Physical AI in der Automobillogistik Agile Robots testet mobile Humanoide bei Audi

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Bei Audi in Ingolstadt sollen mobile Humanoide Teile für die Montage sortieren. Agile Robots erprobt die Technik mit Audi und zeigt zugleich Agile ONE SN, einen Forschungsroboter mit Nvidias KI-Plattform Isaac GR00T.

Humanoide in der Automobillogistik: Agile Robots und Audi testen am Standort Ingolstadt, wie mobile Roboter die Teilesequenzierung für die Fahrzeugmontage übernehmen können.(Bild:  Agile Robots)
Humanoide in der Automobillogistik: Agile Robots und Audi testen am Standort Ingolstadt, wie mobile Roboter die Teilesequenzierung für die Fahrzeugmontage übernehmen können.
(Bild: Agile Robots)

Agile Robots und Audi wollen einen bislang schwer zu automatisierenden Schritt in der Automobillogistik mit humanoider Robotik angehen. Auf der Nvidia GTC Berlin stellten sie am 21. Oktober einen Proof of Concept für das Audi-Werk Ingolstadt vor. Mobile Roboter mit humanoiden Armen und Händen sollen Teile aus Behältern entnehmen und in Sequenzwagen so ablegen, wie sie die Endmontage benötigt.

Das ist anspruchsvoll, weil sich Bauteile in Form, Lage und Verpackung unterscheiden. Audi beziffert die Zahl der Greifvorgänge in seiner Logistik auf rund eine Million pro Tag. Wie viele davon automatisiert werden sollen, ist offen. Die Roboter kombinieren einen Oberkörper mit zwei Armen und Händen mit einer fahrbaren Basis. So können sie an bestehenden Arbeitsplätzen auf menschlicher Höhe arbeiten.

Digitaler Zwilling bereitet den Einsatz vor

Das Audi Production Lab dient als Erprobungsumgebung für das Projekt. Dassault Systèmes bildet die Logistikumgebung mit Delma auf seiner 3DExperience-Plattform als virtuellen Zwilling ab. Nvidia steuert Omniverse-Bibliotheken bei. Damit wollen die Entwickler Greifbewegungen, Durchlaufzeiten, Ergonomie und Sicherheit prüfen, bevor die Technik in der Intralogistik eingesetzt wird.

Wie weit die physischen Tests fortgeschritten sind, bleibt offen. Die Partner nennen weder die Zahl der Roboter noch Kennwerte zu Taktzeit, Greiferfolgsquote oder Wirtschaftlichkeit. Auch ein Termin für den Regelbetrieb fehlt. Besonders herausfordernd sind ungeordnet liegende und biegeschlaffe, also leicht verformbare Teile, die sich mit starr programmierten Abläufen nur schwer handhaben lassen.

Forschungsroboter mit Jetson Thor und GR00T

Nahezu zeitgleich stellte Agile Robots den Agile ONE SN vor. Der 1,40 Meter große Humanoide richtet sich an Forschungsteams, die Roboterfähigkeiten entwickeln, simulieren, trainieren und an Hardware prüfen. Im Inneren arbeitet Nvidias Jetson Thor. RGB-D-Kameras, Handgelenkkameras und ein 3D-Lidar liefern Sensordaten. Zwei taktile Fünf-Finger-Hände verfügen über jeweils 20 Freiheitsgrade; der Körper hat 31.

Die mitgelieferte Isaac-GR00T-Software einschließlich GR00T 1.7 soll den Weg von menschlichen Demonstrationen und Simulationen bis zum Praxistest verbinden. Fähigkeiten und Daten sollen sich später auf den größeren Industriehumanoiden Agile ONE übertragen lassen, den das Unternehmen 2025 vorgestellt hatte. Ob dies im industriellen Alltag gelingt, muss sich noch zeigen. Agile ONE SN soll Anfang 2027 erhältlich sein. (mc)

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