LED-Beleuchtung Ein verändertes Lichtspektrum schützt Insekten

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 1 min Lesedauer

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Amberfarbene LED-Leuchten mit einer Farbtemperatur von 1.800 Kelvin ziehen deutlich weniger fliegende Insekten an als kaltweiße LED-Leuchten mit 4.000 Kelvin. Das hat eine Feldstudie des Forschungsprojekts BALIN an sechs ländlichen Bahnhöfen im Westhavelland gezeigt.

Forscher haben an sechs ländlichen Bahnhöfen untersucht, wie sich verschiedene Leuchten auf die Anziehungskraft auf fliegende Insekten auswirken.(Bild:  Christian Bedeschinski)
Forscher haben an sechs ländlichen Bahnhöfen untersucht, wie sich verschiedene Leuchten auf die Anziehungskraft auf fliegende Insekten auswirken.
(Bild: Christian Bedeschinski)

Die Farbtemperatur von LEDs hat Einfluss auf Insekten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Forschungsprojekt BALIN unter Beteiligung des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels. Verglichen wurden amberfarbene LEDs mit einer Farbtemperatur von 1.800 K, kaltweiße LEDs mit 4.000 K und den bisher verwendeten Natriumhochdruckdampflampen mit 2.000 K. Die Messungen erfolgten an sechs ländlichen Bahnhöfen im Westhavelland unter realen Bedingungen.

Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass die Farbtemperatur allein die Wirkung einer Lichtquelle nicht erklärt. Die Natriumdampflampen mit ihren 2.000 K zogen trotz ihrer warmen Lichtfarbe ähnlich viele Insekten an wie die kaltweißen LEDs mit 4.000 K. Ausschlaggebend ist daher das Emissionsspektrum der jeweiligen Leuchte. Ein entscheidender Einflussfaktor ist der Anteil kurzwelliger Strahlung und nicht allein der angegebene Kelvin-Wert.

Die LED mit 1.800 K reduzierte nach Angaben der Forscher auch die Zahl der nachgewiesenen Arten um zehn bis 20 Prozent. Dazu gehörten gefährdete und gesetzlich geschützte Arten. Vollständig vermeiden ließ sich der Anlockeffekt jedoch nicht: An den mit 1800-K-LEDs beleuchteten Standorten wurden weiterhin mehr Insekten erfasst als an unbeleuchteten Kontrollorten.

Wirkung von Außenbeleuchtung

Als weitere Maßnahmen nennen die Forscher eine bedarfsgerechte Dimmung, eine gezielte Abschirmung und kürzere Beleuchtungszeiten. Das Projekt zeigt damit, dass sich die Umweltwirkung von Außenbeleuchtung nicht nur über die elektrische Leistungsaufnahme, sondern auch über Spektrum, Abstrahlcharakteristik und Betriebsweise beeinflussen lässt.

Die Deutsche Bahn hat die untersuchten Bahnsteige sowie einen weiteren Bahnhof nach eigenen Angaben bereits auf die LEDs mit der Farbtemperatur von 1.800 K umgerüstet. Das Leuchtmittel wurde außerdem in die Leuchtenauswahlliste der DB InfraGO aufgenommen. Ein flächendeckender Einsatz ist laut Projektinformation derzeit unter anderem durch offene Fragen bei Normen, Sicherheitsvorgaben und naturschutzrechtlichen Regelungen begrenzt. (heh)

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