Deutsche Elektro- und Digitalindustrie Nochmals zweistelliges Auftragsplus zu Beginn des zweiten Quartals

Von Maria Beyer-Fistrich

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Der ZVEI ist einer der wichtigsten Industrieverbände und hat jetzt neue Zahlen zum zweiten Quartal in der Elektro- und Digitalindustrie veröffentlicht. Auch wenn die Auftragslage gut ist, gibt das Geschäftsklima erneut leicht nach.

Die Auftragslage ist gut, das Geschäftsklima weniger.
Die Auftragslage ist gut, das Geschäftsklima weniger.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im April 2022 insgesamt 11,8 Prozent mehr neue Bestellungen erhalten als im entsprechenden Vorjahresmonat. „Damit hat es bei den Auftragseingängen auch im nunmehr zweiten Berichtsmonat, der voll in den Ukraine-Krieg fiel, wertmäßig noch zweistelliges Wachstum gegeben“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Dabei erhöhten sich Inlands- und Auslandsorders mit 12,2 Prozent bzw. 11,5 Prozent ähnlich stark. Aus der Eurozone gingen im April nur 3,4 Prozent mehr Aufträge ein als vor einem Jahr, wohingegen sich die Bestellungen aus Drittländern um 15,9 Prozent erhöhten.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres lagen die Auftragseingänge der Branche damit um 13,9 Prozent über ihrem Vorjahreswert. Hier zogen die Inlandsorders um 13,0 Prozent an, die Bestellungen aus dem Ausland rückten um 14,5 Prozent vor. Die Aufträge von Kunden aus dem Euroraum stiegen von Januar bis April um 18,7 Prozent. Aus Drittländern kamen 12,3 Prozent mehr Bestellungen als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Der reale (preisbereinigte) Output der deutschen Elektro- und Digitalindustrie blieb im April um 3,5 Prozent unter Vorjahr. „Hier spielen allerdings zwei Effekte hinein“, erklärte Gontermann. „Zum einen hatte der diesjährige April einen Arbeitstag weniger als der letztjährige. Zum anderen war die Produktion vor einem Jahr um mehr als ein Viertel gestiegen, sodass die Messlatte nun sehr hoch lag“. Von Januar bis April gab es ein Produktionsplus von 1,4 Prozent gegenüber Vorjahr.

Umsatz in Elektro- und Digitalindustrie

Mit 16,4 Milliarden Euro lag der Branchenumsatz im April 2022 um 3,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dabei entwickelte sich der Inlandsumsatz mit einem Plus von 7,0 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro besser als der Auslandsumsatz, der lediglich um 1,3% auf 8,6 Milliarden Euro zulegen konnte. Das Geschäft mit der Eurozone stagnierte im April (- 0,1 % auf 3,1 Mrd. €). Die Erlöse mit Kunden aus Drittländern zogen um 2,1 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro an.

In den gesamten ersten vier Monaten dieses Jahres kamen die aggregierten Erlöse auf 69,2 Milliarden Euro, womit sie ihren entsprechenden Vorjahreswert um 8,5 Prozent übertrafen. Auch hier rückten die Inlandserlöse (+ 12,7 % auf 32,8 Mrd. €) weiter vor als die Auslandserlöse (+ 5,3 % auf 36,4 Mrd. €). Der Umsatz mit dem Euroraum erhöhte sich von Januar bis April um 3,0 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Im Geschäft mit Drittländern gab es einen Zuwachs von 6,7 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro.

Beschäftigungssituation entspannt sich

Die Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben sowohl ihre Produktions- als auch ihre Beschäftigungspläne im Mai wieder etwas angehoben: Der Saldo aus Unternehmen, die in den nächsten drei Monaten mehr bzw. weniger herstellen wollen, stieg von plus 26 (im April) auf plus 28 Prozentpunkte. Bei den Beschäftigungsplänen verbesserte er sich von plus 22 auf plus 24 Zähler. Zuletzt waren 879.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Branche tätig. Lediglich 10.200 sind noch in Kurzarbeit.

Gleichzeitig ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Mai 2022 den dritten Monat in Folge gesunken. „Der Rückgang ging diesmal auf eine deutliche Korrektur der Beurteilung der aktuellen Lage zurück. Die allgemeinen Geschäftserwartungen erholten sich dagegen wieder etwas“, so Gontermann.

Die Hälfte der Branchenunternehmen (53 %) bewerteten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation im Mai als gut. 40 Prozent befanden sie als stabil und sieben Prozent als schlecht. Mit Blick auf die kommenden sechs Monate gaben noch 15 Prozent der Firmen an, mit mehr Geschäft zu rechnen. 60 Prozent gingen von gleichbleibenden und ein Viertel von rückläufigen Aktivitäten aus.

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