Nicht immer ist die leistungsfähigste Platine die beste Wahl für ein bestimmtes Projekt. Erfahren Sie, welche Kriterien und Merkmale für den jeweiligen Einsatz entscheidend sind.
Platinenvielfalt: BeagleBone (im Urzeigersinn): Black Industrial (rot) für Temperaturen von -40 C bis 85C; Sierra Wireless mangOH Green (dunkelgün), das Microchip Sama5D2B-XULT (blau) und das Arduino-kompatible EVAL-ADICUP360 von Analog Devices
(Bild: Lennart Preiss/Farnell)
Es könnte kontrovers klingen, aber die Auswahl der besten Platine für ein Projekt sollte nicht mit einem Vergleich verschiedener Platinen und mit dem Abwägen der Merkmale und Vorteile beginnen.
Bei derartig vielen Entwicklungsplatinen, die es auf dem Markt gibt, kann es leicht passieren, dass Entwickler, Maker und Hobbybastler von der großen Auswahl überwältigt sind. Man wird durch die aufregend neuen Merkmale und Funktionen leicht abgelenkt oder ist geneigt, das neueste auf dem Markt erhältliche Produkt zu wählen mit der Entschuldigung, es ausprobieren zu wollen. Aus der Perspektive eines Entwicklers ist die beste Platine für ein Projekt von mehreren Faktoren abhängig.
Die Platine für Hobbyisten und Maker ist CPU-dominiert
Entwickler, Maker und Hobbybastler möchten, dass ihr Projekt erfolgreich ist. Jedoch sind ihre Ressourcen und Motivationen unterschiedlich, was auch einen Einfluss auf die Auswahl der Platine hat. Fachingenieure stehen unter erheblichem Druck. Sie müssen ein erfolgreiches Projekt abliefern, das einer klar definierten Spezifikation genügt.
Da sie über eine klare Definition der Funktionen verfügen, die bei Projektstart gefordert sind, erfolgt ihre Auswahl der Entwicklungsplatine typischerweise leistungsbezogen, und daher werden die anfänglichen Kriterien für die Platine vom Prozessor bestimmt. Abhängig vom Anwendungsszenario suchen diese Entwickler eine Platine, die die erforderliche Leistung sicherstellen kann. Die Suche erfolgt unter Einbeziehen des Prozessors mit einer ausreichend hohen Taktfrequenz, des von der Anwendung benötigten Speichers und weiterer erforderlicher Baugruppen wie GPUs.
Fachingenieure lassen sich außerdem von der Zeit motivieren, da das Endprodukt rasch entwickelt werden muss. Diese Entwickler werden sich sicherlich für eine Platine entscheiden, die von einer Prozessorfamilie stammt, mit der sie bereits Erfahrung haben, solange die Projektspezifikation nichts anderes verlangt. Denn so lassen sich vorhandene vertraute Bibliotheken und Toolchains nutzen.
Ein Wechsel der Prozessorfamilie könnte die Einstellung zusätzlichen Personals erfordern, falls dieses Wissen nicht im eigenen Hause verfügbar sein sollte. Dies braucht Zeit, abgesehen davon, dass es zusätzliche Kosten in beträchtlicher Höhe erfordert. Allerdings könnte sich dies als die beste Lösung erweisen, wenn die Projekt- und Produktionsspezifikation es erfordert.
Zweitrangig zur Spezifikation des Prozessors, jedoch ebenso wichtig, ist die Funktionalität der Platine. Typischerweise entscheiden sich Fachingenieure dafür, kundenspezifische Hardware zu entwickeln, um den Erfordernissen der jeweiligen Kundenanwendung gerecht zu werden. Das macht eine Open-Source-Platine zu einer attraktiveren Wahlmöglichkeit, da es einfacher ist, die Hardware nach Bedarf anzupassen und zu modifizieren.
Die Verfügbarkeit des Mustercodes bereitet Fachingenieuren weniger Sorge als Makern und Hobbybastlern. Ihre Fachkenntnisse und Erfahrungen machen es möglich, dass sie mehr Codes für ihre Anwendungen schreiben können. Und sie verlassen sich in der Regel nicht auf die Verwendung des Musteranwendungscodes als Basis für ihr System.
Wenn jedoch die Anwendung die Funktion eines speziellen Betriebssystems gewährleisten muss, wird der Entwickler die Absicht haben, eine Platine zu verwenden, die den Support für dieses Betriebssystem sicherstellt. Dies könnte Optionen ausschließen, die ansonsten die Anforderung erfüllen würden. Zu guter Letzt schätzen Fachingenieure ein, ob ein Support für die von ihrem Unternehmen verwendete Programmiersprache und Toolchain verfügbar ist. Der Wechsel der Toolchain kann dazu führen, dass sehr viel mehr Zeit für das Projekt benötigt wird sowie den Erwerb und die Implementierung neuer Entwicklungstools notwendig machen.
Stand: 08.12.2025
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