Energiekrise Wie Unternehmen Energie sparen

Von Margit Kuther

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Die Energiekrise infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine gefährdet in vielen europäischen Ländern die Versorgungssicherheit. Auch Unternehmen suchen nach Lösungen.

Energiekrise: Lösungen gesucht.
Energiekrise: Lösungen gesucht.
(Bild: @PIRO4D, / Pixabay)

Die Energiekrise betrifft insbesondere Deutschland mit seiner hohen Abhängigkeit von russischem Gas. Deshalb hat die Bundesregierung für den Winter Energieeffizienz-Maßnahmen verordnet und ein Energiesparziel von 20 Prozent gegenüber der Vorkrisenzeit ausgerufen, viele andere EU-Länder verfolgen ebenfalls ehrgeizige Sparpläne.

Einen wesentlichen Beitrag zur Verbrauchsreduzierung können Energieeffizienz-Maßnahmen leisten. Diese ermöglichen es Unternehmen aus Deutschland nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2025 im Schnitt 29 Prozent ihrer aktuell eingesetzten Energie einzusparen. Außerhalb der DACH-Region können Firmen ihren Verbrauch damit sogar durchschnittlich um 34 Prozent senken, im europäischen Schnitt sind es 31 Prozent. Das sind Ergebnisse einer Befragung von Führungskräften aus der DACH-Region sowie Großbritannien, Schweden, Frankreich, Spanien und Italien im Auftrag von Interroll.

Den größten Teil ihrer Energie verbrauchen die deutschen Unternehmen derzeit in der Produktion. Fast ein Drittel entfällt auf diesen Bereich. Dahinter folgen IT-Systeme (18 Prozent) und Gebäudemanagement wie zum Beispiel Beleuchtung oder Heizen (15 Prozent). Immerhin 14 Prozent der Energie werden im Materialfluss eingesetzt. Europaweit ist die Verteilung nahezu identisch.

Der Stellenwert für künftige Energieeinsparungen in den Unternehmen leitet sich maßgeblich aus dem Verbrauch ab. So sehen 69 Prozent der deutschen Entscheider Einsparpotenzial im Bereich Produktion, gefolgt von IT-Systemen (57 Prozent), Gebäudemanagement (47 Prozent) und Materialfluss (38 Prozent). Ähnlich ist es mit Blick auf Europa.

Deutsche Firmen wollen insbesondere in Energieeffizienz im Materialfluss investieren

Doch zur Steigerung der Energieeffizienz planen deutsche Unternehmen in den nächsten fünf Jahren vor allem Investitionen im Bereich Materialfluss. 53 Prozent der Befragten haben entsprechende Pläne, in der Produktion sind es nur 43 Prozent. Das hat mit den bereits durchgeführten Energieeffizienz-Maßnahmen zu tun. 49 Prozent der deutschen Firmen haben schon in der Produktion investiert, aber nur 36 Prozent im Materialfluss.

Drei von vier Befragten aus Deutschland halten politische Vorgaben für notwendig, um die Energieeffizienz der Firmen zu steigern. Das hat vor allem finanzielle Gründe. 78 Prozent der deutschen Führungskräfte sagen, dass ihre Unternehmen sich Energieeffizienzmaßnahmen jenseits der gesetzlich vorgegebenen häufig nicht leisten können.

„Unsere Studie zeigt, dass gerade im Materialfluss das Potenzial für Energieeinsparungen hoch ist“, sagt Ingo Steinkrüger, CEO bei Interroll. „Mit Investitionen in energieeffiziente Technologien in diesem Bereich können Unternehmen einen wichtigen Beitrag leisten, um die Auswirkungen der aktuellen Energiekrise abzumildern.“

Über die Studie: In der Studie „Energieeffizienz im Materialfluss“ hat das Marktforschungsinstitut Schlesinger im Dezember 2021 im Auftrag von Interroll 266 Führungskräfte mit C-Level-Bezug online befragt. Die Befragten sind in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Spanien, Schweden, Frankreich und Italien tätig. Ihre Arbeitgeber verfügen über mindestens 50 Mitarbeiter und gehören zu den Branchen produzierendes Gewerbe und Konsumgüter-/Lebensmittelindustrie. //MK

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