Physische KI am Edge Neues Intel-Framework soll den Einsatz von Robotik-Modellen vereinfachen

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Intel kündigt auf der Computex 2026 eine neue Software an, um KI-Modelle in der Robotik schneller aus der Entwicklung in die Praxis zu bringen. Das neue Framework soll Kameras, Sicherheitsfunktionen und autonome Systeme in Echtzeit verbinden.

Physische KI am Edge: Intels neues Openvino-Framework verbindet Kameras, Roboter und Sicherheitsfunktionen für den Echtzeiteinsatz.(Bild:  KI-generiert)
Physische KI am Edge: Intels neues Openvino-Framework verbindet Kameras, Roboter und Sicherheitsfunktionen für den Echtzeiteinsatz.
(Bild: KI-generiert)

Zur Computex 2026 stellt Intel eine neue Software-Lösung für KI am Edge vor. Das Unternehmen erweitert sein Portfolio um das sogenannte Openvino Physical AI Framework. Damit soll Entwicklern den Übertrag von KI-Modellen aus der Simulation in reale Anwendungen wesentlich erleichtert werden. Häufig scheitert der breite Einsatz von physischer KI am Edge an der komplexen Implementierung.

Dabei unterteilt Intel den Entwicklungsprozess in vier zentrale Schritte: das Training der Modelle, die Simulation, die eigentliche Entwicklung und schließlich den Einsatz im produktiven Umfeld. Die neue Software setzt exakt beim letzten Schritt an und erweitert die bestehende Robotik-KI-Suite des Unternehmens um eine standardisierte Komponente.

Autonome Systeme statt fester Funktionen

Während Systeme am Rand des Netzwerks in der Vergangenheit primär fest definierte Funktionen ausführten, brachte das Internet der Dinge zunächst Vernetzung und Datenaustausch. Später ermöglichte Computer Vision visuelle Einblicke, etwa für die Qualitätskontrolle oder die Fehlererkennung in Fabriken. Der aktuelle Trend bewegt sich laut Intel hin zu physischer und agentischer KI. Das bedeutet, dass Systeme ihre Umgebung nicht nur wahrnehmen, sondern als Konsequenz daraus zunehmend eigenständig und autonom Handlungen ableiten.

Dieser Wandel von spezialisierten, deterministischen Robotern hin zu anpassungsfähigen, kontextbewussten Systemen stellt Entwickler vor neue Herausforderungen. Um diese Systeme massentauglich zu machen, bedarf es offener Standardisierungen für den Echtzeitbetrieb. Das neue Framework soll Entwicklern einen offenen Pfad für die Realisierung bieten.

Standardisierung für die Industrie

Die Software ermöglicht es, Modelle nach dem Prinzip „einmal bauen, überall einsetzen“ flexibel auf verschiedenen Plattformen auszuführen. Das Framework vereint Kameras, Roboter und deren Sicherheitsfunktionen so, dass sie zur Laufzeit deterministisch und performant zusammenarbeiten. Die technische Komplexität werde dadurch reduziert, während gleichzeitig eine größere Bandbreite an offenen Angeboten integriert werden könne.

Intel erhofft sich davon, dass die Reibungsverluste zwischen Entwicklung und finalem Einsatz minimiert werden. Das Unternehmen fasst die Motivation für die neue Software wie folgt zusammen: Es gehe nicht nur darum, bessere Modelle zu bauen, sondern sicherzustellen, dass sie in realen Anwendungen in großem Maßstab eingesetzt werden können – so im Presse-Briefing.

Werkzeuge für Feinabstimmung und Export

Zur neuen Produktfamilie gehört neben dem Framework auch das sogenannte Physical AI Studio. Diese Umgebung ermöglicht es Entwicklern, Daten zu sammeln, Modelle zu optimieren und vorab validierte Modelle für den Einsatz zu exportieren. Die Open-Source-Bibliothek bietet zudem Integrationen für bestehende Modellentwicklungsumgebungen wie LeRobot an.

Bislang erforderte der Einsatz physischer KI im großen Maßstab oft stark angepasste Pipelines für Sensoren, Codecs und die Inferenz. Laut Intel führte dies in der Vergangenheit häufig zu überdimensionierten und teuren Dual-Compute-Lösungen in der Industrie. Die Kombination des neuen Frameworks mit den hauseigenen Prozessoren soll diesen Aufwand reduzieren, sodass Unternehmen ihren Code für verschiedene Robotertypen wiederverwenden können. Eine Vorschau des OpenVINO-Frameworks ist ab sofort auf der Plattform Github verfügbar, die reguläre Markteinführung ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant.

 (mc)

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