Ausgangskondensatoren in einer Spannungsversorgung kosten Geld, brauchen Platz und sind nicht immer verfügbar bei Lieferengpässen. Deswegen sollten Sie die Anzahl minimieren. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.
Bild 1: Der Schaltregler LTC3311 mit entsprechenden Ausgangskondensatoren sowie den Eingangskondensatoren eines angeschlossenen FPGAs.
(Bild: ADI)
Die Ausgangskondensatoren einer Spannungsversorgung, üblicherweise Keramik-Kondensatoren mit Kapazitätswerten zwischen 100 nF und 100 µF, kosten Geld, brauchen Platz und sind bei Lieferengpässen schlecht verfügbar. Somit stellt sich immer wieder die Frage, wie können Sie die Anzahl und Größe der Ausgangskondensatoren möglichst minimieren?
Wollen Sie die Anzahl und Größe der Ausgangskondensatoren minimieren, sollten Sie zwei Wirkungen von Ausgangskondensatoren bedenken: Zum einen den Einfluss auf die Ausgangsspannungswelligkeit und zum anderen den Einfluss auf die Ausgangsspannung nach Lasttransienten.
Zuerst will ich jedoch den Begriff ‚Ausgangskondensator‘ definieren. Derartige Kondensatoren befinden sich am Ausgang der Spannungsversorgung. Jedoch bedingen viele elektrische Lasten (Verbraucher) wie beispielsweise FPGAs eine bestimmte Anzahl von Eingangskondensatoren.
Bild 1: Der Schaltregler LTC3311 mit entsprechenden Ausgangskondensatoren sowie den Eingangskondensatoren eines angeschlossenen FPGAs.
(Bild: ADI)
Bild 1 zeigt einen typischen Aufbau einer Spannungsversorgung mit einer elektrischen Last. Wenn der physikalische Abstand zwischen der Spannungserzeugung und dem Verbraucher auf der Platine sehr klein ist, verschwimmt die klare Zuordnung zu Ausgangskondensator der Spannungsversorgung einerseits und zu Eingangskondensator der Last andererseits.
Die Trennung der Bezeichnung ergibt sich üblicherweise durch einen gewissen physikalischen Abstand, welcher sich durch eine signifikante parasitäre Induktivität (Llayout) auswirkt.
Die Anordnung von Kondensatoren am Ausgang einer Spannungsversorgung bestimmt bei einem abwärtswandelnden Schaltregler (Buck-Regler) die Spannungswelligkeit. Hierfür gilt, dass die Ausgangsspannungswelligkeit der Spulenstromwelligkeit mal der Impedanz der Ausgangskondensatoren entspricht: U∆ = IL∆ * ZCout.
Diese Impedanz besteht aus der Größe und Anzahl der Kondensatoren sowie des ESRs (Equivalenter Serienwiderstand) sowie der ESL (Equivalente Serieninduktivität). Bei einem Kondensator am Ausgang einer Spannungsversorgung ist die oben genannte Gleichung recht einfach anzuwenden.
Komplexe Schaltungen mit LTSpice erstellen
Bei einer komplexeren Situation, wie in Bild 1 gezeigt, bei der mehrere Kondensatoren parallelgeschaltet sind und es Layout-bedingt zu Serieninduktivitäten (Llayout) kommt, ist es nicht mehr so einfach zu berechnen.
Bild 2: LTspice zum Evaluieren von unterschiedlichen Kondensatoren am Ausgang einer Spannungsversorgung im System.
(Bild: ADI)
Hierzu eignet sich eine Simulationssoftware wie LTSpice. Bild 2 zeigt einen in kurzer Zeit erstellten Schaltplan für die Situation aus Bild 1. Hier können den einzelnen Kondensatoren unterschiedliche Werte, inklusive ESR und ESL, zugewiesen werden. Auch können angenommene Einflüsse des Platinenlayouts, wie Llayout, mit einbezogen werden. Es wird dann die Spannungswelligkeit am Ausgang des Schaltreglers und am Eingang der Last simuliert.
Ausgangskondensatoren beeinflussen auch den Ausgangspannungsversatz nach Lasttransienten. Dieser Einfluss kann ebenfalls mit LTSpice simuliert werden. Besonders sei hierbei darauf hingewiesen, dass innerhalb gewisser Grenzen, die Regelgeschwindigkeit der Regelschleife der Spannungsversorgung und die Impedanz der Ausgangskondensatoren miteinander in Wechselwirkung stehen.
Um nach Lasttransienten trotzdem in einem festgelegten Fenster der Ausgangsregelung zu bleiben, kann eine schnellere Regelschleife der Spannungsversorgung die notwenige Anzahl an Ausgangskondensatoren reduzieren.
Regelschleife optimieren mit LTpowerCAD
Um herauszufinden, welche Optimierung der Regelschleife möglich ist und wie viele der Ausgangskondensatoren eingespart werden können, empfiehlt sich LTpowerCAD.
Bild 3: LTpowerCAD zum Optimieren der Regelschleife eines Schaltreglers zur Reduktion der Anzahl der Ausgangskondensatoren.
(Bild: ADI)
Bild 3 zeigt einen Screenshot zur Berechnung der Regelgeschwindigkeit. Hier wird der berechnete Spannungsüberschuss nach einer Lasttransiente angezeigt. Zur Optimierung können die Ausgangskondensatoren variiert und es kann die Geschwindigkeit der Regelschleife des Schaltreglers angepasst werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Wenn Sie die richtigen Parameter überprüfen, ist es möglich, die Anzahl der Ausgangskondensatoren einer Spannungsversorgung zu reduzieren. Dies spart Kosten und Platz auf der Platine und ist somit ein empfehlenswerter Entwicklungsschritt.
* Frederik Dostal arbeitet als Field Application Engineer für Power Management bei Analog Devices in München.