Geschäftszukunft ASMPT SMT Solutions: Finanzinvestor IDG Capital gilt als Übernahmefavorit

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Seit Januar 2026 werden bei ASMPT verschiedene Optionen für die Zukunft der SMT-Sparte geprüft. Mit dem Vorgang betraute Quellen geben gegenüber Reuters an, dass der Finanzinvestor IDG Capital bei den Übernahmeverhandlungen vorn liegen soll.

SMT-Bestücktechnik: Mit der SIPLACE V L hat ASMPT SMT Solutions im Oktober 2026 seine Bestückplattform um eine Variante mit bis zu 120 Fördererstellplätzen erweitert. Nun könnte die SMT-Sparte des Konzerns an einen Finanzinvestor verkauft werden.(Bild:  ASMPT SMT Solutions)
SMT-Bestücktechnik: Mit der SIPLACE V L hat ASMPT SMT Solutions im Oktober 2026 seine Bestückplattform um eine Variante mit bis zu 120 Fördererstellplätzen erweitert. Nun könnte die SMT-Sparte des Konzerns an einen Finanzinvestor verkauft werden.
(Bild: ASMPT SMT Solutions)

Im Januar 2026 hatte ASMPT mit der Neuigkeit überrascht, dass man Optionen für die Zukunft der SMT-Sparte des Unternehmens evaluiere. Dazu gehörte auch die Überlegung, ASMPT SMT Solutions zu veräußern. Nun, neun Monate später, scheint etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Finanzinvestor IDG Capital gelte derzeit als aussichtsreichster Kandidat für eine Übernahme, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 26. Oktober 2026 unter Berufung auf drei mit den Verhandlungen vertraute Personen. Demnach könnte das Geschäft mit Anlagen, Software und Dienstleistungen für die Elektronikfertigung für mehr als eine Milliarde US-Dollar verkauft werden.

ASMPT strebt laut Reuters eine Bewertung von rund 1,5 Milliarden US-Dollar an. Ob dieser Preis tatsächlich erzielt werden kann, ist allerdings offen. Eine Einigung könnte, so heißt es dem Bericht zufolge, dennoch bereits in den kommenden Wochen erfolgen. Bislang aber seien die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen.

Neben IDG Capital sollen auch Fountainvest Partners und Triton Partners Interesse an der SMT-Sparte gezeigt und Gespräche geführt haben. IDG Capital wurde 1993 in Boston gegründet, hat seinen Hauptsitz inzwischen aber in Hongkong und ist insbesondere auf dem chinesischen Markt aktiv.

Fountainvest Partners wurde 2008 gegründet und gehört zu den etablierten asiatischen Private-Equity-Gesellschaften mit Büros unter anderem in Hongkong, Shanghai und Frankfurt. Triton Partners wiederum ist ein 1997 gegründeter europäischer Finanzinvestor, der sich vor allem auf mittelständische Unternehmen aus Industrie, Dienstleistungen und Gesundheitswesen konzentriert.

ASMPT hatte bereits im Januar mehrere Optionen angekündigt

Neben einem möglichen Verkauf standen bei der Evaluierung im Januar auch ein Joint Venture, eine Ausgliederung oder ein Börsengang zur Diskussion. Ebenso war ein Verbleib der Sparte im Konzern denkbar. ASMPT hatte seinerzeit betont, dass die Prüfung nicht aus einer wirtschaftlichen Krise heraus erfolge. Vielmehr wolle sich der Konzern künftig stärker auf das Halbleitergeschäft und primär auf Advanced Packaging konzentrieren.

Josef Ernst, CEO von ASMPT SMT Solutions, hatte gegenüber dem Fachmagazin EPP erklärt, dass es sich um einen offenen Bewertungsprozess und keine Vorentscheidung handle. Trotz eines Markteinbruchs von bis zu 50 Prozent im SMT-Umfeld im Jahr 2024 sei das Unternehmen profitabel geblieben. Seit Mitte 2025 verzeichnet ASMPT wieder steigende Auftragseingänge. Auch hatte das Unternehmen betont, dass Verträge, Service und Ersatzteilversorgung unabhängig vom Ausgang der strategischen Überprüfung gewährleistet bleiben sollten.

Die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen eine deutliche Erholung. Der Umsatz im SMT-Segment stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 53,1 Prozent auf 3,87 Milliarden Hongkong-Dollar, umgerechnet rund 494 Millionen US-Dollar. Noch stärker legte der Auftragseingang zu: Mit 6,98 Milliarden Hongkong-Dollar lag er 87,8 Prozent über dem Vorjahreswert und erreichte nach Unternehmensangaben einen neuen Höchststand für ein erstes Halbjahr. Getrieben wurde die Nachfrage insbesondere durch Hersteller von KI-Servern.

Ob es tatsächlich zu einem Eigentümerwechsel kommt, bleibt vorerst offen. ASMPT und die potenziellen Käufer haben die von Reuters berichteten Verhandlungen bislang nicht bestätigt. Während IDG Capital und Fountainvest auf Anfragen der Nachrichtenagentur zunächst nicht reagierten, lehnte Triton eine Stellungnahme ab. (sb)

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