Samsung war in den letzten beiden Jahren zum umsatzstärksten Halbleiterhersteller der Welt aufgestiegen. Nun hat Intel laut einer Erhebung von IC Insights die Spitzenposition zurückerobert. Grund ist vor allem der schwächelnde Speichermarkt. Europaweit ist ein deutsches Unternehmen Spitzenreiter.
Nach zwei Jahren auf Rang zwei gilt Intel im ersten Quartal 2019 wieder als der umsatzstärkste Halbleiterhersteller weltweit. Während beinahe jedes der 15 größten Unternehmen in diesem Quartal einen Rückgang wegstecken musste, blieb der Umsatz beim kalifornischen Chipproduzenten weitgehend stabil.
Der König ist tot, lang lebe der König: Intel ist nach einer Erhebung des Marktforschungsinstituts IC Insights im 1. Quartal 2019 wieder zum umsatzstärksten Halbleiterhersteller der Welt aufgestiegen. Intel hatte die Spitzenposition von 1993 bis 2016 durchgehend inne. Nur in den Jahren 2017 und 2018 musste sich der kalifornische Chiphersteller mit Rang 2 begnügen. In diesen beiden Jahren hatten vor allem die hohen Speicherpreise dem südkoreanischen Konkurrenten Samsung den weltweit größten Umsatz mit Halbleiterbausteinen eingebracht.
Speicherhersteller besonders schwer getroffen
Der derzeit schwächelnde Speichermarkt ist allerdings nun für die größten Verluste im Ranking verantwortlich. Hatte Samsung im ersten Quartal 2018 noch etwa 19,4 Milliarden US-$ Umsatz gemacht, sind es jetzt im ersten Quartal 2019 nur noch ca. 12,87 Mrd. US-$, was einen Umsatzrückgang von 34% darstellt.
Ähnlich hart trifft es die anderen Unternehmen, die ihr Kerngeschäft in der Speicherherstellung besitzen. So brach der Umsatz von SK Hynix aus Südkorea (Nummer 4 im Ranking) und Micron aus den USA (Platz 5) im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel ein. Der japanische Chiphersteller Toshiba machte im ersten Quartal 2019 sogar 31% weniger Umsatz als im entsprechenden Vorjahreszeitraum; dabei ist der Umsatz von Toshiba Memory mit eingerechnet.
Infineon derzeit stärkstes europäisches Unternehmen
Zu den Unternehmen mit dem geringsten Umsatzrückgang zählt dagegen Infineon. Das deutsche Unternehmen muss bei einem Umsatz von 2,253 Milliarden US-$ nur einen Rückgang von etwa 14 Millionen US-$ bzw. knapp einem Prozentpunkt verkraften. Das stabil bleibende Umsatzvolumen sorgt dafür, dass Infineon nun wieder zu den zehn umsatzstärksten Halbleiterherstellern weltweit zählt.
Der deutsche Chiphersteller ist zugleich nun die Nummer 1 in Europa, da der niederländische Konkurrent NXP mit 8% Rückgang und einem Umsatz von nur noch knapp 2,1 Milliarden US-$ auf Rang 12 zurückfällt. Mit ST Microelectronics folgt auf Rang 13 ein weiterer Halbleiterhersteller aus Europa (2,066 Milliarden US-$ Umsatz).
Fast jedes der 15 stärksten Unternehmen schneidet schlechter ab
Unter den restlichen Chipherstellern traf es NVIDIA besonders hart: Der GPU-Spezialist muss einen Rückgang von 29% verkraften. Damit fällt das Unternehmen, dass erst im Vorjahr erstmals seit Bestehen auf Platz 10 der größten Halbleiterhersteller der Welt vorgedrungen war, wieder aus der Top Ten heraus.
Insgesamt musste beinahe jedes der 15 umsatzstärksten Halbleiterunternehmen in den ersten drei Geschäftsmonaten dieses Jahres einen Umsatzrückgang hinnehmen. Intel schneidet dabei, gemessen am gesamten Volumen, noch am besten ab: Das Unternehmen setzte im ersten Quartal 2019 nach den IC-Insights-Erhebungen 15,799 Mrd. US-$ um und schnitt damit "nur" um etwa 33 Millionen US-$ schlechter ab, was effektiv einen Unterschied von weniger als 1% darstellt.
Umsätze der 15 umsatzstärksten Halbleiterhersteller im 1. Quartal 2019 verglichen zum Vorjahr. Aufgrund des schwächelnden Speichermarktes wiegen die Verluste bei Samsung und bei Toshiba besonders schwer. Doch fast jedes Top-Unternehmen musste spürbare Verluste hinnehmen.
(Bild: IC Insights)
Nur zwei Unternehmen verzeichnen Wachstum
Im ersten Quartal 19 gab es mit HiSilicon und Sony zwei Neueinsteiger in der Top-15-Rangliste. Bemerkenswert ist dabei der Umsatzanstieg des chinesischen Chipherstellers HiSilicon, ein Tochterunternehmen des Huawei-Konzerns: Der auf mobile Prozessoren und SoCs spezialisierte Fabless-Anbieter legte im Vergleich zum Vorjahr um 41% zu (1,755 Mrd. US-$) und stieg damit im weltweiten Ranking um 11 Plätze auf Rang 14. Grund hierfür dürfte sein, dass China seinen Bedarf an Halbleiterbausteinen zunehmend aus nationaler Produktion bedient. Auch die Finanzspritzen aus dem chinesischen Big Fund dürften eine nachhaltige Rolle spielen.
Der zweite Gewinner in den Top 15 ist Sony: Das japanische Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal 19 eine solide Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr (14%). Das Wachstum ist in erster Linie auf die Hauptproduktlinie an Bildsensoren zurückzuführen; bei den restlichen Halbleiterbausteinen ging auch hier der Umsatz leicht zurück.
Stand: 08.12.2025
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