Unternehmen aller Branchen fürchten um ihre Existenz, wenn Gas- und Strompreise weiter steigen. Bereits im Februar gaben drei Viertel der deutschen Unternehmen in einer Reichelt-Umfrage an, dass sich ein fortsetzender Preisanstieg langfristig negativ auf deren Wirtschaftlichkeit auswirken würde. Diese Situation ist nun eingetroffen, dabei hat der Winter noch nicht einmal begonnen.
Energie wird immer teurer: aber es gibt für Unternehmen einige Möglichkeiten, zu sparen.
(Bild: Reichelt Elektronik)
Eine schnelle oder gar einfache politische Lösung ist leider nicht in Sicht. Welche Option bleibt Unternehmen also, diese vertrackte Lage zu überstehen? Christian Reinwald, Head of Product Management & Marketing bei Reichelt Elektronik, gibt konkrete Tipps, wie Unternehmen diese Herausforderung selbst in die Hand nehmen und Energiekosten durch innovative Lösungen senken können.
Der Anfang ist bereits gemacht
Die derzeitig enorm steigenden Energiekosten sind eine nicht zu unterschätzende Belastung für Unternehmen. Die gute Nachricht dabei ist: Die meisten Unternehmen haben bereits Maßnahmen zum Energiesparen getroffen. Sie haben etwa Leuchtmittel durch LEDs ersetzt (89 Prozent), Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert (76 Prozent) oder die Gebäudeisolierung verbessert (67 Prozent). All das sind erste effektive Schritte, um Kosten zu senken.
Eine gute Grundlage legen
Immerhin 57 Prozent der Unternehmen nutzen bereits Energie-Monitoring-Systeme. Damit können Unternehmen eine exakte Energiebilanz erstellen, um Energiefresser zu identifizieren und gezielt an Maßnahmen zu weiteren Einsparungen arbeiten zu können. Vielen Menschen ist zum Beispiel gar nicht bewusst, wie viel Strom Geräte im Standby-Modus verbrauchen. Durch konsequentes Monitoring kann hier Transparenz geschaffen werden.
Strom aus eigener Produktion
Ist diese Grundlage gelegt, können Unternehmen weitere Schritte einleiten, um die Last der Stromkosten zu senken. Eine besonders einfache und effektive Möglichkeit ist die Installation von Photovoltaikanlagen, um selbst Strom zu erzeugen. Diese Option nutzen schon knapp die Hälfte (46 Prozent) der Unternehmen.
Besonders günstig ist es, wenn überschüssig produzierter Strom nicht ins Netz eingespeist, sondern in Akkus gespeichert werden kann. Bereits ab etwa 5.000 Euro gibt es gewerbetaugliche leistungsfähige Akkus. So wird die Solartechnologie auch für kleinere Unternehmen immer erschwinglicher und zugänglicher.
Alternative Wärmequellen
Strom ist eine Sache, aber wie können Unternehmen explodierende Heizkosten in den Griff bekommen? Der Einbau einer Wärmepumpe ist eine viel diskutierte und auch durch die Politik unterstützte Maßnahme.
Bereits vor 2022 hat sich ein deutlicher Trend für den Einbau von mehr Wärmepumpen anstelle von Gasheizungen gezeigt. Mit der jetzigen Lage ist ein regelrechter Boom losgebrochen. Daher kann es passieren, dass Unternehmen beim Einbau längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Alternativ oder in Ergänzung können Unternehmen auch die Investition einer Solarthermie-Anlage erwägen, denn auch hier gibt es Fördermöglichkeiten.
Eine weitere Alternative ist die Nutzung von Abwärme, die beispielsweise bei industriellen Prozessen oder in raumlufttechnischen Anlagen entsteht. Oft wird dieses Potenzial noch nicht genutzt. Schon allein bei der Wärmerückgewinnung von beheizter Gebäudeluft können Einsparungen von 20-30 Prozent erlangt werden. Kommt industrielle Abwärme ins Spiel können die Einsparungen sogar deutlich höher ausfallen.
Das Einbauen von Wärmetauschern oder Ableiten von Prozesswärme ist zwar mit einem größeren Investitionsaufwand verbunden, doch auch dafür stehen Unternehmen Fördermittel vom Bund zur Verfügung. Unternehmen sollten nicht aus dem Auge verlieren, dass eine Wärmepumpe ebenso wie die Nutzung von Abwärme zu langfristigen Lösungen für energiesparenderes Wirtschaften und eine geringere Heizkostenabrechnung führen.
Werden die Winter in Deutschland ungemütlich?
Ohne Frage wird der Winter 2022 Unternehmen einiges abverlangen, ist man sich bei Reichelt Elektronik sicher. In vielen Fällen ist eine schnelle Umstellung auf alternative Energiequellen kaum möglich, da zum Beispiel Fachfirmen aufgrund der großen Nachfrage längere Wartezeiten haben. Dennoch ist es wichtig, sich so schnell wie möglich um alternative Energiequellen zu kümmern. Nur so können sich Unternehmen langfristig unabhängiger von Rohstoffimporten machen und sind auch für eventuelle zukünftige Energiekrisen oder Preisschwankungen besser aufgestellt.
Stand: 08.12.2025
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