Es wäre ein Paukenschlag in der Prozessorbranche: Gerüchten zufolge macht sich AMD daran, FPGA-Marktführer Xilinx zu übernehmen. 30 Mrd. US-$ seien demnach als Kaufsumme im Gespräch.
Firmenhauptsitz von AMD im kalifornischen Sunnyvale. Der Prozessor- und GPU-Spezialist greift Brancheninsidern zufolge nach FPGA-Marktführer Xilinx.
(Bild: John G. Mabanglo/EPA/dpa)
Der Chipkonzern AMD bläst laut Insidern mit einem möglichen Kauf von Xilinx zum Angriff auf den großen Rivalen Intel. Ein Deal, der Xilinx mit rund 30 Milliarden US-Dollar (25,5 Mrd Euro) bewerten würde, könnte bereits in der kommenden Woche angekündigt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
Zuvor hatte bereits das "Wall Street Journal" über Gespräche zwischen beiden Unternehmen berichtet. Die Übernahme würde AMD dem Geschäft mit Chips für Rechenzentren einen Schub verleihen. In diesem Bereich ist vor allem Intel traditionell stark aufgestellt.
Xilinx gilt derzeit als Marktführer bei programmierbaren Logikbausteinen wie FPGAs. In den letzten Jahren fokussierte sich der Konzern immer mehr auf das High-End-Geschäft mit Bausteinen, die auf den Einsatz in Rechenzentren oder beim Autonomen Fahren abzielen. AMD könnte mit dem Kauf von Xilinx zudem in den Markt für Telekommunikations-Chips vordringen, der gerade vom globalen Aufbau der 5G-Netze profitiert.
Xilinx bringt es per Schlusskurs vom Donnerstag von rund 106 Dollar je Aktie auf einen Marktwert von knapp 26 Milliarden Dollar. AMD ist an der Börse mit rund 100 Milliarden Dollar viermal so viel wert. Zum Vergleich: Der Dauerrivale Intel bringt es auf 227 Milliarden Dollar.
Massive Bewegung im Prozessoren- und FPGA-Geschäft
Die Übernahmegerüchte sind interessant insbesondere wenn man auf die Märkte für Desktop-Prozessoren und programmierbare Logik blickt. 2015 kaufte Intel die damalige Nummer zwei auf dem FPGA-Markt, Altera, für 16,7 Milliarden US-$ ein. Auch das seither unter dem Namen Intel PSG firmierende Unternehmen hatte sich seither verstärkt auf High-End-Lösungen für Rechenzentren fokussiert. So sind FPGAs als parallele Co-Prozessor-Einheiten für Rechenzentrums-CPUs bewährt.
Gleichzeitig gelingt es AMD seit Einführung seiner Zen-Prozessorarchitektur 2016, Intel sowohl im Desktop- als auch dem Embedded-Markt immer stärker den Rang abzulaufen. Anfang 2020 sorgte der Prozessorhersteller für Schlagzeilen als es ihm gelang, zahlreiche namhafte Prozessorspezialisten von IBM und dem Hauptkonkurrenten Intel abzuwerben. Eine Übernahme von FPGA-Spezialist Xilinx könnte den Schwung, den das Unternehmen in den letzten Jahren aufgenommen hat, noch einmal enorm verstärken - und insbesondere Intel einen weiteren empfindlichen Nackenschlag versetzen.
AMD hat in den vergangenen Jahren ein beachtliches Comeback hingelegt. 2014, nach dem relativen Scheitern der "Bulldozer"-Prozessorarchitektur, sah es so aus, als wäre der Prozessorhersteller in Schwierigkeiten. Aktionäre drängten darauf, das erfolgreichere GPU-Geschäft abzuspalten, was den CPU-Zweig auf ein Abstellgleis geschoben hätte. Doch CEO Lisa Su, die 2014 die Geschicke übernahm, gelang es, den Kurs von AMD wieder umzukehren. Bei Desktop-Computerprozessoren und Laptops hat es sich gegen den langjährigen Rivalen Intel durchgesetzt. Das Unternehmen arbeitet auch daran, seine Geschicke im Servergeschäft umzukehren, wo Chips so viel kosten können wie ein Kleinwagen. Jahrelang hatte Intel diesen Markt dominiert, während AMD-Prozessoren in diesem Bereich zwischenzeitlich weniger als 1% abdeckten.
Angetrieben von einer durch die Coronakrise ausgelösten Delle in der Elektronik-Konjunktur macht sich 2020 daran, zu einem neuen großen Konsolidierungsjahr in der Halbleiterbranche zu werden. Schon alleine die beiden Milliarden-Transaktionen von NVIDIA/ARM und Analog Devices / Maxim Integrated sorgten dafür, dass das Transaktionsvolumen hinsichtlich Mergers und Akquisitionen mit insgesamt 63,1 Mrd US-$ das zweitgrößte in der Geschichte der Halbleiterindustrie ist. Das bislang teuerste Jahr in dieser Hinsicht bleibt 2015, wo insgesamt 107,7 Mrd. US-$ für Firmenübernahmen aufgewendet wurde. Für 2016 war ebenfalls eine Summe von über 100 Mrd US-$ angesetzt gewesen, doch das Platzen der über 40 Mrd. Dollar schweren geplanten Übernahme von NXP durch Qualcomm und andere Korrekturen haben dieses Transaktionsvolumen letztendlich wieder drastisch nach unten korrigiert.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.