Softwareentwicklung

10 Software-Flops und -Katastrophen

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9. Microsoft Money – verbuggt und das Internet verschlafen

In den USA war Microsoft Money noch bis 2009 erhältlich. In Deutschland war schon im Jahr 2000 Schluss. (Microsoft)
In den USA war Microsoft Money noch bis 2009 erhältlich. In Deutschland war schon im Jahr 2000 Schluss. (Microsoft)
Mit der Finanzverwaltungssoftware Money versuchte Microsoft, dem erfolgreichen Programm Quicken des US-Herstellers Intuit Marktanteile abzujagen.

Ende der neunziger Jahre war das Interesse an solchen Programmen durchaus groß, denn die spektakulären Börsengänge der Dotcom-Companies weckten auch bei Privatanwendern das Interesse, sich am Aktienmarkt zu betätigen. Durch die Internet-Anbindung erlaubte es Software wie Money, quasi in Echtzeit den Wert des eigenen Aktiendepots zu ermitteln.

Gerade Microsoft Money hatte aber mit Problemen zu kämpfen. Die Software wies zahlreiche Programmfehler auf, so dass Microsoft die deutsche Version von Money 99 vom Markt nahm. Alle Benutzer von Money 99 erhielten ein kostenloses Update auf die Nachfolgeversion.

Ein weiteres Problem war, dass Microsoft das Programm nicht mit einer Homebanking-Schnittstelle nach dem HBCI-Standard (Homebanking Computer Interface) ausgestattet hatte. Homebanking war nur über den Online-Service Btx möglich, der zu diesem Zeitpunkt in Deutschland fast keine Rolle mehr spielte.

Die letzte deutsche Version von Microsoft Money erschien daher im Jahr 2000. Private Entwickler ergänzten das Programm später durch eine HBCI-Schnittstelle, so dass manche User die Software auch noch sehr lange nach der Einstellung benutzen konnten.

In den USA wurde Money im Jahr 2009 eingestellt, Quicken wird dagegen heute noch entwickelt.

Und somit unterlag der Goliath Microsoft auf dem Feld der privaten Finanzverwaltung dem vorab als chancenlos eingeschätzten Gegner.

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