischer Automatisierung mit cloudbasierten Anwendungen und datengetriebenen Geschäftsmodellen. Die Folgen reichen weit über die Kommunikationstechnik hinaus. Die Automatisierung wird transparenter, flexibler und effizienter.

Steckverbinder, Geräteanschlüsse und Schnittstellen werden zu Trägern digitaler Wertschöpfung. Sie bilden die physische Grundlage für industrielle KI-Anwendungen, Zustandsüberwachung, Predictive Maintenance und datengetriebene Produktionsprozesse.

Elektrifizierung in neuer Dimension

Und die Entwicklung geht noch einen Schritt weiter. Energiewelt und Industriewelt wachsen zusammen. Aus einem zentralen Versorgungssystem wird ein vernetztes Geflecht aus Photovoltaikanlagen, Windparks, Batteriespeichern, Ladeinfrastruktur, Rechenzentren und industriellen Versorgungsnetzen. Gleichstrom gewinnt an Bedeutung, und Energie fließt zunehmend in mehrere Richtungen: Gebäude werden zu Erzeugern, Fahrzeuge zu Speichern und Industrieanlagen reagieren flexibel auf das verfügbare Energieangebot.

Für diese Entwicklung hat Phoenix Contact das Zielbild der All Electric Society formuliert. Erneuerbar erzeugte elektrische Energie fließt intelligent zwischen den Sektoren Energie, Industrie, Mobilität und Infrastruktur.

Dafür braucht es das Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien. Stromversorgungen und Energiemanagementlösungen sichern die Verfügbarkeit und Verteilung elektrischer Energie. Offene Automatisierungsplattformen wie PLCnext Technology vernetzen Anlagen, Software und Datenwelten. Kommunikations- und Verbindungstechnik schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Energie, Signale und Daten durchgängig vom Feldgerät bis in die Cloud fließen können.

Mehr als 100 Jahre nach der Gründung in Essen geht es dabei noch immer um dasselbe Prinzip wie 1923: Verbindungen schaffen, die Fortschritt ermöglichen. Sie bilden heute die Grundlage für vernetzte Fabriken, intelligente Energienetze und die All Electric Society.(kr)

* Iris Schaper ist Fachredakteurin Corporate Communications & Brand Management bei Phoenix Contact in Blomberg.

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