Konjunktur in der Elektroindustrie Auftragsschub für deutsche Elektroindustrie, doch das Auslandsgeschäft schwächelt

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Aufträge ziehen an, doch die Produktion folgt nur langsam: Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 ein Plus von 9,5 Prozent. Den stärksten Impuls lieferten im Juni die Inlandsorders, während das Auslandsgeschäft schwächelte.

Die Nachfrage in der deutschen Elektronikindustrie zieht an, doch die Produktion folgt bisher nur langsam.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die Nachfrage in der deutschen Elektronikindustrie zieht an, doch die Produktion folgt bisher nur langsam.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind zur Jahresmitte deutlich gestiegen, wie unter anderem der Verband der Digital- und Elektronikindustrie ZVEI vermeldete. Im Juni 2026 kamen die Impulse allerdings fast ausschließlich aus dem Inland. Die Produktion legte im ersten Halbjahr dagegen nur moderat zu.

Die Bestellungen lagen im Juni insgesamt 13,3 Prozent über dem Vorjahreswert, berichtet ZVEI. Besonders stark zogen die Inlandsaufträge an: Sie stiegen um 60,7 Prozent. Nach Angaben des Verbands waren dafür vor allem Großaufträge aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnik verantwortlich.

Das Auslandsgeschäft entwickelte sich im Juni dagegen rückläufig. Die Bestellungen ausländischer Kunden gingen um 11,3 Prozent zurück. Während die Auftragseingänge aus der Eurozone um 9,1 Prozent zulegten, sanken die Bestellungen aus Ländern außerhalb des Euroraums um 19,1 Prozent.

Ein positives Zeichen

Die Auftragseingänge der deutschen Elektro- und Digitalindustrie stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent. Inlandsbestellungen legten dabei um 9,7 Prozent zu, die Auslandsaufträge um 9,4 Prozent. Die Bestellungen aus der Eurozone erhöhten sich um 9,5 Prozent, die aus Drittländern um 9,3 Prozent.

Die reale Elektroproduktion wuchs im ersten Halbjahr allerdings nur um 0,7 Prozent. Damit nähert sie sich zwar wieder dem vom ZVEI für das Gesamtjahr erwarteten preisbereinigten Produktionswachstum von 2 Prozent an, bleibt aber deutlich hinter der Entwicklung der Auftragseingänge zurück.

Auch beim Umsatz zeigt sich eine positive Entwicklung. Die nominalen Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalindustrie beliefen sich im Juni auf 21,1 Milliarden Euro und lagen damit 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Im ersten Halbjahr stiegen die Branchenerlöse um 4,6 Prozent auf 114,7 Milliarden Euro.

Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich zu Beginn des dritten Quartals leicht auf 79,8 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände blieb mit 4,6 Produktionsmonaten unverändert.

Die Lieferkette bleibt ein Risiko

Der ZVEI sieht zudem eine Verbesserung bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und bei den Erwartungen der Unternehmen. Gleichzeitig verweist der Verband auf wachsende Risiken in den Lieferketten. Der Anteil der Unternehmen, die von Materialknappheiten betroffen sind, stieg innerhalb von drei Monaten von 19 auf 29 Prozent.

Die Zahlen deuten damit wie auch im bisherigen Jahresverlauf auf eine Belebung der Nachfrage hin. Ob daraus eine nachhaltige Erholung der deutschen Elektroindustrie entsteht, hängt jedoch auch davon ab, ob die zusätzlichen Aufträge in den kommenden Monaten in entsprechend höhere Produktionszahlen übergehen. (sb)

(ID:50929642)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung