Milliardenschweres Bündnis Qualcomm fertigt maßgeschneiderte KI-Chips für Amazon

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Amazon rüstet seine Rechenzentren auf und bindet Qualcomm langfristig an sich. Der Chiphersteller liefert künftig Spezialprozessoren für KI-Inferenz sowie optische 1,6-Terabit-Netzwerktechnik. Über ein milliardenschweres Optionspaket sichert sich Amazon zugleich Anteile am Halbleiterkonzern.

Mega-Deal: Qualcomm liefert für 60 Milliarden US-Dollar künftig maßgeschneiderte Inferenz-Chips und optische Verbindungstechnik für die Cloud-Infrastruktur von Amazon.(Bild:  Qualcomm)
Mega-Deal: Qualcomm liefert für 60 Milliarden US-Dollar künftig maßgeschneiderte Inferenz-Chips und optische Verbindungstechnik für die Cloud-Infrastruktur von Amazon.
(Bild: Qualcomm)

Der Chiphersteller Qualcomm verbündet sich langfristig mit Amazons Cloud-Sparte Aws. Die auf mehrere Generationen angelegte Kooperation umfasst maßgeschneiderte Halbleiter für KI-Inferenz sowie Verbindungstechnik für Datendurchsätze von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde. Während die Pressemitteilung vor allem technische Absichten betont, offenbart ein Pflichtbericht bei der US-Börsenaufsicht SEC die finanzielle Dimension: Amazon erhält Optionsscheine für bis zu 25 Millionen Qualcomm-Aktien zum Festpreis von 161,26 US-Dollar je Anteil. Diese Rechte greifen gestaffelt und sind an Hardware-Bestellungen von bis zu 60 Milliarden US-Dollar über eine Laufzeit von zehn Jahren gekoppelt. Eine erste Tranche über 3,75 Millionen Optionen übertrug Qualcomm bereits mit Vertragsschluss.

KI-Inferenz und optische Flaschenhälse

Technologisch zielt das Bündnis auf Chips für die KI-Inferenz, also auf das Ausführen vortrainierter KI-Modelle. Da Rechenzentren enorme Strommengen verbrauchen, nutzt Qualcomm seine Erfahrung mit energieeffizienten Architekturen aus dem Mobilfunksektor. Die Spezialchips ersetzen Amazons hauseigene Halbleiter wie Trainium oder Graviton nicht, sondern ergänzen das Angebot neben Nvidia-GPUs, um Lastspitzen bei Routine-Abfragen wirtschaftlicher abzufedern. Zugleich liefert Qualcomm optische DSPs und SerDes-Schaltungen, um Datenströme zwischen Serverschränken latenzarm zu übertragen. Im Gegenzug greift Qualcomm auf Amazons Plattform Bedrock zu, um eigene Chipentwürfe per KI zu beschleunigen.

Angriff auf Broadcom und Marvell

Für Qualcomm entspricht der Großauftrag der Diversifizierungsstrategie, um nicht zu sagen: einem Befreiungsschlag. Der kalifornische Konzern verringert damit seine Abhängigkeit vom zyklischen Smartphone-Markt, in dem Apple schrittweise auf eigene Chips umstellt. Mit Amazon als Referenzkunden greift Qualcomm etablierte Anbieter von Rechenzentrums-ASICs wie Broadcom und Marvell direkt an. Bis 2029 peilt das Unternehmen in San Diego einen Jahresumsatz von über 15 Milliarden US-Dollar im Datacenter-Geschäft an. (mc)

(ID:50951161)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung