Industriesteckverbinder Schwere Steckverbinder schnell und einfach verbinden

Von Norman Schlebusch* 5 min Lesedauer

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Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen- und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden Hebel für Effizienz und Anlagenverfügbarkeit.

Schwere 
Steckverbinder: 
Neue Kontakteinsätze und Modulträgerrahmen für eine durchgängig werkzeuglose Montage.(Bild:  Sky_light1000@Shutterstock / Phoenix Contact)
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Steckverbinder: 
Neue Kontakteinsätze und Modulträgerrahmen für eine durchgängig werkzeuglose Montage.
(Bild: Sky_light1000@Shutterstock / Phoenix Contact)

Der Maschinen- und Anlagenbau steht aktuell vor tiefgreifenden Herausforderungen, die etablierte Produktionsprozesse zunehmend unter Druck setzen. Einer der zentralen Treiber dieser Entwicklung ist der demografische Wandel. In vielen Industrienationen scheiden erfahrene Fachkräfte aus dem Berufsleben aus, während gleichzeitig qualifizierter Nachwuchs fehlt. Besonders betroffen sind technische Berufe mit hohem Praxis- und Erfahrungsanteil, wie sie im Maschinen-, Anlagen- und Schaltschrankbau typisch sind.

Betriebe sehen sich daher mit der Aufgabe konfrontiert, komplexe elektrotechnische Arbeiten mit weniger Personal auszuführen. Die Anforderungen an Flexibilität, Modularität und Wirtschaftlichkeit steigen, zusätzlich verkürzen sich die Entwicklungs- und Markteinführungszeiten neuer Maschinen und Anlagen. Die Time-to-Market ist zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Industrieunternehmen erwarten individualisierte Lösungen, kurze Lieferzeiten und eine schnelle Inbetriebnahme. Dies führt dazu, dass alle Bereiche der Wertschöpfungskette – von der Konstruktion über den Anlagenbau bis hin zur elektrischen Installation – unter erheblichen zeitlichen Einschränkungen stehen.

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Verkabelung als kritischer Zeit- und Kostenfaktor

Vor diesem Hintergrund rückt der Verkabelungsaufwand im Maschinen- und Anlagenbau zunehmend in den Fokus strategischer Betrachtungen. Dies zeigt sich auch beim Einsatz klassischer schwerer Industriesteckverbinder. Diese erfüllen zwar zuverlässig ihre Grundfunktion, sind jedoch häufig nicht auf die heutigen Anforderungen an Effizienz, Modularität und Kompaktheit ausgelegt.

Traditionelle schwere Steckverbinder sind in vielen Fällen für jeweils eine Übertragungsart optimiert – beispielsweise für Leistung, Signale oder Daten. Sollen mehrere Medien übertragen werden, führt dies häufig dazu, dass mehrere separate Steckverbinder eingesetzt werden müssen. Das hat direkte Auswirkungen auf Montageaufwand, Bauraum und Kosten.

Jede zusätzliche Schnittstelle bedeutet nicht nur mehr Komponenten, sondern auch zusätzliche Verdrahtung und erhöhte Prüf‑ und Inbetriebnahme-Zeiten. Zusätzlich steigt mit jeder weiteren Steckverbindung die Systemkomplexität; Übersichtlichkeit, Wartungsfreundlichkeit und Fehlersicherheit nehmen ab.

In der Praxis führt dies dazu, dass ein erheblicher Teil der Montagezeit im Maschinen‑ und Anlagenbau auf die Konfektionierung und Verdrahtung der Steckverbinder entfällt. In einem Umfeld mit Fachkräftemangel und engem Zeitrahmen entwickeln sich diese Arbeitsschritte zu einem Engpass (Bild 1).

Lösungsansätze: Vereinfachung und Prozessoptimierung

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen Unternehmen verstärkt auf Lösungen, die Montage- und Inbetriebnahmeprozesse vereinfachen und beschleunigen. Darüber hinaus sollen sie die Abhängigkeiten bestehender Montageketten aufbrechen und flexiblere Prozessgestaltung ermöglichen. Fachexpertise an wenigen gebündelten Arbeitsschritten einzusetzen, ist gerade in Zeiten von immer weiter sinkender Time to Market unerlässlich. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit der Automatisierung.

Montageschritte, die eindeutig definiert und reproduzierbar sind, lassen sich perspektivisch teil- oder vollautomatisiert ausführen. Gerade in Zeiten knapper Personalressourcen stellt dies einen entscheidenden Vorteil dar. Die zentrale Frage lautet also: Wie lässt sich die Installation so gestalten, dass sie schneller, einfacher und weniger fehleranfällig wird?

