Lieferkettenresilienz Warum Lieferfähigkeit mehr als verfügbare Bauteile braucht

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Eine frühzeitige Abstimmung zwischen EMS-Dienstleister und Auftraggeber kann Versorgungsrisiken reduzieren. Doch auch die interne Material- und Auftragsplanung entscheidet darüber, ob Liefertermine eingehalten werden. Perzeptron erläutert, worauf es dabei ankommt.

Perzeptron empfiehlt Elektronikfertigern den gemeinsamen Blick mit dem Kunden auf die Supply Chain.(Bild:  Perzeptron / KI-generiert)
Perzeptron empfiehlt Elektronikfertigern den gemeinsamen Blick mit dem Kunden auf die Supply Chain.
(Bild: Perzeptron / KI-generiert)

Wenn elektronische Bauteile knapp werden, geraten besonders mittelständische Elektronikfertiger unter Druck. Große Abnehmer können die Verfügbarkeit bestimmter Komponenten zusätzlich beeinflussen. Gleichzeitig erwarten Kunden von ihren Fertigungspartnern kurze Lieferzeiten und eine flexible Reaktion auf Bedarfsänderungen. Wie lässt sich unter diesen Bedingungen eine verlässliche Versorgung sicherstellen?

Nach Einschätzung von Perzeptron reicht es nicht mehr aus, dass EMS-Dienstleister ihre Beschaffung und Fertigung eigenständig optimieren. Auftraggeber und Fertiger müssen sich bereits während der Produktentwicklung enger abstimmen und zugleich die Leistungsfähigkeit ihrer Liefer- und Auftragsketten verbessern. „Der Kunde muss ins Boot – und zwar, bevor aus einem Versorgungsrisiko ein Lieferproblem wird“, erklärt Markus Renner, Geschäftsführer von Perzeptron. „Wenn beide Seiten ihre Planungen unabhängig voneinander vornehmen, entstehen Risiken, die später kaum noch auffangbar sind. Es braucht eine gemeinsame Sicht auf Bedarfe, Materialverfügbarkeit und mögliche Engpässe.“

Lieferfähigkeit beginnt schon bei der Produktentwicklung

Die Zusammenarbeit zwischen EMS-Dienstleister und Auftraggeber beginnt häufig erst dann, wenn ein Produkt entwickelt ist und gefertigt werden soll. Zu diesem Zeitpunkt sind viele Entscheidungen über die eingesetzten Komponenten bereits getroffen. Ob diese langfristig verfügbar sind oder alternative Bauteile infrage kommen, lässt sich dann oftmals nur noch mit erheblichem Aufwand beeinflussen.

Perzeptron plädiert daher dafür, EMS-Dienstleister früher einzubinden. Sie können ihr Wissen über Beschaffungsmärkte und Bauteilverfügbarkeit bereits während der Produktentwicklung einbringen und gemeinsam mit dem Kunden mögliche Versorgungsrisiken bewerten. Ebenso wichtig ist eine abgestimmte Bedarfsplanung. Welche Mengen werden tatsächlich benötigt? Wann müssen sie verfügbar sein? Und welche Änderungen sind absehbar? Je früher beide Seiten diese Informationen austauschen, desto besser lassen sich Materialbeschaffung und Fertigung darauf ausrichten.

Markus Renner, Geschäftsführer von Perzeptron.(Bild:  OLIVER ROSSI)
Markus Renner, Geschäftsführer von Perzeptron.
(Bild: OLIVER ROSSI)

„Es hilft niemandem, wenn der Kunde maximale Flexibilität erwartet und der Fertiger Liefertermine zusagt, die unter den gegebenen Bedingungen kaum einzuhalten sind“, sagt Markus Renner. „Versorgungssicherheit setzt voraus, dass alle Beteiligten realistisch planen.“

Wo verliert die Supply Chain an Leistungsfähigkeit?

Doch selbst eine gute Zusammenarbeit mit dem Kunden kann nicht alle Probleme lösen. EMS-Dienstleister müssen auch ihre internen Abläufe beherrschen. Denn nicht jede Lieferverzögerung resultiert ausschließlich aus fehlendem Material. Auch Schwachstellen in der Planung, Beschaffung oder Auftragsabwicklung können dazu führen, dass Aufträge später als vorgesehen fertiggestellt werden.

Die Schwierigkeit: Viele Unternehmen sehen zwar die Auswirkungen solcher Probleme, kennen aber ihre tatsächlichen Ursachen nicht. Rückstände, Fehlteile und Terminabweichungen werden im Tagesgeschäft bearbeitet, ohne dass erkennbar ist, an welchen Stellen die Auftragskette an Leistungsfähigkeit verliert.

Abhilfe kann da die Effizienzanalyse von Perzeptron liefern: Auf Basis vorhandener ERP-Daten untersucht sie die Prozesse entlang der Supply Chain. Nach Angaben von Perzeptron lassen sich damit innerhalb weniger Tage wesentliche Störfaktoren und ungenutzte Produktivitätsreserven identifizieren. Unternehmen erhalten damit eine Grundlage, um Verbesserungsmaßnahmen gezielt vorzunehmen.

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Aufträge, Material und Fertigung gemeinsam im Blick

Neben der Analyse bestehender Schwachstellen kommt es darauf an, Veränderungen im laufenden Betrieb frühzeitig zu erkennen. Verschiebt sich beispielsweise ein Materialliefertermin oder ändert ein Kunde seinen Bedarf, muss der EMS-Dienstleister beurteilen können, welche Aufträge davon betroffen sind und wo Handlungsbedarf entsteht.

Für solche Fälle hat Perzeptron die Software MiG (Materialwirtschaft im Gleichgewicht) entwickelt. Sie lässt sich an bestehende ERP-Systeme anbinden und führt steuerungsrelevante Informationen aus Einkauf, Fertigung, Logistik und Vertrieb zusammen.

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Statt Materialbestände, Auftragsstatus und Fertigungsplanung getrennt zu betrachten, erhalten die beteiligten Bereiche eine gemeinsame Informationsbasis. So lassen sich kritische Entwicklungen früher erkennen, Prioritäten abstimmen und Entscheidungen über die weitere Auftragsabwicklung auf einer einheitlichen Datengrundlage treffen.

„EMS-Dienstleister müssen an zwei Stellen ansetzen: Sie brauchen eine belastbare Planung gemeinsam mit ihren Kunden und sie müssen wissen, wie leistungsfähig ihre eigene Supply Chain tatsächlich ist“, fasst Markus Renner zusammen. „Nur wer Schwachstellen kennt und Veränderungen rechtzeitig erkennt, kann auch unter schwierigen Marktbedingungen verlässlich liefern.“ (sb)

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