Passive Bauelemente Milliardenauftrag unterstreicht MLCC-Bedarf für KI-Server

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Samsung Electro-Mechanics hat einen langfristigen Liefervertrag im Wert von über 1 Billion Won für MLCCs in KI-Servern abgeschlossen. Der Auftrag ist ein weiteres Signal dafür, dass der Ausbau von Rechenzentren zunehmend auch den Markt für hochwertige passive Bauelemente prägt.

Symbolbild: Der KI-Rechencenter-Boom wirkt sich auch auf die Verfügbarkeit von passiven Bauelementen aus.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Symbolbild: Der KI-Rechencenter-Boom wirkt sich auch auf die Verfügbarkeit von passiven Bauelementen aus.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Der Ausbau von KI-Rechenzentren wirkt längst nicht mehr nur auf Prozessoren und Speicher. Auch bei passiven Bauelementen steigt die Nachfrage nach besonders leistungsfähigen und zuverlässigen Varianten. Ein neuer Großauftrag für Samsung Electro-Mechanics liefert dafür nun ein weiteres konkretes Beispiel.

Der südkoreanische Hersteller hat mit einem nicht genannten internationalen Großkunden einen Liefervertrag für Multilayer Ceramic Capacitors, kurz MLCCs, im Wert von mehr als 1 Billion Won (mehr als 670 Millionen Euro) abgeschlossen. Die Lieferung soll über das gesamte Jahr 2027 erfolgen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den bislang größten langfristigen MLCC-Liefervertrag von Samsung Electro-Mechanics.

KI-Server stellen höhere Anforderungen an MLCCs

MLCCs dienen unter anderem dazu, Versorgungsspannungen zu stabilisieren und Störungen in elektronischen Schaltungen zu unterdrücken. Besonders deutlich wird ihre Aufgabe direkt an den GPUs eines KI-Servers: Wechselt ein Prozessor innerhalb kurzer Zeit von geringer auf hohe Rechenlast, kann sein Strombedarf sprunghaft um Dutzende bis Hunderte Ampere steigen. Direkt am Prozessor platzierte MLCCs puffern diese Lastspitzen und helfen, einen kurzzeitigen Einbruch der Versorgungsspannung zu verhindern. Gleichzeitig müssen die Bauteile trotz der hohen Leistungs- und Wärmedichte rund um die GPUs ihre Kapazität zuverlässig halten.

Samsung Electro-Mechanics zufolge kommen in KI-Servern mehr als zehnmal so viele MLCCs zum Einsatz wie in konventionellen Servern. Die genaue Zahl hängt allerdings stark von Systemarchitektur und Ausstattung ab. Besonders gefragt sind hochkapazitive und hochzuverlässige Typen, die nur von einer vergleichsweise kleinen Zahl von Herstellern in großen Stückzahlen gefertigt werden können.

Dass der neue Vertrag kein Einzelereignis ist, zeigt die Entwicklung der vergangenen Monate. Samsung Electro-Mechanics hatte bereits im zweiten Quartal von langfristigen MLCC-Vereinbarungen mit mehr als zehn Kunden berichtet. Seit Mai 2026 summieren sich die öffentlich bekannt gegebenen langfristigen Vereinbarungen für MLCCs und Siliziumkondensatoren mit Bezug zu KI-Anwendungen nach Angaben des Unternehmens auf rund 3,32 Billionen Won.

Kapazitäten sichern, während die Preise steigen

Die langfristigen Vereinbarungen zeigen zugleich, wie sich die Beschaffungsstrategie bei kritischen Komponenten verändert. Betreiber und Hersteller von KI-Infrastruktur versuchen offenbar zunehmend, benötigte Kapazitäten frühzeitig abzusichern, anstatt Bauteile ausschließlich über kurzfristige Bestellungen zu beschaffen.

Parallel dazu steigt der Preisdruck. Trendforce berichtet, dass Samsung Electro-Mechanics für das vierte Quartal 2026 Preiserhöhungen angekündigt habe. Bei hochwertigen X6S-Produkten für KI-Server sollen die Anpassungen je nach Kunde im Bereich von 10 bis 20 Prozent liegen. Bei Consumer-MLCCs des Typs X5R nennt Trendforce sogar durchschnittliche Steigerungen von 25 bis 30 Prozent. Dahinter steht demnach auch der Versuch, Fertigungskapazitäten stärker auf margenstärkere High-End-Produkte auszurichten.

Die Entwicklung zeichnet sich bereits seit einiger Zeit ab. Mitte August 2026 meldete Trendforce für hochkapazitive und hochspannungsfeste MLCCs Lieferzeiten von rund 15 bis 20 Wochen. Bei besonders hochwertigen Produkten können sie demnach deutlich darüber liegen. Für Entwickler und Einkäufer ist damit weniger der einzelne Rekordauftrag entscheidend als das dahinterliegende Muster. Der Ausbau von KI-Infrastruktur verschiebt die Nachfrage zunehmend hin zu Bauelementen mit hoher Kapazität, Spannungsfestigkeit und Zuverlässigkeit. (sb)

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