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Platz 7: IBM PCjr - der ungeliebte kleine Bruder
Anfang der achtziger Jahre etablierte sich der IBM PC in der Business-Welt, doch der Heimcomputermarkt war hart umkämpft. Dort dominierte Commodores "Brotkasten" C64, und auch die Apple- und Atari-Rechner waren weit verbreitet.
Es schien ausgemachte Sache, dass ein Heimcomputer von IBM den Massenmarkt im Sturm erobern würde. Der unter dem Codenamen "Peanut" (Erdnuss) entwickelte IBM PCjr wurde daher mit Spannung erwartet.
Als das Gerät dann endlich im Frühjahr 1984 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, platzte die Euphorieblase: Das Grundmodell kostete deutlich mehr als der populäre C64, bot jedoch auch nur 64 Kilobyte Hauptspeicher und hatte kein Diskettenlaufwerk. Ein voll ausgestattetes System mit mehr Speicher, Floppy-Laufwerk, Monitor, Drucker, Joysticks und den entsprechenden Kabeln kam, so rechnete das US-Magazin "Popular Science", auf den stolzen Preis von 2833 Dollar.
Kritik entzündete sich aber nicht nur an dem spartanisch ausgestatteten Grundmodell, sondern auch an der billigen Kaugummitastatur, mit der der PCjr ausgeliefert wurde.
Das Keyboard war zwar durchaus fortschrittlich durch eine kabellose Infrarotverbindung mit der Zentraleinheit verbunden. Das machte aber den parallelen Einsatz mehrerer PCjr im Klassenzimmer, wofür das Gerät auch gedacht war, schwierig. Denn IBM konnte nicht komplett ausschließen, dass sich die Keyboards mehrerer Rechner im Parallelbetrieb gegenseitig stören würden. Ein Tastaturkabel war zwar erhältlich - allerdings gegen Aufpreis.
Last but not least war der PCjr nicht komplett zum großen Bruder kompatibel, obwohl er mit dem Intel 8088 denselben Prozessor verwendete und auch dasselbe Betriebssystem benutzte. Insbesondere das BIOS wies Unterschiede zum Original-PC auf.
Aber vor allem der hohe Preis im Vergleich zur Konkurrenz schaufelte dem Hoffnungsträger ein frühes Grab. Schon 1985 stellte Big Blue die Produktion des PCjr ein.
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