Unternehmensgründer Warum Startups als „EU Inc.“ gründen wollen

Von Margit Kuther 2 min Lesedauer

Die neue Rechtsform einer „EU Inc.“ findet unter Gründerinnen und Gründern breite Unterstützung. 62 Prozent würden ihr nächstes Startup als EU Inc. starten, denn „EU Inc.“ vereinfacht das Gründen erheblich.

„EU Inc.“: Die neue Rechtsform findet bei Gründern starke Unterstützung. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
„EU Inc.“: Die neue Rechtsform findet bei Gründern starke Unterstützung.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

6 von 10 würden ihr nächstes Startup als „EU Inc.“ gründen, nur für jeden zehnten kommt das nicht in Frage. Gut ein Viertel (28 Prozent) kann oder will sich dazu nicht äußern. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Bitkom Research unter 102 Tech-Startups in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Aktuell werden die Pläne für die „EU Inc.“ auf europäischer Ebene diskutiert, in Kürze werden dazu die entscheidenden Trilog-Verhandlungen beginnen. Ziel ist eine EU-weit einheitliche Rechtsform, die Gründungen und grenzüberschreitendes Wachstum deutlich vereinfacht. „Europa braucht mehr Tech-Startups. Die „EU Inc.“ würde das Gründen stark vereinfachen und Wachstum außerhalb der nationalen Grenzen erleichtern“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die große Zustimmung unter Gründerinnen und Gründern zeigt, dass die EU die Weichen richtig stellt. Jetzt gilt es die Pläne rasch und europaweit einheitlich umzusetzen.“

Was sich Startups von „EU Inc.“ versprechen

Damit die „EU Inc.“ wirklich erfolgreich sein kann und dem Startup-Ökosystem einen Schub verleiht, muss sie nach Ansicht der Gründerinnen und Gründer vor allem die Expansion in andere EU-Länder ohne lokale Tochtergesellschaften ermöglichen – das halten 94 Prozent für sehr oder eher wichtig. Knapp dahinter folgt ein rein digitaler und automatisierter Prozess über einen One-Stop-Shop (91 Prozent), also eine einheitliche Anlaufstelle auf Seiten der zuständigen Behörden. 82 Prozent ist eine digitale Anteilsübertragung ohne Notar oder andere zusätzliche Stellen und Personen wichtig, 78 Prozent die freie Wahl des Gesellschaftssitzes innerhalb der EU.

Für jeweils rund zwei Drittel sollte die „EU Inc.“ einen EU-weit einheitlichen Mustervertrag für Startup-Investments bieten (69 Prozent), einheitliche Regelungen zur Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligung schaffen (67 Prozent) sowie arbeits- und sozialpolitische Regeln harmonisieren (67 Prozent). Die Gründung innerhalb von 48 Stunden ist ebenfalls für 67 Prozent entscheidend, damit die „EU Inc.“ erfolgreich wird.

Am seltensten genannt werden die geplanten niedrigen Kosten von 100 Euro für die Gründung, dies halten nur 57 Prozent der Gründerinnen und Gründer für wichtig. „Entscheidend ist, dass die „EU Inc.“ im nun anstehenden politischen Verfahren nicht zerredet und die zentralen Regelungen Bestand haben“, so Wintergerst. (mk)

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