In China geht der Trend zum 4D-Millimeterwellen-Radar, das neben Entfernung, Geschwindigkeit und Azimut auch die Höhe erkennt. Bringen chinesische Hersteller in der Automobilbranche Tier-1-Zulieferer wie Bosch und ZF in Bedrängnis?
4D-Millimeterwellen-Radartechnologie soll sich wesentlich günstiger als Lidar-Technologie umsetzen lassen. Deswegen stürzt sich der chinesische Markt auf das Thema.
(Bild: AMS Osram)
Der Trend vom 3D- zum 4D-Millimeterwellen-Radar in China beschleunigt sich. In kurzer Folge haben Autohersteller wie SAIC, BYD, Li Auto und Geely neue Automodelle mit 4D-MW auf den Markt gebracht.
Insgesamt gibt es in China jetzt rund 100 verschiedene 4D-MW-Produkte, die von internationalen Tier-1-Zulieferern oder chinesischen Start-ups produziert werden. Bei einigen Herstellern habe sich der Absatz der Geräte innerhalb eines Jahres um 500 % erhöht, berichtet die chinesische Autozeitung Zhongguo Qiche Bao.
Auch die Vorstellung eines Hochpräzisions-Gerätes dieser Art durch Huawei Qiankun, der „Smart-Car“-Marke des chinesischen Technologiekonzerns, hat kürzlich während der Beijing Autoshow das Interesse an der Technologie neu belebt.
Insgesamt können 3D-MW-Radargeräte die derzeitigen Anforderungen der chinesischen Industrie allerdings noch hinreichend befriedigen, wo autonome Fahrfunktionen der Stufen 1 und 2 gerade zum Standard werden. 4D-MW gilt derzeit noch als eine „nette Zusatzoption“ und ist bisher nicht wirklich im Massenmarkt angekommen – findet jedoch langsam aber sicher immer mehr Anhänger.
Entfernung, Geschwindigkeit, Azimut, Höhe
Während sich der Wettbewerb im chinesischen Automarkt, besonders in dem der E-Mobilität, immer weiter verschärft, werden intelligente Fahrfunktionen und die dafür nötige Sensorik immer mehr zu einem Alleinstellungsmerkmal. Auch sinken die Preise für die 4D-Geräte immer weiter.
Technisch hat die Aufrüstung klare Vorteile. Die vierte, neue Dimension im Vergleich zu 3D ist die Höhenerkennung der Objekte, zusätzlich zu den bisherigen Dimensionen Entfernung, Geschwindigkeit und Azimut. Gleichzeitig erhöht sich bei 4D die Präzision der gesamten Umgebungswahrnehmung.
Besonders bei Dunkelheit und schlechtem Wetter kann ein mit 4D-MW ausgestattetes System Objekte zuverlässiger und schneller erkennen, damit die Sicherheit für Fahrer und Autoinsassen erhöht wird.
„4D-Millimeterwellen-Imaging hat klare Vorteile gegenüber Lidar und die Kosten sind relativ gering“, zitiert die chinesische Autozeitung Lin Sen, einen Experten vom „Guangdong New Energy Vehicle Development and Research Center“.
Geringere Kosten als Lidar
Der letzte Punkt, der mit den Kosten, wird in jüngster Zeit immer wichtiger. Eine Möglichkeit, in dem harten Preiskampf auf dem chinesischen Automarkt zu bestehen, ist die sogenannte „Hardware-Reduktion“.
Ein 4D-MW-Radar kostet nur ungefähr ein Zehntel dessen, was ein Lidar-Gerät kostet. Das macht die Technologie jetzt für immer mehr OEM attraktiver. Momentan kostet ein typisches 4D-MW-Radar um die 1.000 Yuan (rund 130 Euro), berichtet das Fachmedium Bandaoti Chanye Zongheng. Die billigsten Geräte von Start-ups sind ab 690 Yuan zu haben (etwa 90 Euro), während Geräte von Tier-1-Zulieferern wie Continental oder ZF momentan zwischen 1.036 und 1.381 Yuan kosten (134 bis 178 Euro), schreibt das Fachportal. Das ist rund ein Zehntel dessen, was ein typisches Lidar kostet.
Chinas Investition in 4D-MW
In der chinesischen Industrie setzt sich aus all diesen Gründen der Trend großer Investitionen in neue Hersteller von 4D-MW-Radargeräten fort. Vergangenes Jahr haben NIO und Xiaomi gemeinsam mehr als 100 Millionen Yuan (etwa 13 Mio. Euro) in SINPRO investiert.
Hesai Technology hat in das 4D-Start-up Altos Radar investiert. Das Technologie-Unternehmen Baidu hat sich an dem Start-up G-PAL beteiligt. Insgesamt haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate ungefähr ein Dutzend Unternehmen in der Volksrepublik neue Investorengelder erhalten, um 4D-MW-Radar-Produkte zu entwickeln.
Einige der umtriebigen chinesischen Start-ups in dem neuen Marktsegment sind WHST, Oculii, Muniu Tech, Chengtai Technology, Zongmu Technology, Xingyidao und das bereits erwähnte SINPRO.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Gemeinsam mit dem neuen Interesse von Huawei in China und auch Mobileye an 4D-MW bedeutet das eine deutlich verstärkte Konkurrenz für die traditionellen Tier-1-Zulieferer wie Bosch, Continental, Aptiv und ZF, die schon früh in diese Technologie investiert haben. (sb)
* Henrik Bork, langjähriger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau, ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking.