Kompetenzen bündeln Ventilationsspezialist ebm-papst soll an Madison Air verkauft werden

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Der Klimatechnikhersteller ebm-papst soll einen neuen Eigentümer erhalten, nachdem die drei Gesellschafterfamilien vereinbart haben, ihre Anteile an den US-Konzern Madison Air zu übertragen. Der Unternehmenswert der Transaktion wird mit mehr als fünf Milliarden Euro angegeben.

ebm-papst wird Teil des US-Konzerns Madison Air, sofern die angekündigte Transaktion von den entsprechenden Stellen genehmigt wird.(Bild:  © Philipp Reinhard, 2019)
ebm-papst wird Teil des US-Konzerns Madison Air, sofern die angekündigte Transaktion von den entsprechenden Stellen genehmigt wird.
(Bild: © Philipp Reinhard, 2019)

Der bekannte Klimatechnikspezialist ebm-papst wird eigenen Angaben zufolge einen neuen Eigentümer erhalten, sofern die angekündigte Transaktion mit einem Unternehmenswert von 5,1 Milliarden Euro nach den erforderlichen Genehmigungen bis Ende 2026 abgeschlossen wird. Neuer Eigentümer wird dann der US-amerikanische Konzern Madison Air, an den die drei Gesellschafterfamilien von ebm-papst ihre Anteile übertragen sollen.

Nach den derzeitigen Angaben soll der Eigentümerwechsel zunächst keine Auswirkungen auf die Beschäftigten haben. Mulfingen bleibt Hauptsitz und auch die Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandorte sollen bestehen bleiben. Nach Unternehmensangaben beschäftigt die Gruppe weltweit mehr als 13.000 Menschen, rund 5.800 davon in Deutschland. Bestehende arbeitsrechtliche Verpflichtungen, Tarifregelungen und Betriebsvereinbarungen sollen unverändert bleiben.

Madison Air bietet Lösungen für Luftqualität, Belüftung und Kühlung an und bedient unter anderem Kunden aus dem Gesundheitswesen. Mit ebm-papst will Madison sein Technologieportfolio und seine Präsenz in Europa und Asien ausbauen. Insbesondere die integrierte Ventilatoren- und Motortechnik von ebm-papst sowie die kundenspezifischen Ingenieursleistungen sollen die Verantwortlichen von Madison Air überzeugt haben. Man erwartet, mit der Übernahme den adressierbaren Markt nahezu zu verdoppeln und zugleich das Geschäft mit Service- und Aftermarket-Leistungen auszubauen.

Rechenzentren als gemeinsamer Wachstumstreiber

Beide Unternehmen verweisen auf die steigende Nachfrage nach Kühl- und Lüftungslösungen für Rechenzentren und KI-Infrastrukturen. ebm-papst sieht in Madison vor allem einen Partner für den Ausbau des US-Geschäfts und den Zugang zum US-Kapitalmarkt. Madison wiederum erhält mit ebm-papst Zugang zu europäischen und asiatischen Märkten sowie zu zusätzlicher Technologie.

„Wir werden auch von einem besseren Zugang zum US-Markt profitieren“, sagte ebm-papst-CEO Klaus Geißdörfer. Madison-CEO Jill Wyant bezeichnete ebm-papst als langjährigen Lieferanten und betonte die Ergänzung der Technologien, Kundenbeziehungen und Marktkenntnisse beider Unternehmen.

Während ebm-papst den Erhalt der Standorte, zusätzliche Investitionen und den Zugang zum US-Markt betont, hebt Madison Air vor allem Markterweiterung, Skalierung und den Ausbau des Servicegeschäfts hervor. Madison Air würde damit ein technologisch breit aufgestelltes Unternehmen mit etablierten Kundenbeziehungen und wichtigen Entwicklungs- und Produktionskompetenzen übernehmen. Zugleich will man ausdrücklich in Mitarbeiter, Technologie und Wachstum investieren. (sb)

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