IFR-Jahresbericht World Robotics 2026 Deutschlands Robotikmarkt schrumpft gegen den Welttrend

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Laut der IFR-Erhebung World Robotics 2026 stiegen die weltweiten Neuinstallationen von Industrierobotern 2025 um elf Prozent. Deutschland verzeichnete dagegen ein Minus von acht Prozent, stellt aber 41 Prozent der EU-Neuinstallationen.

Robotikmarkt Deutschland: Die Neuinstallationen von Industrierobotern sanken 2025 um acht Prozent auf rund 25.000 Einheiten. Besonders stark ging die Nachfrage in der Automobilindustrie zurück.(Bild:  IFR)
Robotikmarkt Deutschland: Die Neuinstallationen von Industrierobotern sanken 2025 um acht Prozent auf rund 25.000 Einheiten. Besonders stark ging die Nachfrage in der Automobilindustrie zurück.
(Bild: IFR)

Deutschland bleibt Europas größter Markt für Industrieroboter, verliert aber an Dynamik. Laut dem Jahresbericht World Robotics 2026 der International Federation of Robotics (IFR) installierte die deutsche Industrie 2025 insgesamt 24.842 neue Roboter. Damit liegt die Zahl acht Prozent unter dem Vorjahreswert und deutlich unter dem bisherigen Höchststand von rund 28.000 Einheiten im Jahr 2023.

Weltweit zeigt sich ein anderes Bild: Die Neuinstallationen stiegen 2025 um elf Prozent auf den Rekordwert von rund 603.000 Robotern. Allein China nahm 354.200 Einheiten in Betrieb und vereinte damit 59 Prozent der weltweiten Nachfrage auf sich. Es folgen die USA mit 38.400, Japan mit 36.200 und Südkorea mit 30.200 Einheiten. Deutschland belegt weltweit den fünften Platz.

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Automobilindustrie kauft deutlich weniger Roboter

Der wichtigste deutsche Abnehmer bleibt die Automobilindustrie. Sie installierte rund 5.800 Roboter und steht damit für 23 Prozent des heimischen Marktes. Im Jahr 2020 hatte ihr Anteil noch bei 40 Prozent gelegen. Allein gegenüber 2024 sank die Zahl der Neuinstallationen im Automobilsektor um 17 Prozent.

Auch andere Industriezweige kaufen weniger Roboter. Die metallverarbeitende Industrie installierte 5.300 Einheiten, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Chemie- und Kunststoffindustrie ging die Nachfrage um fünf Prozent auf 3.000 Roboter zurück. Nach Einschätzung der IFR belasten schwächere Absätze bei Elektrofahrzeugen und politische Unsicherheiten die Investitionsbereitschaft der Automobilindustrie.

Produktion und Exporte brechen ein

Noch stärker als die heimische Nachfrage schrumpfte die Roboterproduktion in Deutschland. Hierzulande wurden 2025 rund 23.700 Industrieroboter gefertigt, ein Minus von 24 Prozent. Die Exporte gingen sogar um 37 Prozent auf 15.100 Einheiten zurück.

Die IFR führt den Produktionsrückgang unter anderem auf die dezentrale Fertigung zurück: Hersteller verlagern Produktionskapazitäten näher an ihre jeweiligen Absatzmärkte. Gleichzeitig führt die schwache Nachfrage in Europa zu weniger Reexporten über deutsche Vertriebszentralen. Auch die Importe in diese Zentren gehen zurück.

IFR erwartet Erholung ab 2027

Für 2026 erwartet die IFR einen weiteren Nachfragerückgang in Deutschland. Ab 2027 rechnet der Verband wieder mit steigenden Installationszahlen. Langfristiges Wachstumspotenzial sieht er insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Den Zugang zur Robotik sollen einfacher programmierbare Systeme, kostengünstigere Modelle und Robot-as-a-Service-Angebote erleichtern. Als technische Treiber nennt die IFR künstliche Intelligenz, industrielle Bildverarbeitung und Sensorik. Offene Schnittstellen und die Einbindung in vernetzte Produktionssysteme sollen zudem neue Automatisierungsanwendungen ermöglichen. (mc)

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