KI-Kooperation AMD und Anthropic schließen Milliarden-Pakt für KI-Infrastruktur

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Chipkonzern AMD investiert bis zu fünf Milliarden US-Dollar in das KI-Unternehmen Anthropic. Dafür baut der größte OpenAI-Konkurrent im Gegenzug neue Rechenzentren mit AMD-Prozessoren auf, während AMD das Sprachmodell Claude für die eigene Entwicklung nutzt.

Kalifornische KI-Kooperation: Anthropic nutzt künftig Server-Systeme von AMD mit einem Energiebedarf von bis zu zwei Gigawatt.(Bild:  AMD)
Kalifornische KI-Kooperation: Anthropic nutzt künftig Server-Systeme von AMD mit einem Energiebedarf von bis zu zwei Gigawatt.
(Bild: AMD)

Die beiden kalifornischen Firmen wollen massiv neue Rechenkapazitäten aufbauen, um komplexe Modelle für Künstliche Intelligenz zu trainieren und zu betreiben. Um diese weitreichende Zusammenarbeit finanziell zu untermauern, hat AMD zugesagt, sich mit bis zu fünf Milliarden US-Dollar an Anthropic zu beteiligen.

Die Nachfrage nach Rechenleistung für KI wächst derzeit auf dem gesamten Markt rasant. Anthropic benötigt gewaltige Server-Infrastrukturen, um das hauseigene Sprachmodell Claude weiterzuentwickeln und die täglichen Anfragen der Nutzer schnell zu verarbeiten. Mit dem neuen Abkommen sichert sich AMD einen wichtigen Großkunden und will damit beweisen, dass die neueste Hardware des Konzerns den enormen Belastungen in großen Rechenzentren dauerhaft standhält. Das Abkommen ist für beide Seiten ein strategischer Schritt, um im stark umkämpften Technologieumfeld eine bessere Position zu erlangen.

Ausbau im Gigawatt-Maßstab

Anthropic plant, für den Betrieb seines Sprachmodells die neuen Helios-Server von AMD zu installieren. Der Energiebedarf dieser neuen Server-Farmen soll bei bis zu zwei Gigawatt liegen. Die Partner beginnen planmäßig im ersten Halbjahr des Jahres 2027 damit, das erste Gigawatt an Leistung physisch aufzubauen.

Dabei verbaut Anthropic Grafikprozessoren der Serie Instinct MI450, genauer gesagt das Modell MI455X. Diese speziellen Recheneinheiten kombiniert der Hersteller mit seinen Epyc-Hauptprozessoren der Architektur Venice, angepasster Netzwerktechnik sowie der eigenen Software-Plattform ROCm. Die Wahl dieser Plattform verdeutlicht den Anspruch, leistungsfähige Alternativen am Markt zu etablieren. Bereits vor diesem großen Schritt nutzte Anthropic Chips der Vorgängergeneration MI355X für seine Hardware-Systeme.

Tom Brown, CEO von Anthropic, betont die Notwendigkeit dieses massiven Ausbaus: „Der Zugang zu Rechenleistung ist zentral, um Claude an der Spitze zu halten und die Nachfrage unserer Kunden zu befriedigen.“ Durch die weitreichende Partnerschaft mit AMD über alle Systemebenen hinweg sichere sich das Unternehmen die benötigten Kapazitäten und optimiere diese gezielt für das Training und den Betrieb des eigenen Sprachmodells.

Gegenseitige technologische Integration

Die Zusammenarbeit der beiden Konzerne geht jedoch weit über den reinen Verkauf und den Einsatz von Hardware hinaus. Beide Unternehmen starten eine auf mehrere Jahre angelegte technische Kooperation, von der beide Seiten fachlich profitieren sollen. Die AMD-Entwicklerteams hingegen wollen Claude intensiv nutzen, um Arbeitsabläufe für die AMD-GPUs zu optimieren und ROCm zügiger zu entwickeln. Darüber hinaus plant der Chiphersteller, Claude flächendeckend in seinen eigenen Technik- und Produktentwicklungsteams einzuführen. Diese tiefe Integration der Arbeitsabläufe soll beiden Parteien helfen, ihre jeweiligen Kernprodukte zielgerichteter voranzutreiben. (mc)

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