Zwischen Januar und September 2024 haben einer Studie zufolge bereits über 200.000 Angestellte in mehr als 190 Technologieunternehmen weltweit ihren Arbeitsplatz verloren. Deutschland belegt einen traurigen dritten Platz, wird aber - zum Zeitpunkt der Erhebung - noch von China überflügelt.
Der Abwärtstrend hält an: im gesamten Jahr 2023 waren laut Marktanalyse-Unternehmen Bestbrokers weltweit mehr als 260.000 Stellen in Technologieunternehmen abgebaut worden. In den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres 2024 liegt die Zahl bereits bei über 200.000.
(Bild: KI-generiert | Dall-E)
Technologieunternehmen im Freien Fall: Zwischen dem 1. Januar 2024 und dem 1. September 2024 wurden weltweit bereits 211.033 IT- und technologie-relevante Stellen abgebaut. Das hat eine Auswertung der Markler- und Wirtschaftsanalysten von BestBrokers ergeben.
Das Unternehmen beruft sich dabei auf Daten und Zahlen der Plattform trueup.io, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Entwicklung von "Technologieunternehmen und Unternehmen mit technologienahem Hintergrund" zu verfolgen. Als Voraussetzung hierfür gilt, dass die besagten Unternehmen Produkte und Dienstleistungen anbieten, die Technologieinnovationen innerhalb der letzten 50 Jahre (wie beispielsweise das Internet oder moderne Elektromobilität) nicht existieren würden, sowie Start-Ups im Tech-Sektor, die zu diesem Zweck gewidmetes Risikokapital erhalten haben.
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Mehr als die Hälfte der gestrichenen Jobs betreffen die USA, Deutschland auf Platz 3
Demnach wurden im laufenden Jahr 2024 alleine in den USA 120.283 Jobs in für die Auswertung relevanten Bereichen gestrichen, was mehr als die Hälfte des globalen Gesamtwerts ausmacht. Die mit Abstand größten Stellenstreichungen hätten dabei die US-Firmen DELL (18.500), Intel (15.000) und Tesla (14.000) vorgenommen oder angekündigt. Dabei hat jedes dieser Unternehmen mehr Arbeitsstellen abgebaut, als die nach den USA an Rang 2 liegende Nation insgesamt in der Branche. Allein am Bundesstaat Kalifornien, in dem das Silicon Valley verortet ist, entfallen 50.813 Arbeitsplätze.
Während die zweithöchste Gesamtzahl der gestrichenen Stellen im Tech-Sektor (20.963) mit "Other" bezeichnet wird und nicht eindeutig einer einzelnen Nation oder Wirtschaftsraum zugewiesen werden kann, belegt die chinesische Tech-Branche in der Auswertung mit 12.900 abgebauten Stellen den zweiten Rang unter den Nationen. Ein Großteil dieser weggefallenen Arbeitsplätze entfällt hierbei auf den Elektrofahrzeugehersteller Li Auto, der in der ersten Jahreshälfte 2024 allein 10.000 Jobs abgebaut hat. Der Grund hierfür ist der aggressive Preiskampf, der nicht nur weltweit, sondern insbesondere auf dem chinesischen Markt für Elektromobilität herrscht.
Nur knapp hinter China landet die deutsche Techindustrie (12.547), bei der zahlreiche Unternehmen 2024 von Stellenkürzungen betroffen waren. Allein beim Softwareunternehmen SAP, der in den letzten drei Jahren schwächelnd Ergebnisse aufwies, waren den via trueup.io zugänglichen Daten im laufenden Jahr 9.500 Jobs abgebaut worden. Diese Zahl dürfte noch drastisch steigen, wenn sich die drohenden Stellenkürzungen bei Volkswagen, von denen seit Anfang September 2024 gemunkelt wird, in reellen Zahlen niederschlagen sollte.
Aus der japanischen Tech-Branche werden in der Auflistung 12.240 weggefallene Stellen gemeldet. Allein auf Toshiba entfallen hierbei 9.000 Mitarbeiter entlassene Mitarbeiter. Zu den weiteren Unternehmen, die erhebliche Entlassungen vorgenommen haben, zählen Getir, Paytm, Telefónica, Microsoft und Xerox.
Automobilzulieferer nicht Teil der Datenauswertung
Für den veröffentlichten Bericht analysierte das BestBrokers-Team insgesamt 818 angekündigte Entlassungen aus dem Technologiesektor, die zwischen dem 1. Januar 2024 und dem 2. September 2024 auf dem IT-Jobportal trueup.io gelistet waren. Allerdings weist die Quellenlage durchaus einige Schwächen auf. Neben der hohen Dunkelziffer an mit "Other" markierten Stellen scheinen einige namhafte Unternehmen zu fehlen, die durchaus dem Tech-Sektor zuzurechnen wären.
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