Konventionelle Kühlkonzepte stoßen in der Leistungselektronik zunehmend an ihre physikalischen Grenzen. Die Möglichkeiten beim Design klassischer, äußerer Kühlkörper sind oftmals ausgereizt. Eine neuartige Architektur verspricht nun einen deutlich geringeren Platzbedarf bei gleichzeitig gesteigerter Leistung.
Verbessertes Kühlkonzept: Dank der Hohlraum-Mikrostruktur, den sogenannten vaskulären Metamaterialien, werden nicht nur Volumen und Gewicht gesenkt, sondern auch die Kühlkapazität gesteigert.
(Bild: Automoteam)
In der klassischen Entwärmung sitzt das Problem tief: Bis zu 90 Prozent des thermischen Widerstands entstehen in der Konvektion. Konstrukteure versuchen seit Jahrzehnten, dies durch eine höhere Rippendichte (Fins, Pins oder Lattices) auszugleichen. Doch dabei entsteht ein physikalischer Zielkonflikt: Dichtere Rippen bedeuten einen dünneren wärmeleitenden Querschnitt. Der Rippenwirkungsgrad sinkt signifikant, da die Wärme erst mühsam durch das Material zur Oberfläche wandern muss.
Der Engpass verschiebt sich so von der Konvektion zur Konduktion. Entwickler investieren deshalb oft in teure Notlösungen: Kupfer statt Aluminium oder extrem kostspielige High-End-Wärmeleitmaterialien (TIMs). „Das ist oft der falsche Hebel an den falschen zehn Prozent des Problems. Das Problem wird vertagt, aber nicht gelöst“, erklärt Eugen Pfeifer, Geschäftsführer Automoteam, im Vorfeld seines Vortrags am 30. September in Würzburg.
Offenporige Struktur dank Metamaterialien
Sein Ansatz kehrt das Prinzip um: Das Fluid wandert zur Wärmequelle und nicht umgekehrt. Während herkömmliche Kühlkörper dem „Outsider-Prinzip“ folgen und nur an der äußeren Oberfläche wirken, aktiviert die sogenannte PORECOOL-Technologie das gesamte 3D-Volumen des Kühlkörpers. Das Kernvolumen des Metalls bleibt nicht länger thermisch inaktiv.
Das Geheimnis liegt in einer neuen Hohlraum-Mikrostruktur, sogenannten vaskulären Metamaterialien. Anstatt massiver Blöcke setzt man auf eine offenporige Struktur, beispielsweise aus Aluminiumguss. Die wärmeleitenden Querschnitte entsprechen dabei denen klassischer Hochleistungskühlkörper, doch die konvektive Oberfläche liegt weit darüber. Integrierte Effekte wie ein „Golfball-Effekt“ sorgen für völlig neue Wärmeübertragungsphänomene und verschieben die physikalischen Grenzen thermischer Systeme.
Dieser neue Ansatz verspricht Vorteile für das Wärmemanagement:
Volumen und Gewicht: Reduktion um bis zu 70 Prozent.
Wirkfläche: Eine bis zu 9-mal größere spezifische Oberfläche.
Leistung: Steigerung der Kühlkapazität um bis zu 200 Prozent.
Probleme mit der Verschmutzung?
Entwickler stehen offenporigen Strukturen oft skeptisch gegenüber, da sie befürchten, dass die Poren im Inneren des Materials verstopfen könnten. Pfeifer räumt an dieser Stelle mit diesen Bedenken auf: „Da sich das Medium in tausende mikropulsierende Strömungen aufteilt, fließt es barrierefrei und ohne die klassischen Staudruckzonen herkömmlicher Kühlrippen.“
In der täglichen Anwendung zeigt die Praxis sogar bis zu zehnmal längere Serviceintervalle im Vergleich zu Standardfiltern. Und sollte sich doch einmal Staub ansammeln: Durch einfaches Rückblasen, wie beispielsweise durch das Umpolen des Lüfters, lässt sich das System hocheffizient reinigen.
DER KONGRESS FÜR ELEKTRONIKENTWICKLER
Entwickeln mit Weitblick – Die 360-Grad-Sicht auf die Elektronik
(Bild: VCG)
Von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt: Power of Electronics liefert Wissen, Werkzeuge und Kontakte für erfolgreiche Elektronikentwicklung. Egal, ob Sie am Anfang Ihrer Karriere stehen oder erfahrener Spezialist sind – hier finden Sie tiefgehende Inhalte, aktuelle Technologien und innovative Lösungen. Es erwartet Sie ein auf verschiedene Themengebiete der Elektronik fokussiertes Vortragsprogramm, eine übergreifende Fachausstellung mit den jeweiligen Spezialunternehmen und Komponentenanbietern sowie zahlreiche Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch und intensiven Networking.
Schneller entwickeln: Dank eines zweistufigen Ansatzes können Entwickler schneller und einfacher Prototypen entwickeln.
(Bild: Automoteam)
Konventionelle Kühlkörper-Entwicklungen nehmen oft mehrere Monate in Anspruch. Metahybrid geht hier einen schnelleren Weg durch einen zweistufigen, KI-gestützten Ansatz. Im klassischen Prozess muss jeder Entwurf manuell im CAD modelliert, vernetzt und in zeitaufwendigen CFD-Simulationen (Computational Fluid Dynamics) iterativ geprüft werden.
In Phase 1 berechnet ein KI-gestützter Algorithmus einen multidimensionalen Lösungsraum, in dem tausende Konfigurationen geprüft werden. Das Ergebnis ist eine Datenbasis, die belastbare Antworten für technische und strategische Fragen liefert. Zeitraubende CAD/CFD-Schleifen entfallen damit fast komplett. Im nächsten Schritt werden die vielversprechendsten Varianten als reale Prototypen für Messungen im Labor gefertigt. Diese können oft sofort im Kundensystem eingesetzt werden. Mit den realen Messwerten wird das Simulationsmodell final optimiert.
In der zweiten Phase geht es um die Serienentwicklung und Produktion. Sobald das sogenannte MVP validiert ist, wird das System für die Fertigung finalisiert. Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die erste Version eines Produkts, die gerade so viele Funktionen hat, dass sie einsatzfähig ist und dem Kunden einen echten Nutzen bietet. Da das Design bereits digital und empirisch ausgereift ist, entfallen späte Änderungen am Seriendesign fast vollständig. (heh)
Eugen Pfeifer geht in seinem Vortrag „Disruptive Kühlarchitektur: Offenporiger Aluminiumguss für Leistungselektronik, KI-Infrastrukturen und Data Center.“ am 30. September auf die Vorteile von PORECOOL ein. Damit sollen die Bauraumprobleme angegangen werden, die bisher als unlösbar galten.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.