Annahmefrist abgelaufen Ennoconn verfehlt Mehrheit bei Kontron nur knapp

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Ennoconn könnte seinen Anteil an Kontron auf 48,08 Prozent erhöhen. Für die absolute Mehrheit reicht das Ergebnis des Pflichtangebots zwar nicht, der taiwanische Konzern bliebe aber der klar dominierende Aktionär. Vollzogen ist die Transaktion noch nicht: Zunächst läuft die deutsche Investitionsprüfung.

Ennoconn verfehlt die Anteilsmehrheit an Kontron, hat aber beachtliche 48,08 Prozent erreicht - unter Vorbehalt, denn der jngere Erwerb der Aktien muss zuerst von Behörden freigegeben werden.(Bild:  Kontron)
Ennoconn verfehlt die Anteilsmehrheit an Kontron, hat aber beachtliche 48,08 Prozent erreicht - unter Vorbehalt, denn der jngere Erwerb der Aktien muss zuerst von Behörden freigegeben werden.
(Bild: Kontron)

Der taiwanische Industriecomputer-Hersteller Ennoconn hat im Juni 2026 die 30-Prozent-Stimmrechtsschwelle bei Kontron überschritten und ist damit zur Abgabe eines Pflichtangebots verpflichtet – wir haben darüber berichtet. Nach dem Ende der Annahmefrist am 27. Juli wurden insgesamt 12.289.840 Kontron-Aktien in das Pflichtangebot von Ennoconn eingeliefert. Das entspricht 19,24 Prozent der Stimmrechte. Zusammen mit den bereits gehaltenen Anteilen käme Ennoconn nach Vollzug auf 48,08 Prozent, wie aus der aktuellen Stimmrechtsmitteilung vom 30. Juli 2026 hervorgeht.

Damit fehlen Ennoconn lediglich 1,92 Prozentpunkte zur absoluten Mehrheit. Kontron betont in seiner Mitteilung zwar, dass der taiwanische Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte erreichen werde. Mit annähernd der Hälfte aller Stimmen könnte Ennoconn die Entscheidungen des Unternehmens dennoch maßgeblich beeinflussen. Bei Hauptversammlungen, auf denen nicht sämtliche Stimmrechte vertreten sind, kann ein solcher Anteil auch für Mehrheiten bei Abstimmungen ausreichen.

Aktien sind noch nicht übertragen

Vollzogen ist der Erwerb bislang nicht und der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der deutschen Investitionsprüfung. Das zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Energie untersucht nach Angaben von Kontron, ob der Erwerb Sicherheitsinteressen oder andere regulatorische Belange Deutschlands berührt. Wie lange das Verfahren dauern wird, ist offen. Kontron zufolge hängt dies von der Bewertung durch die zuständigen Behörden ab. Bis zur Veröffentlichung, dass sämtliche Angebotsbedingungen erfüllt sind, können Aktionäre ihre Annahme widerrufen. Die Zahl der angedienten Aktien kann deshalb noch sinken, aber nicht mehr steigen. Erst nach Abschluss des Prüfverfahrens steht fest, welchen Anteil Ennoconn tatsächlich erreicht.

Vorstand hatte vom Verkauf abgeraten

Das Pflichtangebot war nach Ennoconns Überschreitung der Kontrollschwelle notwendig geworden. Es handelte sich daher nicht um ein klassisches freiwilliges Übernahmeangebot mit einer festgelegten Mindestannahmequote. Vorstand und Aufsichtsrat von Kontron hatten den Aktionären Anfang Juli empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen. Sie bewerteten den Preis von 23,50 Euro je Aktie als finanziell unangemessen. Er entsprach nahezu dem gesetzlichen Mindestpreis, lag unter dem Durchschnittskurs der vorangegangenen zwölf Monate und deutlich unter den damaligen Kurszielen der Analysten. (sb)

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