Anderon IBM gründet weltweit erste Foundry für Quantenchips aus

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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IBM und das US-Handelsministerium planen mit Anderon eine 300-mm-Foundry für Wafer, die exklusiv für Quantencomputer-Chips gedacht sind. Das Vorhaben soll mit insgesamt 2 Mrd. US-Dollar starten.

Die IBM-Ausgründung Anderon setzt sich zum Ziel, das Quantenchip-Fertigungs-Äquivalent zu Logikchip-Spezialist TSMC zu werden.(Bild:  IBM)
Die IBM-Ausgründung Anderon setzt sich zum Ziel, das Quantenchip-Fertigungs-Äquivalent zu Logikchip-Spezialist TSMC zu werden.
(Bild: IBM)

IBM und das US Department of Commerce haben eine Absichtserklärung zum Aufbau einer neuen Quantenchip-Foundry in den USA unterzeichnet. Das Unternehmen soll den Namen Anderon tragen und als eigenständige IBM-Ausgründung in Albany im US-Bundesstaat New York angesiedelt werden.

Anderon wird von IBM als erste reine Quantum-Foundry der USA positioniert. Ziel ist es, Fertigungskapazitäten für Quantenwafer bereitzustellen und damit nicht nur IBM selbst, sondern auch andere Anbieter von Quantenhardware zu unterstützen.

Finanziert werden soll das Vorhaben zunächst mit insgesamt 2 Mrd. US-Dollar. Davon sind 1 Mrd. US-Dollar als Förderung aus dem CHIPS-Programm des US-Handelsministeriums vorgesehen, weitere 1 Mrd. US-Dollar will IBM in bar einbringen. Hinzu kommen geistiges Eigentum, Anlagen und Fachpersonal von IBM.

300-mm-Prozesse für Quantenwafer

Technisch ist Anderon als 300-mm-Quantenwafer-Foundry geplant. Zunächst soll die Fertigung supraleitende Qubits sowie dazugehörige Elektronikwafer abdecken. Später sollen weitere Quanten-Technologieplattformen hinzukommen.

Zu den angekündigten Prozessbausteinen gehören supraleitende Verdrahtung, Through-Silicon Vias und Bumps. Ergänzt werden soll die Fertigung durch Process Design Kits, Inline-Wafertests, Charakterisierung und etablierte Baseline-Routen für schnelle Prozessiterationen.

Damit verfolgt IBM einen Ansatz, der in der Quantenhardware bislang unüblich ist. Während die meisten Anbieter ihre Systeme vertikal integriert entwickeln, fertigen und betreiben, soll Anderon als Foundry auch für externe Hardwarehersteller offenstehen.

Strategische Rolle für die US-Quantenindustrie

Die Ausgründung ist Teil eines größeren US-Förderprogramms für Quantentechnologien. Aus Sicht des Handelsministeriums soll die Investition die technologische Widerstandsfähigkeit der USA stärken, Arbeitsplätze schaffen und die nationale Führungsrolle bei Quantencomputing absichern.

IBM verweist auf seine langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von Quantenprozessoren. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 90 Quantensysteme installiert und arbeitet mit einem breiten Netzwerk aus Industrie, Forschungseinrichtungen, Universitäten und Behörden zusammen.

Anderon wird mit dem Ziel gegründet, künftig das Quantencomputer-Äquivalent zu TSMC zu werden, das auf klassische Logikchips fokussiert ist. Im Fokus sollen spezialisierte Waferprozesse für Quantenbauelemente stehen, bei denen Materialsysteme, Kontaktierung, Packaging-Nähe und reproduzierbare Qubit-Eigenschaften entscheidend sind.

Noch ist das Projekt nicht endgültig abgeschlossen. Die Ankündigung basiert auf einer Absichtserklärung zwischen IBM und dem US-Handelsministerium; verbindliche Vereinbarungen müssen noch ausgehandelt werden. Gelingt der Aufbau, könnte Anderon eine zentrale Fertigungsplattform für skalierbare Quantenhardware in den USA werden.(sg)

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