Robotik in Kliniken Neura bietet nun auch Roboter fürs Gesundheitswesen

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Neura Robotics erweitert sein Geschäft um das Gesundheitswesen und gründet dafür den Bereich Neura HealthTech. Den Anfang macht ein autonomer mobiler Roboter, der leere Krankenhausbetten und Sterilgut transportieren soll.

Klinikrobotik: Die autonome Healthcare-Plattform von Neura Robotics soll leere Krankenhausbetten selbstständig zwischen Stationen und Etagen transportieren.(Bild:  Neura Robotics)
Klinikrobotik: Die autonome Healthcare-Plattform von Neura Robotics soll leere Krankenhausbetten selbstständig zwischen Stationen und Etagen transportieren.
(Bild: Neura Robotics)

Mit Neura HealthTech will der Robotikhersteller aus Metzingen Aufgaben automatisieren, die Pflegekräfte im Klinikalltag Zeit kosten, aber keine medizinische Qualifikation erfordern. Als erste Anwendung hat das Unternehmen eine flache, autonome Transportplattform entwickelt, die leere Betten selbstständig zwischen Stationen und Etagen bewegen soll. Patiententransporte sind ausdrücklich nicht vorgesehen.

Nach Angaben von Neura kann die Plattform bei rund 20 Fahrten am Tag mehr als 1300 Arbeitsstunden pro Jahr einsparen. Die Zahl stammt vom Hersteller und beschreibt die Zeit, die Beschäftigte stattdessen für andere Aufgaben einsetzen könnten. Der Roboter soll auf Anforderung selbstständig zum Einsatzort fahren, Betten aufnehmen und durch Flure, Patientenzimmer sowie Aufzüge navigieren.

Plattform navigiert omnidirektional durch die Klinik

Die Transportplattform ist flach aufgebaut und kann sich omnidirektional bewegen. Dadurch kann sie sich auf engem Raum um die eigene Achse drehen und Betten auch aus Patientenzimmern herausmanövrieren. Ihre Sicherheitsfunktionen sollen auch dann aktiv bleiben, wenn das System ein Bett angehoben hat.

Für Wahrnehmung und Navigation greift Neura auf Technologien seiner kognitiven Robotik zurück. Nach Angaben des Unternehmens erfasst die Plattform ihre Umgebung über Sensoren und soll aus den Daten ihrer Einsätze lernen. Vor der Inbetriebnahme validiert der Anbieter das System für den jeweiligen Klinikgrundriss. Dabei berücksichtigt er unter anderem Flure, Türbreiten und Aufzugsmaße.

Die Plattform bindet Neura zudem an das Neuraverse an. Das offene Physical-AI-Ökosystem des Herstellers soll Roboter, Sensoren und KI-Anwendungen miteinander verbinden. In einer entsprechend ausgestatteten Klinik könnten so Informationen aus Räumen, Geräten und Robotern zusammenlaufen und Aufgaben automatisiert an verfügbare Systeme verteilt werden.

Weitere Roboter sollen folgen

Der Bettentransport soll nur die erste Anwendung von Neura HealthTech sein. Künftig will der Hersteller auch seine kognitiven Roboterarme der Baureihe Maira für Aufgaben im Gesundheitswesen einsetzen. Als mögliche Einsatzfelder nennt Neura die Instrumenten- und Werkzeugassistenz sowie weitere Aufgaben in der klinischen Intralogistik.

Auch der Serviceroboter Mipa soll Teil des Portfolios werden. Das Unternehmen trainiert ihn nach eigenen Angaben bereits in Pilotumgebungen für Tätigkeiten im Patientenzimmer und für die Unterstützung bei der Medikamentengabe.

Neura Robotics gründet Neura HealthTech dafür als eigenständigen Bereich innerhalb des Unternehmens. Die Einheit verantwortet Produktstrategie, Positionierung und Markteinführung für Anwendungen im Gesundheitswesen und in den Life Sciences. Die Leitung übernimmt Sven Lange.

Roboter kommen im Mietmodell in die Kliniken

Neura will die Systeme über Partner als Robotics-as-a-Service anbieten. Krankenhäuser kaufen die Roboter damit nicht, sondern zahlen eine feste monatliche Rate. Sie soll Integration, Betrieb, Wartung, Software-Updates und eine 24-Stunden-Bereitschaft abdecken. Die Daten sollen laut Hersteller in europäischer Cloud-Infrastruktur liegen.

„Im Gesundheitswesen liegt eine der entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit. Die Gesellschaften altern, Fachkräfte werden knapper, und die Anforderungen an die Versorgung steigen weiter. Ich bin überzeugt, dass Physical AI ein Teil der Antwort ist, weil sie den Menschen, die pflegen und versorgen, die körperliche Last abnimmt und ihnen Zeit für das zurückgibt, was nur Menschen leisten können“, sagt David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics.

Erstmals öffentlich gezeigt wurde die Healthcare-Plattform auf dem Smart Health Automation Summit des VDMA HealthTech am 29. und 30. September 2026 in Düsseldorf. Dort präsentierte sie der Integrationspartner Auroniq Robotics, der auch die Systemintegration und Inbetriebnahme in den Gesundheitseinrichtungen übernehmen soll. (mc)

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