EDA: Übernahme von Precision Innovations Siemens holt KI an den Anfang des Chipdesigns

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Siemens will den EDA-Anbieter Precision Innovations übernehmen. Dessen Software-Lösung untersucht in einer frühen Phase des SoC-Entwurfs Designvarianten. Entwickler sollen so schneller erkennen, welche Architektur bei Leistung, Energiebedarf und Chipfläche die besten Ergebnisse verspricht.

Mit der Übernahme von Precision Innovations erweitert Siemens sein EDA-Portfolio um KI-gestützte Software für die frühe Chipplanung.(Bild:  Siemens EDA)
Mit der Übernahme von Precision Innovations erweitert Siemens sein EDA-Portfolio um KI-gestützte Software für die frühe Chipplanung.
(Bild: Siemens EDA)

Siemens hat eine Vereinbarung zur Übernahme des US-amerikanischen Softwareunternehmens Precision Innovations unterzeichnet, wie am 20. Juli 2026 mitgeteilt wurde. Das 2019 in San Diego gegründete Unternehmen Precision Innovations entwickelt KI-gestützte Werkzeuge für Electronic Design Automation (EDA).

Die Software setzt an, bevor ein System-on-Chip vollständig implementiert wird. Sie soll zahlreiche Designoptionen untersuchen und frühzeitig abschätzen, wie sich Architekturentscheidungen auf Power, Performance and Area, kurz PPA, auswirken. Ungeeignete Design- und Architekturansätze könnten dadurch früher aussortiert und spätere Entwicklungsschleifen vermieden werden.

Von der Architektur bis zum fertigen Layout

Die Technologie von Precision Innovations basiert auf dem Open-Source-Framework OpenROAD. Dieses stellt Werkzeuge für den automatisierten Weg von der Register-Transfer-Ebene bis zum fertigen Chip-Layout bereit. Precision Innovations ergänzt den Ansatz um KI-gestützte Designexploration und Machbarkeitsanalysen.

Nach Abschluss der Übernahme soll das Unternehmen Teil des Bereichs Digital Design Creation von Siemens EDA werden. Siemens will die Software mit seinen bestehenden Werkzeugen für digitalen Entwurf, Implementierung und Verifikation verbinden. Ziel ist ein durchgängiger Entwicklungsablauf von der frühen Architekturentscheidung bis zur physischen Umsetzung des Chips.

Die Transaktion soll vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen im dritten Quartal 2026 vollzogen werden. Den Kaufpreis nennt Siemens nicht. Auch konkrete Angaben dazu, wie stark die Software Entwicklungszeiten verkürzt oder PPA-Werte verbessert, veröffentlicht das Unternehmen bislang nicht. (sb)

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