Clevere Gadgets für die Energiewende Fensterwärmepumpe für die Mietwohnung

Von Maria Beyer-Fistrich

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Eine Wärmepumpe fürs Fenster soll in New York zukünftig vor allem einkommensschwachen Mietern dabei helfen, die Energiekrise und die Wintermonate zu überstehen. Doch was steckt hinter dem neuen Klima-Gadget-Pilotprojekt aus New York?

Die Wärmepumpe von Gradient soll sich einfach installieren lassen und auch bezahlbar sein. In den Großteil der deutschen Fenster kann man das Gerät jedoch nicht installieren.
Die Wärmepumpe von Gradient soll sich einfach installieren lassen und auch bezahlbar sein. In den Großteil der deutschen Fenster kann man das Gerät jedoch nicht installieren.
(Bild: Gradient: https://www.gradientcomfort.com/)

Bis zu 16 Prozent der New Yorker Bevölkerung lebt in Sozialwohnungen. Und in diesen gibt es schon seit Jahrzehnten schwerwiegende Probleme mit der Heizung und Kühlung. Im Sommer ist es heiß und stickig in den Mietskasernen: Einkommensschwächere Menschen können sich selten die Kosten für eine Klimaanlage und deren Einbau leisten. Und im Winter leiden die Bewohner unter einer schlechten Verteilung der Wärme im Wohnblock, da die Heizsysteme völlig veraltet und unzuverlässig sind.

Wenn sie heizen, dann in den unteren Etagen viel zu stark, während die oberen Stockwerke kühl bleiben. Schlecht isoliert sind die Wohnungen außerdem. Zusätzlich sorgen immer wieder Naturereignisse, wie etwa Hurrikan Ida 2021, für unvorhergesehene Ausfälle der städtischen Infrastruktur.

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Im Rahmen des Wettbewerbs Clean Heat for All Challenge suchte die New Yorker Verwaltung nach einer umweltfreundlichen und kostengünstigen Lösung für die Probleme. Gewonnen haben die Challenge das Start-up Gradient und das HLK-Unternehmen Midea America mit ihrer Idee einer Fensterwärmepumpe, die Räume heizen und runterkühlen kann. Mit dieser technischen Lösung möchte die Stadtverwaltung das Problem angehen.

Wärmepumpe für Bestandswohnungen

Das Gerät lässt sich einfach installieren und ist für jede Wohnung geeignet. Mit 1.999 US-Dollar ist die Wärmepumpe auch bezahlbar. Für Deutschland ist die innovative Fensterwärmepumpe derzeit aber noch nicht geeignet, denn sie lässt sich aktuell nur an Fenstern einsetzen, die sich nach oben öffnen. Das Unternehmen arbeitet aber an weiteren Versionen.

Die Wärmepumpe lässt sich an eine normale Steckdose anschließen und verfügt über eine Kühlleistung von 9.000 BTU/h. Räume von einer Größe bis 45 Quadratmeter lassen sich demnach damit runterkühlen. Informationen Heizleistung hat das Unternehmen noch nicht veröffentlicht, derzeit werden noch weitere Tests abgeschlossen.

Das Gerät verfügt über einen Wechselrichter. Antriebe mit variabler Drehzahl erhöhen die Effizienz der Pumpe und haben darüber hinaus noch ein besseres Geräuschprofil, sodass das Gerät auch leise arbeitet. Der Kompressor der Pumpe ist außerhalb des Fensters angebracht. Das Innengebläse und der Innenwärmetauscher befinden sich innerhalb der Wohnung.

Im Gegensatz zu klassischen Klimaanlagen verbaut die Wärmepumpe von Gradient nicht den Ausblick aus dem Fenster. Zudem ist auch die Installation angeblich so einfach, dass zwei Laien dafür lediglich 15 Minuten Zeit benötigen. Im Anblick steigender Gas- und Öl-Kosten können neue innovative Produkte wie die Fensterwärmepumpe einen Beitrag zum Senken der persönlichen Energiekosten leisten. Vor allem dann, wenn sie sich so einfach in Bestandswohnungen installieren lassen. Damit solche Wärmepumpen aber tatsächlich eine Alternative für Menschen und einen Fortschritt fürs Klima darstellen, muss der Strom nicht nur aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, sondern auch noch bezahlbar sein.

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