Die Sorge vor Knappheit bei seltenen Erden treibt Nationen weltweit zur Suche nach alternativen Ressourcenquellen an. Japan hat eine Mission gestartet, in deren Rahmen Seltenerdschlamm am entlegenen Atoll Minamitorishima besonders erfolgsversprechend erscheint.
Das Tiefseeforschungsschiff Chikyu.
(Bild: Jamstec)
Seltene Erden sind essenzielle Materialien für die Herstellung von Hochleistungsmagneten, die vor allem in der Elektromobilität, Windkraft und Robotik zum Einsatz kommen. Daneben finden Elemente wie Yttrium, Europium oder Lanthan Verwendung in Displays, Leuchtmitteln und Katalysatoren. Metalle aus der Gruppe der seltene Erden sind zwar gar nicht so selten, wie der Name vermuten lässt, allerdings handelt es sich um Materialien, die nicht hergestellt, sondern ausschließlich aus mineralischen Lagerstätten gewonnen werden können. Wer die Ressourcen für seine Anwendungen nutzen will, ist entsprechend von Ländern mit entsprechenden Vorkommen abhängig.
Rund 90 Prozent der globalen Verarbeitungskapazitäten für seltene Erden werden von der Volksrepublik China beherrscht. Wenn die chinesische Regierung, etwa als Druckmittel im Chipkrieg mit den USA, die Exporte der Seltenerdwaren beschränkt oder komplett einstellt, dann wird es recht schwierig, eine Ersatzquelle zu finden.
Viele Länder beabsichtigen, sich nicht weiter von den Vorkommen Chinas abhängig zu machen, und suchen deswegen nach alternativen Quellen. Entsprechend groß war die Begeisterung, als in der Mine im nordschwedischen Kiruna Seltenerdmetalle gefunden worden sind. Oft wird dabei übersehen, dass es aufgrund von Genehmigungen und anderen Umständen noch eine bis zwei Dekaden dauern kann, bis in der Bergbaustadt erstmals Seltenerdmetalle gewonnen werden.
Maßnahmen anderer Länder oder Unternehmen gewinnen ebenfalls an Bedeutung, etwa die Seltenerdoxidherstellung von Lynas Rare Earths in Australien. In Japan beabsichtigt man, vielversprechende Schlämme vom Meeresgrund aus dem entlegenen Atoll Minamitorishima, Japans östlichstem Punkt, zu untersuchen.
Eine der 14 Missionen der Initiative „Programms zur Förderung strategischer Innovationen“ (SIP, sinngemäß aus dem Japanischen übersetzt) namens SIP Ocean ist am 11. Januar 2026 gestartet und bis zum 14. Februar geplant. Der Kurs wurde auf Minamitorishima gesetzt, denn dort enthält der Meeresboden Seltenerdschlamm mit besonders hohen Konzentrationen an Seltenerdelementen. Im genannten Zeitraum gibt es demnach einen Verbindungstest für ein Abbausystem. Die Durchführung eines solchen Tests, so das SIP, in einer Meeresbodentiefe von etwa 6.000 Metern sei eine Weltpremiere.
„Diese Bemühungen zielen darauf ab, eine Lieferkette aufzubauen, die aus Sicht der wirtschaftlichen Sicherheit Japans zu einer stabilen Versorgung mit Seltenen Erden beiträgt, die für fortschrittliche Technologien unverzichtbare Mineralien sind“, erklärt Jamstec, Japans Agentur für Meeres- und Geowissenschaften..
Abbau mit Blick auf die Meeresumwelt
Bei dem im Rahmen von SIP Ocean entwickelten Abbauverfahren handelt es sich um ein geschlossenes Kreislaufsystem für den Abbau von Seltenerdschlamm. Es integriert proprietäre Technologie in das „Schlammwasser-Kreislaufverfahren“, das ebenfalls bei der Offshore-Öl- und Erdgasförderung eingesetzt wird. Es ermöglicht die Auflösung von Schlamm, die Sammlung von Schlamm unter dem Meeresboden und den Transport von Schlamm vom Meeresboden zum Schiff. Da es als geschlossenes System arbeitet, verhindert es das Austreten und die Ausbreitung von Schwebstoffen, die beim Abbau entstehen. Um die Auswirkungen des Abbaus auf die Meeresumwelt zu untersuchen, wird außerdem eine gleichzeitige Überwachung auf dem Meeresboden und an Bord des Schiffes unter Verwendung der von SIP Ocean herausgegebenen internationalen Norm ISO durchgeführt.
Dieser Versuch ist der erste Schritt in Richtung der für Februar 2027 geplanten großangelegten Bergbauversuche der Unternehmung, die auf den gesammelten technologischen Entwicklungen und operativen Fachkenntnissen aufbauen. „Die Ergebnisse dieses Versuchs werden weltweit Aufmerksamkeit erregen und einen bedeutenden Schritt zur Etablierung der japanischen Lieferkette für seltene Erden darstellen“, zeigt sich das Konsortium optimistisch. (sb)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.