Tesla nimmt seine selbstfahrende Zukunft in die eigenen Hände: Auf einer Konferenz hat Tesla-CEO Elon Musk verraten, dass das Unternehmen eigene KI-Chips für autonome Fahrzeuge entwickelt. Eine ehemaliger AMD-Mitarbeiter ist an der Forschung beteiligt.
Fortschritt für den Autopilot? Am Rande einer Konferenz der Neural Information Processing Systems Foundation (NIPS) soll Tesla-CEO Elon Musk bestätigt haben, dass das Elektrofahrzeug-Unternehmen an einer eigenen KI-Hardware arbeitet.
Der Unternehmer Elon Musk hat im Rahmen der NIPS-Konferenz (Neural Information Processing Systems) auf einer begleitenden Party bekanntgegeben, dass Tesla eigene KI-Chips entwickelt. Diese sollen die NVIDIA-GPUs, die derzeit in den rein elektrischen Fahrzeugen des Autoherstellers verwendet werden, ablösen. Das berichten unter anderem die US-amerikanische Sendergruppe CNBC und das Automotive-Blog Electrek unter Berufung auf Teilnehmer der Veranstaltung.
Das Team wird von Jim Keller geleitet, einem Chip-Architekten bei AMD und Apple-Chip-Architekten. Keller war unter anderem an der Entwicklung der A4- und A5-Prozessoren beteiligt, die unter anderem in den iPhones 4 und 4S sowie den Apple-TV-Geräten der dritten Generation eingesetzt worden waren. Bereits im September kursierten erste Gerüchte über ein von Keller geführtes Tesla-Chip-Projekt. Jim Keller ist seit 2016 bei Tesla angestellt.
"Ich möchte klarstellen, dass es Tesla ernst ist um künstliche Intelligenz, sowohl Software- als auch Hardware-seitig", sagte Musk dem CNBC-Bericht zufolge. "Wir entwickeln eigene KI-Hardware-Chips."
Laut Musk glaube Tesla daran, dass das Projekt zu einem Chip führen wird, der der "beste der Welt" sein wird, berichtet auch die Nachrichtenseite Mashable. Die Entwicklung eines eigenen KI-Prozessor soll demnach langfristig die Kosten senken und insbesondere die Abhängigkeit von externen Anbietern wie Nvidia verringern. Ein dedizierter KI-Chip soll höhere Effizienz und Rechenleistung schaffen für das autonome Fahren schaffen, indem er die Hard- und Softwarekomponenten parallel entwickelt. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch die spezialisierten Intel-ASICs, welche die Google-Tochter Waymo in seinen selbstfahrenden Testfahrzeugen einsetzt.
Der KI-Prozessor soll das Rückgrat eines neuen Tesla-Autopilot bilden. Laut Musk soll die Software, die derzeit nur als Fahrassistent dient, in zwei Jahren voll autonom Fahraufgaben bewältigen können. Angeblich soll Musk prognostiziert haben, dass innerhalb von drei Jahren autonome Fahrzeuge "um eine Größenordnung besser" als Menschen sein würden. Die würden zu anderen Behauptungen passen, die der Tesla-Chef in der Vergangenheit aufgestellt hat. Von offizieller Seite wurden die Aussagen Musks derzeit noch nicht bestätigt.
Das aktuelle Tesla Autopilot System ist ein sogenanntes Level 2 Autonomy System. Diese Autos können unter bestimmten Bedingungen beschleunigen, bremsen und lenken, aber der Fahrer muss sich darüber im Klaren sein, dass er jederzeit das Steuer übernehmen können muss. Auf Stufe 3 kann ein Auto die Umgebung überwachen und Änderungen vornehmen, wird aber trotzdem den Fahrer benachrichtigen, wenn es verwirrt wird. Auf Stufe 4 kann ein Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen die gesamte Fahrt selbstständig bewältigen, ohne dass der Fahrer involviert sein muss. Level 5 ist der heilige Gral - ein völlig autonomes Fahrzeug, das alle Bedingungen bewältigen kann, indem es die Welt um sich herum überwacht und versteht. Eine Person in einem autonomen Fahrzeug der Stufe 5 könnte ein Nickerchen machen und erfrischt am Zielort ankommen. Das ist es, was Tesla mit seinem spezialisierten KI-Chip anstrebt.
Die aktuelle Generation des Tesla-Autopilot hatten mehrere führende Persönlichkeiten der Elektronik-Branche – unter anderem der Apple-Mitbegründer Steve Wozniak - eher als Enttäuschung empfunden, da es noch sehr weit von dieser angestrebten Level-5-Autonomie entfernt ist. Der tödliche Ausgang eines Unfalls, an dem ein per Autopilot gesteuertes Tesla-Fahrzeug beteiligt war, hatte zudem im vergangenen Jahr für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Letztendlich war Tesla von einer Schuld an dem Unfall freigesprochen worden, da es sich bei dem Autopilot eben nicht um ein voll autonomes System handelt, sondern "nur" um einen Assistenten, der stets die volle Aufmerksamkeit eines Fahrers verlangt.
Stand: 08.12.2025
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