European Microwave Week 2026 Das erwartet die HF-Branche in diesem Jahr

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Mehr als 300 Aussteller, drei Fachkonferenzen und ein Programm zu Radar, integrierten Mikrowellenschaltungen, 6G und Millimeterwellentechnik: Die European Microwave Week 2026 findet vom 4. bis 9. Oktober im ExCeL London statt.

Den fachlichen Rahmen bildet die European Radar Conference sowie das angekündigte 6G-Forum auf der EuMW in London.(Bild:  Konstantin Gastmann)
Den fachlichen Rahmen bildet die European Radar Conference sowie das angekündigte 6G-Forum auf der EuMW in London.
(Bild: Konstantin Gastmann)

Die European Microwave Week gehört zu den zentralen europäischen Veranstaltungen für Hochfrequenz-, Mikrowellen- und Radartechnik. 2026 steht die Veranstaltung unter dem Leitthema „Radiating Change, Microwaves for a Sustainable Tomorrow“. Im Mittelpunkt stehen damit nicht nur neue Komponenten und Systeme, sondern auch die Frage, wie sich Mikrowellentechnik energieeffizienter und nachhaltiger entwickeln lässt.

Zur EuMW gehören drei Fachkonferenzen: die European Microwave Integrated Circuits Conference (EuMIC), die European Microwave Conference (EuMC) und die European Radar Conference (EuRAD). Die Themen reichen von integrierten HF-Schaltungen und Antennen über Packaging und Messtechnik bis zu Radar, Funkkommunikation und Sensorsystemen.

Mehr als 300 Aussteller aus der HF- und Mikrowellenbranche

Im offiziellen Ausstellerführer nennt der Veranstalter mehr als 300 internationale Aussteller. Vertreten sind unter anderem Messtechnikhersteller, Halbleiteranbieter, Entwickler von MMICs und Antennensystemen sowie Forschungsinstitute. Zu den Ausstellern gehören beispielsweise Rohde & Schwarz, Keysight, Ansys, Microchip Technology, MACOM Technology Solutions, Marki Microwave, Maury Microwave, Richardson RFPD, Teledyne e2v Semiconductors, United Monolithic Semiconductors und WIN Semiconductor. Auch Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer FHR, Fraunhofer IAF, Fraunhofer IZM, IHP und imec sind im Ausstellerumfeld vertreten.

Damit bildet die Ausstellung einen großen Teil der HF-Signalkette ab. Das reicht von Halbleitern und integrierten Mikrowellenschaltungen über Antennen und passive Komponenten bis zu Messgeräten und Simulationssoftware.

Höhere Frequenzen erhöhen den Messaufwand

Ein Schwerpunkt der EuMW liegt auf Millimeterwellen- und Sub-THz-Systemen. Mit steigender Frequenz verändern sich die Anforderungen an Leitungen, Steckverbinder, Kalibrierung und Messaufbau. Verluste in Signalpfaden nehmen zu, mechanische Toleranzen wirken sich stärker aus und die Charakterisierung von Komponenten wird empfindlicher gegenüber Übergängen und Fehlanpassungen.

Das betrifft unter anderem:

  • Vektornetzwerkanalysatoren und Millimeterwellenkonverter,
  • Antennen- und Over-the-Air-Messungen,
  • Radar- und Sensorsysteme,
  • Satellitenkommunikation,
  • Leistungsverstärker und Frontends,
  • Filter, Mischer und integrierte HF-Schaltungen.

Die Ausstellerinformationen zur EuMW 2026 reichen bei einzelnen Messlösungen bis zu Frequrnzen von 330 GHz. Für Entwickler stellt sich dabei nicht nur die Frage nach der maximalen Frequenz eines Messgeräts. Entscheidend sind auch die verfügbare Dynamik, das Messrauschen, die Kalibrierstrategie und die Rückführung der Messung.

Radar und 6G verbinden Kommunikation und Sensorik

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verbindung von Funkkommunikation und Umfelderfassung. Unter dem Begriff Integrated Sensing and Communication (ISAC) werden Konzepte zusammengefasst, bei denen ein Funksystem gleichzeitig Daten überträgt und Informationen über seine Umgebung gewinnt. Für solche Systeme müssen Testaufbauten mehr als nur eine Entfernung oder eine Relativgeschwindigkeit simulieren. Relevant sind auch die Winkelinformation, die Reflexionseigenschaften eines Objekts und zeitabhängige Bewegungsmuster. Eine besondere Rolle spielen dabei Mikro-Doppler-Signaturen. Sie können beispielsweise charakteristische Bewegungen von Rotoren, Rädern oder Gliedmaßen abbilden und damit die Klassifizierung von Objekten unterstützen.

Die European Radar Conference und das auf der EuMW angekündigte 6G-Forum bieten dafür den passenden fachlichen Rahmen. Für die Messtechnik entstehen neue Anforderungen: Signale müssen reproduzierbar, phasenstabil und häufig mehrkanalig erzeugt und ausgewertet werden. Gleichzeitig müssen die Testfälle ausreichend realistisch sein, um Algorithmen und Sensorsysteme unter definierten Bedingungen zu validieren.

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Nachhaltigkeit als übergeordnetes Thema

Mit dem Leitthema „Microwaves for a Sustainable Tomorrow“ rückt die EuMW außerdem die Nachhaltigkeit der Mikrowellentechnik in den Mittelpunkt. Technisch relevant sind dabei unter anderem der Wirkungsgrad von HF-Leistungsverstärkern, der Energiebedarf von Funk- und Radarsystemen sowie der Material- und Fertigungsaufwand bei Hochfrequenzkomponenten.

Auch die Messtechnik selbst ist davon betroffen. Kürzere Testzeiten, automatisierte Messabläufe und eine bessere Ausnutzung vorhandener Testressourcen können den Energie- und Anlagenaufwand in Entwicklung und Produktion verringern. Ob und wie stark diese Aspekte auf der EuMW 2026 in konkreten Fachbeiträgen behandelt werden, lässt sich anhand des laufend aktualisierten Konferenzprogramms weiter präzisieren. (heh)

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