Consumer-Elektronik

Die 10 größten Elektronik-Flops

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Platz 9: Sendo Z100 - das Smartphone, das nie kam

Das Z100 war eine Gemeinschaftsentwicklung von Sendo und Microsoft, das mit Spannung erwartet wurde. Leider zerstritten sich beide Partner. (Sendo)
Das Z100 war eine Gemeinschaftsentwicklung von Sendo und Microsoft, das mit Spannung erwartet wurde. Leider zerstritten sich beide Partner. (Sendo)

Wer heute "Smartphone" sagt, denkt - natürlich - an Apple oder an andere Hersteller wie HTC oder Samsung. Von dem britischen Hersteller Sendo spricht heute dagegen niemand mehr.

Mit mehr Glück hätte das Unternehmen aus Birmingham aber der erste Anbieter eines Windows-basierten Smartphones sein können. Dazu kam es aber nicht. Der Grund dafür war ein bizarrer Rosenkrieg, der zwischen Microsoft und den Briten entbrannte.

Rückblende ins Jahr 2001: Der Redmonder Konzern und Sendo kündigen eine strategische Partnerschaft an, Microsoft kauft sich bei den Briten ein und erhält dafür sogar einen Sitz im Aufsichtsrat der Company.

Sendo ist für die Hardwareentwicklung zuständig, Microsoft soll das Smartphone-Betriebssystem mit dem Codenamen "Stinger" beisteuern. Der Zeitplan ist laut dem Branchendienst "The Register" überaus ehrgeizig: Microsoft soll die Software bis Juni 2001 liefern, Sendo will das Gerät im Herbst auf den Markt bringen.

Was danach genau hinter den Kulissen passierte, ist schwer zu rekonstruieren. Tatsache ist, dass das Veröffentlichungsdatum des Geräts mehrfach verschoben wurde. Laut Insiderberichten soll es Probleme mit dem Microsoft-Betriebssystem gegeben haben. Dazu behauptete Sendo, die Redmonder hätten Interna ausgeforscht und an andere Partner weitergegeben.

Im Herbst 2002 kam es dann zum offenen Bruch: Sendo beendet die Zusammenarbeit, kündigt das Smartphone ab und eine neue Partnerschaft mit Nokia an. Kurz vor Jahresende reichen die Briten zudem Klage ein: Unlauterer Wettbewerb, Diebstahl geistigen Eigentums, Betrug und Vertrauensbruch sind nur einige der Vorwürfe an Microsoft.

Der Rechtsstreit wird zwei Jahre später beigelegt, aber Sendo schafft die Wende zum Besseren nicht mehr und muss 2005 Insolvenz anmelden.

Noch im Jahr 2003 erblickte jedoch ein Windows-basiertes Smartphone das Licht der Welt. Gebaut wurde es von einem damals hierzulande kaum bekannten Unternehmen namens HTC.

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