Laut Prognosen soll der europäische Markt des Edge-Computing bis zum Jahr 2023 ein Volumen von 1,94 Mrd. US-Dollar erreichen. Edge-Rechenzentren und die Cloud ergänzen sich.
Wachstum Edge-Computing: Cloud- und Edge-Computing ergänzen sich. Lokale Rechenzentren können die ausgewerteten Daten schnell dem Kunden anbieten.
(Bild: Beyond.pl)
Der Markt für Edge-Anwendungen in Europa soll bis zum Jahr 2023 die Marke von 1,94 Mrd. US-Dollar erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt der Europe Edge Computing Market Report. In dem Bericht haben die Analysten den Markt nach Anwendungen und Endanwendern unterteilt.
Unter den erstgenannten nimmt das Thema Smart City den größten Anteil ein. Diese sollen zusammen mit der Edge-Computing-Technologie bereits in mehr als 240 europäischen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern eingesetzt werden. Neben Smart Citys hält Edge Computing auch in den vernetzen Fabriken Einzug (Smart Factory), autonomes Fahren, Stromnetze und im Gesundheitswesen Einzug. Das ist unter anderem auf den vermehrten Einsatz von Edge-Computing-Anwendungen in Systemen des Internets of Things (IoT) zurückzuführen.
Schnelle Datenübertragung gefordert
„Einige Anwendungen und Technologien erfordern eine sehr schnelle Datenübertragung bei gleichzeitig schneller Verarbeitung. Beispiel sind autonome Fahrzeuge oder lebenserhaltende Systeme in Krankenhäusern. Mit dem Edge Computing lassen sich Verzögerungen bei der Datenübertragung reduzieren und damit den Entscheidungsprozess oder den Betrieb von Anwendungen beschleunigen,“ erklärt Wojciech Stramski, CEO von Beyond.pl, einem polnischen Betreiber von Rechenzentren und Anbieter von Cloud-Diensten.
Unter den Endanwendern und Unternehmen, die in Edge investieren, hebt Quad Intel Industrie, Energie, Versorgungsunternehmen, IT- und Telekommunikationsbetreiber sowie Elektronikhersteller hervor. Es wird erwartet, dass die drei letztgenannten Faktoren besonders für das Marktwachstum in Europa verantwortlich sein werden.
Die Nachfrage nach Edge Computing scheint eng mit der Entwicklung von 5G-Netzen verbunden zu sein, die zunehmend in IoT-Geräten und neuen Smartphones eingesetzt werden. Bis 2025 werden in Europa voraussichtlich 214 Millionen 5G-Verbindungen bestehen. Die Analysten sagen voraus, dass Telekommunikationsbetreiber in Europa und den USA bis 2026 bis zu 185 Mrd. US-Dollar dafür ausgeben werden.
Abkehr von der Cloud?
Edge-Computing mag auf dem ersten Blick wie eine Abkehr von der Cloud sein. Doch Cloud- und Edge-Computing ergänzen sich. Für IT-Unternehmen und lokale Betreiber von Rechenzentren ergänzen sich beide Formen. „Wir können eine flexible und skalierbare Infrastruktur aufbauen, die Daten sofort und sicher in unmittelbarer Nähe zum Endanwender verarbeitet.
Die Bedeutung von Edge-Rechenzentren wird in den meisten Fällen zunehmen und solche Rechenzentren werden in den Zentren großer Ballungsräume entstehen“, ergänzt Muzaffer Ege, Director Sales DACH Region bei Beyond.pl. Aus diesem Grund ist es wichtig, das die Rechenzentren die gegebenen Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und die Anlagen mit grüner Energie versorgt werden.
Personalengpässe bremsen das Wachstum
Für den weiteren Ausbau von Rechenzentren für Cloud- und Edge-Anwendungen fehlt es laut den Analysten an ausreichend Personal. Auch ein optimiertes Edge-Computing ist noch ein Problem. Amerikanische Unternehmen bleiben die wichtigsten Investoren des europäischen Edge-Computings. Zu den wichtigsten Akteuren zählen Cisco Systems, Microsoft, IBM, Google und Amazon.
Das ist Edge-Computing
Edge-Computing, auch Distributed Computing genannt, ist ein Infrastrukturmodell, bei dem die Speicherung, Verarbeitung und Analyse von Daten in unmittelbarer Nähe der Endgeräte stattfindet. Das kann verschiedene Arten von Steuerungen, Mikro-Rechenzentren (Edge Data Center) und IoT-Geräte umfassen. Erst nachdem die Daten von ihnen erfasst und verarbeitet wurden, werden sie an eine zentrale Datenbank übermittelt. Dieses Modell ermöglicht es, den Bandbreitenbedarf von Rechenzentren zu reduzieren und wichtige Informationen „on the fly“ zu analysieren.
Stand: 08.12.2025
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Hintergrund Beyond.pl
Beyond.pl ist ein Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten, Managed Services, Cloud-Umgebungen und Infrastructure as a Service (IaaS) in Polen sowie Mittel- und Osteuropa. Das Unternehmen betreibt das nach eigenen Angaben sicherste Rechenzentrum in Mittel- und Osteuropa. Die energieeffiziente Anlage wird zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie gespeist. Der Anbieter garantiert eine Verfügbarkeit von bis zu 99,9999 Prozent. Das Unternehmen bietet eine gemischte Rechenzentrumsumgebung (Bewertung 3+ bis 4), Zugang zu einem umfangreichen Produkt- und Serviceportfolio mit Private Cloud, Public Cloud und Hybrid-Lösungen sowie Expertensupport im Rahmen von Managed Services.
Beyond.pl verfügt über Core- und Hyper-Edge-Rechenzentren mit einer Zielkapazität von 42 MW. Das Unternehmen betreibt zwei moderne Rechenzentren im polnischen Posen. Es handelt sich dabei um das erste grüne und anbieterneutrale Rechenzentrum in Polen. Das Data Center 2 liegt strategisch günstig auf halbem Weg zwischen Warschau und Berlin und ist die erste von nur drei Einrichtungen in der Europäischen Union, die die strengen Anforderungen der ANSI/TIA-942-Zertifizierung mit der Stufe 4 erfüllen. Die Rated 4-Zertifizierung ist ein Nachweis dafür, dass das Rechenzentrum den höchsten Sicherheitsstandards für Rechenzentren in Bezug auf Konzeption, Mechanik, Stromversorgung und Telekommunikation entspricht. Das Unternehmen wurde im Jahr 2005 gegründet.