Fertigung im Orbit US-Fertigungsbasis in Texas für Halbleitermaterialien aus dem All geplant

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

Das britische Unternehmen Space Forge will langfristig im Orbit hergestellte Halbleitermaterialien in einer US-amerikanischen Fertigungsbasis verarbeiten. Eine entsprechende Partnerschaft mit dem Texas A&M University System wurde jüngst geschlossen.

Space Forge will im Orbit Halbleitermaterialien fertigen, die dann unter anderem in Texas verarbeitet werden.(Bild:  Space Forge)
Space Forge will im Orbit Halbleitermaterialien fertigen, die dann unter anderem in Texas verarbeitet werden.
(Bild: Space Forge)

Die britische Raumfahrt- und Materialtechnikfirma Space Forge will gemeinsam mit dem Texas A&M University System eine Fertigungs- und Verarbeitungskapazität für fortschrittliche Halbleitermaterialien in den USA aufbauen. Die Partner haben am 17. August 2026 eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Für die ersten Arbeiten will Space Forge nach eigenen Angaben die vorhandene Infrastruktur des Texas A&M Semiconductor Institute und der AggieFab Nanofabrication Facility nutzen. Dazu gehören Reinräume sowie Anlagen zur Materialherstellung, -verarbeitung und -charakterisierung.

Die Kooperation startet mit der Entwicklung und Verarbeitung von Materialien unter irdischen Bedingungen. In den kommenden zwölf bis 24 Monaten sollen weitere gemeinsame Forschungsprojekte hinzukommen.

Fortschrittliche Halbleitermaterialien aus dem Orbit

Space Forge arbeitet an Materialien, die mithilfe der Bedingungen in der Schwerelosigkeit hergestellt werden sollen. Nach Darstellung des Unternehmens könnte die Mikrogravitation die Fertigung von Halbleitermaterialien ermöglichen, die auf der Erde nur schwer oder gar nicht herstellbar sind. Die in Texas geplante Infrastruktur soll dabei den terrestrischen Teil der Prozesskette abdecken – also unter anderem die Analyse, Weiterverarbeitung und Qualifizierung der Materialien.

Die Vereinbarung ist deshalb zunächst weniger als Aufbau einer klassischen Chipfabrik zu verstehen, sondern als Schritt zur technischen Erprobung und möglichen Industrialisierung eines neuartigen Materialkonzepts. Angaben zu Investitionssumme, Produktionskapazität oder konkreten Kunden macht Space Forge in der Mitteilung nicht. Diese Punkte sind in dieser frühen Phase möglicherweise noch nicht entscheidend. Für die Bewertung des Vorhabens wäre derzeit vor allem die Frage interessant, ab wann tatsächlich Materialien aus dem Weltraum in die Fertigung einfließen könnten. Dazu ist bislang nichts bekannt.

Eine kurzfristige Entlastung der Lieferketten ist aus der Vereinbarung daher nicht abzuleiten. Dafür müssten zunächst reproduzierbare Materialeigenschaften, ausreichende Mengen und die Qualifizierung durch Abnehmer nachgewiesen werden. (sb)

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