Beitrag moderner schwerer Industriesteckverbinder

Schwere Industriesteckverbinder spielen bei der Umsetzung eine zentrale Rolle. Steckverbinder sind heute weit mehr als reine Verbindungselemente: Sie tragen aktiv zur Effizienzsteigerung in Montage- und Inbetriebnahmeprozessen bei. Entscheidend hierfür ist das Zusammenspiel aus robuster Gehäusetechnik, innovativen Kontakteinsätzen und modularen Systemen.

Ein wesentlicher Fortschritt zeigt sich in den neuen Kontakteinsätzen und Modulträgerrahmen mit Click-in-Verriegelung von Phoenix Contact. Diese Technologie ermöglicht erstmals eine vollständig werkzeuglose Montage, von der Verdrahtung bis zur mechanischen Fixierung im Gehäuse. Während bisherige Steckverbinder bereits durch komfortable Anschlusstechniken wie Push-in eine werkzeuglose Leiteranschlusstechnik boten, blieb die mechanische Befestigung der Einsätze ein manueller, werkzeuggebundener Schritt. Mit der Click-in-Verriegelung entfällt nun auch diese letzte Hürde konsequent.

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Durchgängig werkzeugloses Verbindungskonzept

Die Kontakteinsätze werden einfach in das Gehäuse eingedrückt und rasten hör- und fühlbar ein. Die integrierten Verriegelungselemente sorgen für eine sichere, zuverlässige und vibrationsfeste Fixierung – ganz ohne Schrauben oder zusätzliches Montagematerial. Das Ergebnis ist ein deutlich beschleunigter Installationsprozess bei gleichzeitig hoher Prozesssicherheit (Bilder 2 und 3).

In Kombination mit der bewährten Push-in-Anschlusstechnik ergibt sich ein durchgängig werkzeugloses Verbindungskonzept. Leiter können einfach und sicher kontaktiert werden. Besonders hervorzuheben ist die neue Flexibilität beim Schutzleiteranschluss: Anders als bei bisherigen Lösungen muss dieser nicht mehr vor der Montage des Kontakteinsatzes angeschlossen werden. Dadurch ergeben sich klare Vorteile im Schaltschrankbau und in der Vorinstallation. Gehäuse können zunächst vollständig mechanisch bestückt und anschließend in einem gebündelten Arbeitsschritt verdrahtet werden.

Mehrere Übertragungsmedien im Steckverbinder kombinieren

Auch für Anwendungen, bei denen mehrere Übertragungsmedien in einem Steckverbinder kombiniert werden müssen, steht mit den neuen Modulträgerrahmen mit Click-in-Verriegelung eine konsequent weiterentwickelte Lösung zur Verfügung. Der bewährte Modulträgerrahmen, der bereits bisher die flexible Integration von Energie-, Signal- und Datenmodulen ermöglichte, wurde durch die neue Verriegelungstechnik weiter optimiert. Die vermeintlich komplexe Konfiguration modularer Steckverbinder wird dadurch erheblich vereinfacht.

Der Anwender wählt individuell die für seine Applikation benötigten Module aus, setzt diese werkzeuglos in den Modulträgerrahmen ein und drückt den Modulträgerrahmen anschließend in das Gehäuse. Dort rastet er durch den Click-in-Mechanismus hör- und spürbar ein und ist sofort sicher fixiert. Dieses durchgängige Konzept ermöglicht eine besonders schnelle und einfache Montage und unterstützt moderne Maschinen- und Anlagenkonzepte, die auf Flexibilität und Effizienz ausgelegt sind (Bild 4).

Damit entwickeln sich schwere Industriesteckverbinder mit Click-in-Verriegelung zu aktiven Enablern effizienter Produktionsprozesse. Sie reduzieren Montageaufwände, eliminieren werkzeuggebundene Arbeitsschritte und erhöhen gleichzeitig die Installationssicherheit. Anwender profitieren somit von kürzeren Durchlaufzeiten, höherer Flexibilität und einer nachhaltigen Entlastung von Fachkräften, bei gleichbleibend hoher Qualität und Zuverlässigkeit.

Verkabelung als strategischer Erfolgsfaktor der Zukunft

Der Maschinen- und Anlagenbau wird auch in Zukunft durch steigende Komplexität, wachsende Modularität und weiter sinkende Projektlaufzeiten geprägt sein. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine der zentralen Herausforderungen der Industrie. Vor diesem Hintergrund wird die Verkabelung zunehmend zum strategischen Erfolgsfaktor.

Verbindungslösungen, die einfache Montage, Prozessoptimierung und Automatisierung ermöglichen, gewinnen weiter an Bedeutung. Moderne schwere Industriesteckverbinder leisten einen entscheidenden Beitrag, indem sie Montagezeiten reduzieren, Prozesse vereinfachen und flexible Anlagenkonzepte unterstützen. In einer zunehmend automatisierten und vernetzten Industrie werden solche Lösungen maßgeblich dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit zu sichern. (kr)

* Norman Schlebusch ist Produktmanager Produktmarketing Field Connectivity bei Phoenix Contact in Blomberg.

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