Physical AI Neura und TUM eröffnen Robogym für lernende Roboter

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Am Flughafen München sollen Roboter industrielle Tätigkeiten lernen. Neura Robotics und die TUM verbinden dafür reale Trainingsdaten, menschliche Demonstrationen und Simulation – und zeigen einen neuen Humanoiden.

Robotertraining für die Industrie: Im neuen TUM Robogym am Flughafen München trainieren Neura Robotics und die TU München humanoide Roboter für industrielle Aufgaben.(Bild:  Neura Robotics)
Robotertraining für die Industrie: Im neuen TUM Robogym am Flughafen München trainieren Neura Robotics und die TU München humanoide Roboter für industrielle Aufgaben.
(Bild: Neura Robotics)

Neura Robotics und die Technische Universität München (TUM) haben am 22. Oktober 2026 das TUM Robogym am Münchner Flughafen eröffnet. Auf mehr als 2.300 Quadratmetern trainieren Unternehmen und Forschende Roboter für industrielle Aufgaben. Beteiligt ist das TUM-Institut MIRMI.

Partner aus mehr als zehn Branchen trainieren dort, darunter Automobilindustrie, Pharma und Logistik. Roboter üben den Umgang mit Kartons, das Befüllen von Flaschen oder das Be- und Entladen von Holzbauteilen. Unternehmen können so Systeme erproben, bevor sie diese im eigenen Betrieb einsetzen.

Reale Daten, Demonstrationen und Simulation

Das Training nutzt drei Datenquellen: Roboter erfassen mit Sensoren Bewegungen, Kontakte und Arbeitsergebnisse. Menschen demonstrieren Abläufe mithilfe von Datenanzügen, Motion-Capture-Systemen oder Teleoperation. Simulationen ergänzen die Daten um weitere Situationen, die anschließend an realen Maschinen überprüft werden.

Zum Einsatz kommen Humanoide, mobile Assistenzroboter wie MiPA und kognitive Roboterarme. Die Daten dienen als Trainingsmaterial für KI-Modelle. Über die Plattform Neuraverse will Neura erlernte Fähigkeiten auch anderen vernetzten Robotern zugänglich machen.

4NE1 Gen 4 ist 20 Prozent leichter

Zur Eröffnung stellte Neura die vierte Generation seines Humanoiden 4NE1 vor. Laut Hersteller ist er 20 Prozent leichter als sein Vorgänger und für die Serienfertigung konzipiert. Neu sind eine sensorisierte textile Außenhaut, überarbeitete Hände und sogenannte Smart Limbs: Integrierte Reflexfunktionen sollen die Gliedmaßen eigenständig auf Reize reagieren lassen.

Für die Bewegungssteuerung nutzt der Roboter Neuron AI. Das Perception-Language-Action-Modell verarbeitet laut Neura neben Bilddaten auch Berührungen, Kräfte, Geräusche und Informationen über den eigenen Zustand. Daraus soll es unmittelbar Bewegungen ableiten. Messwerte zur Zuverlässigkeit bei wechselnden Industrieaufgaben nennt Neura nicht.

Weitere Trainingszentren geplant

Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Neura und TUM investieren rund 17 Millionen Euro, davon Neura etwa elf Millionen. Weitere Trainingszentren sind in Europa, den USA und China geplant, ein deutsches soll gemeinsam mit der RWTH Aachen entstehen. (mc)

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